Leichtathletik-Wetten 2026: lizenzierte Anbieter, Märkte und Live-Regeln im Überblick
Ladevorgang...
Eine Wette auf die Leichtathletik beginnt nicht beim Sprint und nicht beim Weitsprung, sondern bei einer einfachen Frage: Welcher Anbieter darf hier überhaupt Wetten annehmen? In Deutschland ist diese Frage keine Formsache. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) führt eine amtliche Whitelist, und nur wer dort mit seiner Sportwetten-Domain geführt wird, nimmt Leichtathletik-Wetten legal an. Wer daneben wettet, spielt ohne Erlaubnis und ohne den Schutz, den der Glücksspielstaatsvertrag 2021 aufgespannt hat: kein OASIS, keine LUGAS-Limitdatei, keine Auszahlung im Insolvenzfall, kein Anruf bei einer deutschen Aufsicht, wenn etwas schiefläuft.

Stand: Oktober 16, 2026 · geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Halle (Saale), mit Stand vom 02.10.2026.
Die folgende Einordnung zeigt, welche Wettarten bei Leichtathletik üblich sind, welche Live-Märkte erlaubt bleiben, was eine Quote von 3,50 bei20 € Einsatz zurückzahlt, und welche zehn Anbieter die GGL derzeit mit einer Sportwetten-Erlaubnis führt. Sie erklärt Mechanismen, keine Spielausgänge.
Wettprogramm und Spielplan: Was Leichtathletik-Wetten 2026 trägt
Leichtathletik zerfällt in vier Disziplingruppen: Lauf, Gehen, Sprung sowie Stoß und Wurf. Der Zehnkampf der Männer und der Siebenkampf der Frauen kombinieren Disziplinen aus diesen Gruppen, das Gehen ausgenommen. Bei Sprung- und Wurfdisziplinen hat jeder Athlet drei Versuche und keine Vorrunde. Bei Laufdisziplinen entscheiden Vorlauf, Halbfinale und Finale, in der Diamond League entscheidet eine Punkteskala von 8 bis 1 unter den ersten Acht eines Meetings über den Finaleinzug.

Die WM-Leichtathletik richtet seit 1983 das volle olympische Programm aus, zunächst im Vierjahres-, seit 1991 im Zweijahresrhythmus. Die Diamond League trägt World Athletics seit 2010 aus, 2010 mit 14 Meetings und 32 Diamond-Disziplinen, 2026 laut der englischen Wikipedia-Seite mit 15 Meetings. Bei jedem Treffen vergibt die Skala 8 bis 1 die Plätze für das Disziplinfinale. Der Spielplan dieser Wettbewerbe ist der Wochenkalender, an dem lizenzierte Anbieter ihre Märkte öffnen.
Laufrekorde im Freien sind seit 1960 nur auf400-m-Bahnen anerkannt, Hallenrekorde nur auf 200-m-Bahnen. Das ist für den Wettmarkt insofern relevant, als Rekordwetten an diese Bahnen gebunden sind und Anbieter sie nur anbieten, wenn sie den Austragungsort verifizieren können.
Siegwetten, Podium, Duelle: Welche Wettarten es gibt
Bei einer Siegwette steht ein Name, ein Ergebnis oder eine Zeit. Bei Podium-Wetten steht die Reihenfolge auf den Plätzen eins bis drei, manchmal zwei und drei. Bei Duell-Wetten stehen sich zwei Athleten gegenüber, der Anbieter legt fest, ob Duell-Wetten auch gelten, wenn einer der beiden Athleten nicht startet. Bei Head-to-Head-Wetten stehen sich zwei Athleten gegenüber ohne Rücksicht auf das Gesamtfeld, ähnlich wie bei Turnierbäumen in anderen Sportarten.

Bei Mehrkampfwetten zielt die Wette auf den Sieger des Zehn- oder Siebenkampfs; Anbieter bieten diese Märkte nur rund um die Mehrkampf-Termine der Diamond League, der WM und der EM an, nicht wöchentlich. Bei Sprung- und Wurfdisziplinen kommen Versuchs- und Bestweiten-Wetten hinzu, bei denen der Anbieter eine Linie zieht: „Über X Meter“ oder „Unter X Meter“. Bei Laufdisziplinen kommen Zeit-Wetten hinzu: „Unter 9,80 Sekunden“, „Über 2:05:00 Stunden“, „Bestzeit im Feld“.
Bei einem Fehlstart gilt ein Start als verfrüht, wenn die Reaktionszeit unter 0,100 Sekunden liegt, mit sofortiger Disqualifikation. Vor 2003 durfte ein Athlet nach einem Fehlstart erneut starten und riskierte die Disqualifikation erst beim zweiten, von 2003 bis 2009 führte der erste Fehlstart zu einer Verwarnung für das gesamte Feld. Diese Regeln sind für den Wettmarkt relevant, weil Anbieter bei Sprint-Wetten zumeist ein Verfahren anbieten, bei dem Wetten auf den disqualifizierten Athleten als verloren gelten.
Was Märkte in der Diamond League trägt
Die Diamond League trifft sich jedes Jahr an rund 15 Wochenenden. Die Reihen100 m, 200 m, 400 m, 110 m Hürden, 400 m Hürden, 800 m, 1500 m, Hochsprung, Stabhochsprung, Weitsprung, Dreisprung, Kugelstoßen, Diskuswurf, Speerwurf und 5000 m stehen im Programm, ergänzt um Staffeln und gelegentliche Zusatzdisziplinen. Bei Sprint-Wetten zielt die Quote auf den Sieger, das Podium, eine Bestzeit oder eine Reaktionszeit-Linie. Bei Sprung- und Wurfdisziplinen zielt die Quote auf Sieger, Podium, eine Linie (über/unter) und gelegentlich auf die Anzahl gültiger Versuche.
Lizenzierte Anbieter, die Diamond-League-Märkte führen, listen die Disziplinen je nach Wochenende und erweitern das Angebot um Mehrkampf- und Staffel-Wetten, sobald das World-Athletics-Programm bestätigt ist.
Lizenz und Whitelist: Wer Leichtathletik-Wetten annehmen darf
Die GGL ist die zentrale Aufsichtsbehörde für Glücksspiel in Deutschland. Ihre amtliche Whitelist, einsehbar auf der Website der Behörde, führt alle Erlaubnisinhaber mit ihrer Domain, ihrem Sitz und dem Datum der ersten Erlaubnis. Stand 02.10.2026 listet sie 27 Inhaber mit einer Sportwetten-Erlaubnis und drei weitere, die nur Pferdewetten anbieten. Eine .de-Domain allein beweist nichts: Die Whitelist führt ausschließlich die Domains, denen eine Erlaubnis erteilt wurde.
Die Erlaubnis läuft nach § 4c Abs. 1 GlüStV 2021 fünf Jahre. Die Whitelist selbst zeigt nur das Datum der Ersterlaubnis und kein Enddatum. Wer nachschauen will, ob ein Anbieter aktuell eine Erlaubnis hat, öffnet die Whitelist und prüft die Domain.
Eine wichtige Differenzierung: Die Whitelist führt eine Domain und die zugehörige Erlaubnis. Eine Casino-Erlaubnis eines Inhabers ist keine Sportwetten-Erlaubnis. Wer auf Sportwetten.de spielt, spielt unter der Sportwetten-Erlaubnis der NetX Betting Limited; wer auf Leovegas.de spielt, spielt unter der Sportwetten-Erlaubnis der LVSports Limited. Wer auf einer anderen Domain desselben Inhabers spielt, spielt unter einer anderen Erlaubnis. Auch die Slots, Poker oder virtuelle Automatenspiele eines Inhabers sagen nichts über dessen Sportwetten-Erlaubnis aus.
Eine Erlaubnis trägt Pflichten: Der Inhaber muss volljährige Spieler zulassen, die Identität vor der Auszahlung verifizieren, an die Limitdatei LUGAS angeschlossen sein, den Ausschlussregister OASIS abfragen, Einzahlungen nur von Konten mit dem Namen des Spielers annehmen und die Spielergelder auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto halten. Wer ohne diese Erlaubnis anbietet, bietet unerlaubt Glücksspiel an, was nach § 4 Abs. 1 GlüStV 2021 verboten ist. Die GGL warnte am 17. September 2026 ausdrücklich vor Angeboten wie Platincasino, die zwar Steuern zahlen, aber keine deutsche Erlaubnis haben.
Die Rechtsfrage: Was die EuGH-Vorlage zum Tipico-Fall bedeutet
Der Bundesgerichtshof legte dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vor, ob die europäische Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht. Der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € an Verlusten aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt des EuGH, Nicholas Emiliou, hielt es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) grundsätzlich für möglich, dass unlizenzierte Anbieter verlorene Einsätze zurückzahlen müssen, mit einer Ausnahme: Wenn Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen, entfällt dieser Anspruch.
Die Rechtsfrage ist nicht beantwortet, der EuGH hat noch nicht entschieden. Was die Vorlage zeigt: Wer bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis gewettet hat, hat möglicherweise einen Rückzahlungsanspruch. Was die Vorlage nicht zeigt: Dass jeder Anspruch durchgeht, dass die Ausnahme nicht greift, oder dass Gerichte in jedem Fall zugunsten des Spielers entscheiden. Wer heute wettet, sollte einen Anbieter mit deutscher Erlaubnis wählen.
Spielerschutz bei Leichtathletik-Wetten: OASIS, LUGAS und das 1.000-€-Limit
Wer in Deutschland bei einem lizenzierten Anbieter Leichtathletik-Wetten abschließen will, gibt bei der Registrierung persönliche Daten an, die der Anbieter verifiziert: Name, Adresse, Geburtsdatum. Vor der Verifizierung darf ein Anbieter das Spiel für höchstens 72 Stunden mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen erlauben. Nach der Verifizierung ist eine Auszahlung möglich, und der Anbieter führt das Konto unter dem bürgerlichen Namen.
Das Einzahlungslimit über alle Anbieter hinweg
§ 6c Abs. 1 GlüStV 2021 setzt ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 € über alle lizenzierten Anbieter hinweg. Das Limit wird über die Limitdatei LUGAS technisch durchgesetzt: Jede Einzahlung wird gemeldet, jeder Stand ist für jeden Anbieter sichtbar, eine Einzahlung über das gemeinsame Limit hinaus wird abgelehnt. Eine Senkung des Limits gilt sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen.
Ein Anbieter darf für einen Spieler mit nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit ein höheres Limit setzen, bis 10.000 € ohne weitere Voraussetzungen, zwischen 10.000 € und 30.000 € nur, wenn dieser Spieler zu den einen Prozent aktiver Spieler mit nachgewiesener Leistungsfähigkeit gehört. Eine Selbsterklärung reicht nicht. Wer ein höheres Limit will, muss Einkommen, Vermögen oder andere Belege vorlegen, und der Anbieter entscheidet.
OASIS: Der Ausschlussregister und die Selbstsperre
OASIS, das Online-Abfrage-Spielersperrsystem, ist die bundesweite Sperrdatei. Bei der Registrierung und beim Login prüft der Anbieter, ob ein Spieler gesperrt ist. Eine Selbstsperre, die der Spieler selbst beantragt, dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler eine Frist nennt, sonst mindestens ein Jahr. Eine Fremdsperre, die ein Dritter oder ein Anbieter beantragt, dauert mindestens ein Jahr. Eine Aufhebung ist erst nach Ablauf der Frist und nur auf Antrag möglich.
Parallel zum OASIS-Eintrag gilt die Aktivitätsdatei, eine weitere LUGAS-Komponente, die paralleles Spiel bei mehreren Anbietern unterbindet. Wer bei Anbieter A eine Wette platziert, kann nicht gleichzeitig bei Anbieter B eine andere Wette platzieren.
Der Panikbutton und die 24-Stunden-Sperre
§ 6i Abs. 3 GlüStV 2021 sieht einen Panikbutton vor, der eine sofortige 24-Stunden-Sperre auslöst. Wer den Button drückt, kann24 Stunden lang keine Wette platzieren, keine Einzahlung vornehmen und keine Auszahlung anfordern. Die Sperre endet automatisch, ein Antrag ist nicht erforderlich. Wer dauerhaft sperren will, nutzt OASIS.
Diese drei Mechanismen sind bei Offshore-Anbietern nicht aktiv. Wer bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis spielt, hat keinen Zugang zu OASIS und keine LUGAS-getragene Limitdatei. Wer bei einem lizenzierten Anbieter spielt, gibt diese Werkzeuge nicht aus der Hand.
Wettsteuer: Wie die 5,3 % die Quote bei Leichtathletik formen
Die Sportwettensteuer ist in §§ 16 bis 25 RennwLottG geregelt. Sie beträgt 5,3 % und wird auf die Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“ erhoben, also auf ungefähr 5,03 % des gezahlten Betrags (5,3 geteilt durch 105,3). Die Steuer schuldet der Veranstalter der Wette, nicht der Spieler. Ob und wie ein Anbieter die Steuer an den Spieler weitergibt, ist seine Entscheidung und steht in seinen AGB.
Ein Anbieter, der die Steuer nicht weitergeben will, zieht sie direkt von der Quote ab: Aus einer Quote von 2,00 wird eine Quote von 1,90, der Spieler bekommt für jeden Einsatz 1,90-fach ausgezahlt, der Anbieter behält den Rest. Ein Anbieter, der die Steuer weitergeben will, lässt die Quote unverändert und erhebt die Steuer zusätzlich auf den Einsatz: Bei einem Einsatz von 20 € zahlt der Spieler 20 € plus 1,06 € Steuer (5,3 % von 20 €, gerundet), bekommt aber den vollen Gewinn zur Quote 2,00 ausgezahlt. Ein dritter Anbieter erstattet die Steuer teilweise oder vollständig auf Verlustwetten, sodass die effektive Belastung des Spielers sinkt.
Welcher Anbieter die Steuer trägt und welcher sie weitergibt, sagt die AGB des Anbieters. Wer vor einer Wette wissen will, was die Steuer kostet, liest die AGB oder rechnet die effektive Quote selbst aus: Bei einem Anbieter, der die Steuer von der Quote abzieht, ist die effektive Quote die angezeigte Quote multipliziert mit (1 − 5,3 / 105,3), bei 2,00 also 2,00 × 0,9497 ≈ 1,90.
Die Steuer gilt auch für unlizenzierte Anbieter. Wer eine Steuerquittung von einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis vorzeigt, beweist damit nicht, dass der Anbieter eine Erlaubnis hat. Die Steuer ist eine Finanzamtsangelegenheit, die Erlaubnis eine GGL-Angelegenheit, beide schließen sich nicht aus, aber keine ersetzt die andere.
Quoten und Marge: Was eine 1,90 / 1,90 bedeutetWer eine Quote annimmt, akzeptiert die Marge des Anbieters. Die Marge ist die Differenz zwischen 100 % und der Auszahlungsquote. Die Auszahlungsquote eines Marktes mit n Ausgängen ist1 ÷ (1 / Quote₁ + … + 1 / Quoteₙ). Eine Quote von 1,90 gegen 1,90 ergibt eine Auszahlungsquote von 1 ÷ (1 / 1,90 + 1 / 1,90) = 1 ÷ 1,0526 ≈ 95 %, die Marge liegt bei rund 5 %.
Eine Marge von 5 % heißt: Von jedem Euro, der auf diesem Markt gesetzt wird, behält der Anbieter im Durchschnitt 5 Cent und zahlt 95 Cent an die Spieler aus. Diese Größe ist ein statistischer Mittelwert über viele Wetten, keine Garantie für eine einzelne Wette. Bei zwei Ausgängen liegt die Marge üblicherweise zwischen 3 % und 6 %, bei Drei-Wege-Märkten (Sieg / Platz / Dritter) höher, bei Spezialwetten (Bestzeit, Reaktionszeit) noch höher.
Bei einer Siegwette zur Quote 3,50 mit einem Einsatz von 20 € zahlt eine erfolgreiche Wette 20 € × 3,50 = 70 € brutto zurück, der Nettogewinn liegt bei 70 € − 20 € = 50 €. Eine Wette auf Platz mit Quote 1,80 und gleichem Einsatz zahlt 20 € × 1,80 = 36 € zurück, der Nettogewinn liegt bei 16 €. Die Kombiwette multipliziert die Quoten: Eine Kombiwette mit zwei Siegwetten zu2,10 und 3,50 hat eine Gesamtquote von 2,10 × 3,50 = 7,35, ein Einsatz von 10 € zahlt 73,50 € brutto zurück, sofern beide Wetten offen sind.
Cash Out und Livewetten: Was bei laufenden Rennen erlaubt ist
§ 21 Abs. 1 GlüStV 2021 erlaubt feste Quoten auf das Ergebnis eines Ereignisses oder eines Teils davon, sowie auf Vorfälle darin. § 21 Abs. 4 regelt Livewetten: Während eines laufenden Ereignisses sind nur Wetten auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche Komponente erlaubt, sofern solche Ereignisse in dieser Sportart selten sind. Nächster Korb im Basketball ist nicht erlaubt, weil Körbe häufig sind. Nächstes Tor im Fußball ist erlaubt. Bei Leichtathletik ist „nächster Athlet über die Ziellinie“ kein seltenes Ereignis im Sinne der Vorschrift, weil Zieleinläufe schnell aufeinander folgen.
Livewetten auf Leichtathletik sind in Deutschland damit auf das Endergebnis und auf seltene Ereignisse beschränkt. Ein Anbieter, der während eines Sprints Wetten auf das Endergebnis anbietet, hält sich an die Norm. Ein Anbieter, der während eines Sprints Wetten auf den nächsten Läufer über die Ziellinie anbietet, hält sich nicht an die Norm, weil der „nächste Läufer“ kein seltenes Ereignis ist.
Cash Out ist eine Funktion des Anbieters, kein gesetzlicher Begriff. Eine gesetzliche oder GGL-Regel zu Cash Out wurde nicht gefunden. Cash Out ist damit als Funktion des Anbieters zu beschreiben, mit den Regeln, die der Anbieter in seinen AGB festhält. Bei Tipico etwa heißt die Funktion „Tipico Cashout“, bei Betway erscheint das grüne Symbol unter „Meine Wetten“ und erlaubt eine Auszahlung des vollen oder eines Teils des Wettwerts. Welche Wetten cash-out-fähig sind und zu welchem Kurs, sagt der Anbieter.
Die zehn lizenzierten Anbieter im Überblick
Die folgende Tabelle führt zehn Anbieter, deren Sportwetten-Domain auf der GGL-Whitelist vom 02.10.2026 steht. Die Spalte „Erlaubnis seit“ zeigt das Datum der Ersterlaubnis gemäß Whitelist; die Whitelist selbst führt kein Enddatum.
| Anbieter | GGL-Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber | Erlaubnis seit |
|---|---|---|
| LeoVegas (Leovegas.de) | Whitelist-Eintrag; Inhaber LVSports Limited (Malta) | 21.10.2024 |
| MERKUR BETS | Whitelist-Eintrag; Inhaber Merkur Bets Malta Limited | 06.11.2023 |
| Tiptorro (Tiptorro.de) | Whitelist-Eintrag; Inhaber Torro Tec Limited (Malta) | 30.06.2021 |
| Sportwetten.de | Whitelist-Eintrag; Inhaber NetX Betting Limited (Malta) | 19.11.2020 |
| Interwetten (Interwetten.de) | Whitelist-Eintrag; Inhaber Interwetten Gaming Limited (Malta) | 02.11.2020 |
| Tipico (Tipico.de) | Whitelist-Eintrag; Inhaber Tipico Co. Limited | 09.10.2020 |
| Betway (Betway.de) | Whitelist-Eintrag; Inhaber Betway Limited | 09.03.2021 |
| bpremium (Bpremium.de) | Whitelist-Eintrag; Inhaber Ladbrokes (Deutschland) Limited (Malta) | 09.10.2020 |
| Wettarena (Wettarena.de) | Whitelist-Eintrag; Inhaber I.B.C. Sportsbetting Limited (Malta) | 09.10.2020 |
| bet365 (Bet365.de) | Whitelist-Eintrag; Inhaber Hillside (Europe) ENC (Malta) | 09.10.2020 |
Die Tabelle führt nur die Sportwetten-Domain und den Inhaber, wie die Whitelist sie zeigt. Eine Erlaubnis trägt Pflichten zur Identitätsprüfung, zur Limitdatei, zum OASIS-Anschluss und zur Treuhandverwahrung der Spielergelder. Welche dieser Pflichten ein Anbieter im Einzelfall umsetzt, sagt die AGB des Anbieters.
Was die Anbieter im Detail ausmacht
LeoVegas (Leovegas.de)
LeoVegas führt seit dem 21.10.2024 eine Sportwetten-Erlaubnis der GGL. Inhaber ist die LVSports Limited mit Sitz in Malta. Der Anbieter ist im deutschen Markt als Casino-Anbieter gestartet und hat das Sportwetten-Angebot später aufgebaut. Bei Diamond-League-Wochen öffnet er Märkte auf Sprint, Mittelstrecke und Hochsprung, gelegentlich auch auf Mehrkämpfe. Der Anbieter trägt die Sportwettensteuer intern, ohne sie auf die Quote aufzuschlagen.
Für wen der Anbieter passt: Spieler, die Casino und Sportwetten unter einer Lizenz spielen wollen. Wer reine Leichtathletik-Tiefe sucht, findet sie eher bei Tipico oder bet365.
MERKUR BETS
Merkur Bets führt seit dem 06.11.2023 eine Sportwetten-Erlaubnis. Inhaber ist die Merkur Bets Malta Limited. Der Anbieter gehört zur Gauselmann-Gruppe und ist mit stationären Spielstätten in Deutschland verwurzelt, sein Online-Auftritt ist jünger. Bei WM- und EM-Wochen öffnet er Märkte auf alle olympischen Disziplinen, bei Diamond-League-Wochen eine schlankere Auswahl. Die Sportwettensteuer trägt der Anbieter selbst.
Für wen der Anbieter passt: Spieler, die einen stationären Hintergrund schätzen und online denselben Anbieter nutzen wollen. Wer Live-Tiefe sucht, wird sie hier weniger finden.
Tiptorro (Tiptorro.de)
Tiptorro führt seit dem 30.06.2021 eine Sportwetten-Erlaubnis. Inhaber ist die Torro Tec Limited mit Sitz in Malta. Der Anbieter tritt im deutschen Markt unter eigener Marke auf, sein App-Store-Auftritt beschreibt ihn als „behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder“. Die App listet Live-Wetten und vorzeitige Auszahlung als Kernfunktionen.
Für wen der Anbieter passt: Spieler, die eine eigene App suchen und nicht bei den großen Marken spielen wollen. Wer Markttiefe bei Diamond League sucht, ist bei Tipico oder bet365 besser aufgehoben.
Sportwetten.de
Sportwetten.de führt seit dem 19.11.2020 eine Sportwetten-Erlaubnis. Inhaber ist die NetX Betting Limited mit Sitz in Malta. Der Anbieter tritt im deutschen Markt als eigenständige Marke auf, sein Wettprogramm umfasst olympische Disziplinen, Diamond League und Saisonhöhepunkte. Die App ist im Google Play Store und im App Store verfügbar.
Für wen der Anbieter passt: Spieler, die einen weniger bekannten Anbieter mit deutscher Lizenz suchen. Wer auf Marktführer-Wetten steht, findet bei Tipico und bet365 ein dichteres Programm.
Interwetten (Interwetten.de)
Interwetten führt seit dem 02.11.2020 eine Sportwetten-Erlaubnis. Inhaber ist die Interwetten Gaming Limited mit Sitz in Malta. Interwetten gehört zu den älteren europäischen Anbietern, ist aber erst seit 2020 in Deutschland lizenziert. Das Wettprogramm umfasst olympische Disziplinen und Diamond League, gelegentlich auch untere Ligen. Die Sportwettensteuer trägt der Anbieter teilweise.
Für wen der Anbieter passt: Spieler, die einen europäischen Traditionsanbieter suchen. Wer Leichtathletik-spezifische Tiefe sucht, vergleicht das Programm vor der Registrierung.
Tipico (Tipico.de)
Tipico besitzt seit dem 09.10.2020 eine Sportwetten-Erlaubnis, gehalten von der Tipico Co. Limited. Tipico ist im deutschen Markt der bekannteste Sportwetten-Anbieter und hat das dichteste Wettprogramm bei Leichtathletik-Wochen. Die App listet Live-Wetten und „Tipico Cashout“ als Kernfunktionen. Die Sportwettensteuer trägt der Anbieter nach eigener Angabe auf das Wettprogramm und nicht auf den Spieler.
Für wen der Anbieter passt: Spieler, die ein dichtes Wettprogramm und eine verbreitete App suchen. Wer ein niedriges Einzahlungslimit will, ist durch das 1.000-€-Standardlimit ohnehin an die LUGAS-Vorgabe gebunden.
Betway (Betway.de)
Betway führt seit dem 09.03.2021 eine Sportwetten-Erlaubnis. Inhaber ist die Betway Limited. Betway ist international bekannt, hat in Deutschland aber ein etwas schmaleres Programm als die Marktführer. Die App listet „Betway-Cash-Out“ mit einem grünen Symbol unter „Meine Wetten“ und einen Wettkonfigurator für Fußballspiele; für Leichtathletik ist das Programm schmaler als bei Tipico.
Für wen der Anbieter passt: Spieler, die Cash-Out-Funktionen schätzen und Fußball als Hauptsport haben. Bei reiner Leichtathletik ist das Programm dünner als bei Tipico oder bet365.
bpremium (Bpremium.de)
bpremium verfügt seit dem 09.10.2020 über eine Sportwetten-Erlaubnis; Inhaberin ist die Ladbrokes (Deutschland) Limited mit Sitz in Malta. bpremium tritt als deutsche Marke unter dem internationalen Ladbrokes-Dach auf. Das Wettprogramm umfasst olympische Disziplinen, Diamond League und Pferdewetten, weil die Inhaberin auch eine Pferdewetten-Erlaubnis hat. Die AGB, Fassung vom 03.04.2023, regeln die Nutzungsbedingungen im Detail.
Für wen der Anbieter passt: Spieler, die Pferdewetten und Leichtathletik kombinieren wollen. Wer reine Leichtathletik-Tiefe sucht, ist bei Tipico und bet365 besser aufgehoben.
Wettarena (Wettarena.de)
Wettarena ist seit dem 09.10.2020 im Besitz einer Sportwetten-Erlaubnis, ausgestellt für die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Malta. Wettarena tritt im deutschen Markt als eigenständige Marke auf, das Wettprogramm ist auf die olympischen Disziplinen und die Diamond League ausgerichtet. Die AGB regeln die Nutzungsbedingungen im Detail.
Für wen der Anbieter passt: Spieler, die einen mittelgroßen Anbieter mit Lizenz suchen. Bei Markttiefe verliert Wettarena gegen Tipico und bet365.
bet365 (Bet365.de)
bet365 erhielt am 09.10.2020 die Sportwetten-Erlaubnis für die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta. bet365 ist international einer der größten Anbieter und hat das dichteste Programm überhaupt, mit Sonderwetten auf Reaktionszeiten, Bestzeiten und Duelle. Die Sportwettensteuer trägt der Anbieter nach eigener Angabe intern.
Für wen der Anbieter passt: Spieler, die Markttiefe suchen und Sonderwetten schätzen. Wer eine schlanke Oberfläche will, findet sie eher bei Wettarena oder Sportwetten.de.
Wie ein Spieler die Auszahlung berechnet
Bei einer Siegwette zur Quote 3,50 mit einem Einsatz von 20 € ist die Rückzahlung 20 € × 3,50 = 70 €, der Nettogewinn 70 € − 20 € = 50 €. Diese Rechnung gilt für Einzelwetten. Bei einer Kombiwette, die zwei Wetten zu 2,10 und 3,50 kombiniert, ist die Gesamtquote 2,10 × 3,50 = 7,35, ein Einsatz von 10 € zahlt bei einem offenen Ausgang beider Wetten 73,50 € brutto zurück. Verliert eine der beiden Wetten, ist die gesamte Kombiwette verloren.
Bei einer Wette, deren Anbieter die Steuer abzieht, sinkt die effektive Quote. Eine angezeigte Quote von 2,00 wird effektiv zu 2,00 × (1 − 5,3 / 105,3) ≈ 2,00 × 0,9497 ≈ 1,90. Bei einem Einsatz von 50 € zahlt die effektive Quote 50 € × 1,90 = 95 € brutto zurück, statt 100 € bei einer unveränderten Quote von 2,00. Die Differenz ist die Marge, die der Anbieter auf diesem Markt vereinnahmt.
Bei einer Wette auf Podium mit drei Ausgängen zu 1,80 / 1,80 / 1,80 ist die Auszahlungsquote 1 ÷ (1 / 1,80 + 1 / 1,80 + 1 / 1,80) = 1 ÷ 1,6667 ≈ 60 %, die Marge liegt bei rund 40 %. Solche Drei-Wege-Märkte sind margenstärker als Zwei-Wege-Märkte und für den Anbieter lukrativer. Wer solche Märkte wettet, sollte die Quote gegen den Branchendurchschnitt vergleichen.
Wann die Marge eines Marktes das Angebot entscheidet
Bei einer zwei-Wege-Wette zu 1,90 / 1,90 liegt die Marge bei rund 5 %. Bei1,85 / 1,85 liegt sie bei1 ÷ (1 / 1,85 + 1 / 1,85) = 1 ÷ 1,0811 ≈ 92,5 %, die Marge liegt bei rund 7,5 %. Bei 2,00 / 2,00 liegt sie bei 1 ÷ (1,00) = 100 %, was die theoretische Untergrenze ohne Marge ist. Anbieter bieten in der Praxis keine 2,00 / 2,00 an, weil sie keine Marge hätten; die Untergrenze liegt bei zwei-Wege-Märkten real zwischen 1,90 / 1,90 und 1,95 / 1,95.
Diese Marge ist der Preis, den jeder Spieler zahlt, unabhängig vom Ausgang. Bei1.000 € Einsatz über ein Jahr auf Märkten mit 5 % Marge zahlt der Spieler im Mittel 50 € an den Anbieter, ohne eine Wette verloren zu haben. Bei 7,5 % Marge sind es 75 €. Diese Größe ist ein statistischer Mittelwert über viele Wetten, keine Vorhersage über eine einzelne Wette.
Wer als Spieler die Marge drücken will, vergleicht Anbieter vor der Wette. Bei WM- und Diamond-League-Wochen öffnen mehrere Anbieter denselben Markt, und die Quoten variieren um 0,05 bis 0,10. Bei einer Quote von 1,90 statt 1,85 liegt die Marge um 2,5 % niedriger, was bei großen Einsatzvolumen spürbar ist.
Welche Live-Märkte erlaubt sind und welche nicht
§ 21 Abs. 4 GlüStV 2021 erlaubt Live-Wetten während eines laufenden Ereignisses nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche Komponente, sofern solche Ereignisse in dieser Sportart selten sind. Bei Sprint-Wetten ist „nächster Läufer über die Ziellinie“ ein häufiges Ereignis und damit nicht erlaubt. Bei Mittelstrecken-Wetten ist „nächster Läufer über die Ziellinie“ ebenfalls häufig. Bei Marathon-Wetten mit großen Abständen ist „nächster Läufer über die Ziellinie“ seltener und kann erlaubt sein.
Die GGL führt keine Liste erlaubter Live-Märkte, sondern prüft im Einzelfall. Lizenzierte Anbieter öffnen während laufender Sprint-Wetten typischerweise keine Live-Märkte auf Reihenfolge oder Reaktionszeit, sondern nur das Endergebnis. Wer eine Live-Wette auf eine bestimmte Komponente sehen will, prüft die AGB des Anbieters oder die Liste offener Wetten während des Rennens.
Wer über die Diamond League wettet, spielt im Saisonkalender
Die Diamond League trifft sich zwischen Mai und September an rund 15 Wochenenden. Wer Leichtathletik-Wetten schätzt, wettet vor allem in diesen Wochen. Außerhalb der Saison sinkt das Wettprogramm, weil keine Meetings stattfinden; Leichtathletik-Wochen werden dann von der WM, der EM und unteren Ligen getragen.
Die WM-Leichtathletik findet seit 1991 alle zwei Jahre statt. Die letzte WM war 2025 in Tokio, die nächste WM ist 2027. Die EM-Leichtathletik folgt einem eigenen Rhythmus, zuletzt 2024 in Rom. Wer vor einem Wettjahr planen will, prüft den World-Athletics-Kalender und gleicht ihn mit dem Wettprogramm der Anbieter ab.
Was Spieler bei Mehrkampf-Wetten beachten
Mehrkämpfe kombinieren Disziplinen aus Lauf, Sprung, Stoß und Wurf, das Gehen ausgenommen. Beim Zehnkampf der Männer und beim Siebenkampf der Frauen tragen die Athleten an zwei oder drei Tagen zehn beziehungsweise sieben Disziplinen aus. Anbieter bieten Wetten auf den Gesamtsieger, auf den Sieger einer Teildisziplin und gelegentlich auf Punktelinien („über 8.500 Punkte“).
Wer eine Mehrkampf-Wette platziert, sollte den Zeitplan kennen. Die Punkte aus dem ersten Tag entscheiden den Ausgang des zweiten Tages; wer auf den Gesamtsieger wettet, ohne die Halbzeitstände zu kennen, wettet auf eine Vorhersage über zwei Tage. Anbieter erlauben Live-Wetten während Mehrkämpfen nur eingeschränkt, weil die Disziplinvielfalt den Live-Markt unübersichtlich macht.
Wann ein Anbieter Cash Out anbietet und wann nicht
Cash Out ist eine Funktion des Anbieters, die einen vorzeitigen Verkauf der Wette erlaubt. Der Anbieter berechnet den Wert der Wette zu einem Zeitpunkt und zahlt ihn aus, bevor das Ereignis endet. Bei Tipico heißt die Funktion „Tipico Cashout“, bei Betway erscheint sie unter „Meine Wetten“ mit einem grünen Symbol.
Eine gesetzliche oder GGL-Regel zu Cash Out wurde nicht gefunden. Cash Out ist damit eine reine Anbieter-Funktion, deren Modalitäten in den AGB stehen. Anbieter behalten sich vor, Cash Out bei Live-Wetten oder risikoreichen Wetten einzuschränken, den Wert neu zu berechnen, wenn sich die Marktbedingungen ändern, oder Cash Out während kritischer Phasen auszusetzen.
Wer Cash Out nutzt, sollte die Marge beachten, die der Anbieter auf den Cash-Out-Wert aufschlägt. Der ausgezahlte Wert liegt fast immer unter dem fairen Wert der Wette, der Anbieter zieht eine Gebühr ab. Wer die Funktion als Werkzeug sieht, akzeptiert diese Gebühr; wer sie als Ausweg aus einer verlustreichen Wette sieht, sollte den Wert prüfen, bevor er verkauft.
Welche Sportwetten-Werbung erlaubt ist
§ 5 Abs. 3 Satz 1 GlüStV 2021 verbietet Werbung für Slots, Online-Poker und Online-Casinospiele zwischen 06:00 und 21:00 Uhr. Diese Werbezeitenbeschränkung gilt ausdrücklich nicht für Sportwetten. Wer also abends Sportwetten-Werbung sieht, sieht sie innerhalb der zulässigen Zeiten.
§ 5 Abs. 3 Satz 1 verbietet zusätzlich Werbung für Wetten auf ein Ereignis unmittelbar vor oder während seiner Live-Übertragung in diesem Kanal. Wer während einer Live-Übertragung eines Sprints Werbung für eine Wette auf diesen Sprint sieht, sieht verbotene Werbung. § 5 Abs. 3 verbietet Werbung mit aktiven Sportlern oder Funktionsträgern; § 5 Abs. 6 verbietet Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz.
Diese Regeln sind Werberegeln, keine Wetterregeln. Sie schränken nicht die Wette ein, sondern die Werbung dafür. Werbung darf nur von Inhabern einer Erlaubnis gemacht werden (§ 5 Abs. 7). Ein Anbieter ohne Erlaubnis darf in Deutschland nicht für Sportwetten werben.
Was Offshore-Anbieter von lizenzierten unterscheidet
Ein Offshore-Anbieter hat eine Lizenz in Curaçao, Anjouan oder Malta, aber keine deutsche Erlaubnis. Die Lizenz ist im jeweiligen Land gültig, in Deutschland nicht. Die GGL warnt vor solchen Angeboten und nennt Platincasino beispielhaft.
Ein Offshore-Anbieter nimmt höhere Einzahlungen an, weil er nicht an LUGAS gebunden ist. Er zieht OASIS nicht zurate, weil er nicht an OASIS angeschlossen ist. Er verifiziert Spieler weniger streng, weil er nicht zur Identitätsprüfung verpflichtet ist. Er schützt Spielergelder weniger, weil er keine Treuhandverpflichtung hat. Er wirbt aggressiver, weil er nicht an das deutsche Werberecht gebunden ist.
Wer bei einem Offshore-Anbieter wettet, kann im Streitfall nicht die GGL anrufen, sondern muss sich an die ausländische Lizenzbehörde wenden. Wer eine gewinntlige Wette platzieren will, sollte prüfen, ob die Lizenz des Anbieters die Auszahlung garantiert; eine Auszahlungsgarantie steht in keiner ausländischen Lizenz automatisch.
Die Rechtsfrage, ob ein Offshore-Anbieter verlorene Einsätze zurückzahlen muss, ist offen. Der BGH hat sie dem EuGH vorgelegt; der Generalanwalt hat sie grundsätzlich bejaht. Eine endgültige Entscheidung steht aus. Wer heute wettet, geht dieses Risiko nicht ein, wenn er einen Anbieter mit deutscher Erlaubnis wählt.
Welche Zahlungsmethoden bei lizenzierten Anbietern verfügbar sind
§ 6b Abs. 4 GlüStV 2021 erlaubt nur Zahlungen von Konten, die auf den Namen des Spielers lauten und bei einem Institut bestehen, das dem Geldwäschegesetz unterliegt. Anonyme Zahlungsmittel sind nicht erlaubt. Kryptowährungen und anonyme Prepaid-Karten sind damit ausgeschlossen.
Welche konkreten Zahlungsmethoden ein Anbieter anbietet, sagt seine AGB. Lizenzierte Anbieter akzeptieren typischerweise Überweisung, SEPA-Lastschrift, Kreditkarte und giropay; einige akzeptieren PayPal, einige Klarna, einige paysafecard, sofern die Karte auf den Namen des Spielers registriert ist. Anonyme Prepaid-Karten sind ausgeschlossen.
Wer mit Karte zahlt, gibt Kartendaten und Karteninhaber an; der Anbieter gleicht den Karteninhaber mit dem Kontoinhaber ab. Wer mit Überweisung zahlt, gibt IBAN und BIC an; der Anbieter prüft, ob das Konto auf den Namen des Spielers läuft. Wer mit Krypto zahlt, wird abgewiesen.
Welche Spieler bei Wettkampf-Wochen beachten
Wettkampf-Wochen sind Wochen mit WM, EM oder Diamond-League-Endspielen. In diesen Wochen öffnen Anbieter ihr Leichtathletik-Programm auf das Maximum: alle Disziplinen, alle Wettarten, Live-Wetten auf den Endergebnis, gelegentlich auch Live-Wetten auf das nächste Ereignis, wenn die GGL es erlaubt.
Wer in einer Wettkampf-Woche wettet, sollte die Quoten vor der Wette vergleichen, weil die Anbieter in diesen Wochen am stärksten um Marktanteile konkurrieren. Wer eine Live-Wette während eines Rennens platzieren will, sollte prüfen, ob der Anbieter den Markt gerade offen hat, weil Live-Märkte bei Leichtathletik nur eingeschränkt verfügbar sind.
Häufige Fragen zu Leichtathletik-Wetten in Deutschland
Bei welchen Anbietern ist eine Wette auf Leichtathletik in Deutschland erlaubt, und was zeigt die GGL-Whitelist?
Erlaubt sind Wetten nur bei Anbietern, deren Sportwetten-Domain auf der amtlichen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) geführt wird. Die Whitelist ist auf der Website der Behörde einsehbar und enthält Domain, Inhaber und Datum der Ersterlaubnis. Eine .de-Domain allein beweist keine Erlaubnis, nur die Whitelist.
Welche Wettarten gibt es bei Leichtathletik, etwa Sieger eines Laufs, Podium oder Duelle?
Üblich sind Siegwetten auf den Sieger eines Laufs oder einer Disziplin, Podium-Wetten auf die Plätze eins bis drei, Duell- und Head-to-Head-Wetten auf zwei Athleten, Linienwetten auf Zeiten oder Weiten, Wetten auf den Sieger eines Mehrkampfs und Bestleistungs-Wetten auf Feldbestwerte. Spezialwetten auf Reaktionszeiten oder Versuchsanzahl sind seltener und anbieterabhängig.
Sind Livewetten während eines Laufs möglich, wenn nur das Endergebnis oder seltene Ereignisse zulässig sind?
Livewetten während eines Sprints sind nur auf das Endergebnis erlaubt, weil „nächster Läufer über die Ziellinie“ kein seltenes Ereignis im Sinne von § 21 Abs. 4 GlüStV 2021 ist. Bei Marathon-Läufen mit großen Abständen kann „nächster Läufer über die Ziellinie“ seltener und damit erlaubt sein. Die GGL führt keine Liste erlaubter Live-Märkte, sondern prüft im Einzelfall.
Wie berechnet sich die Auszahlung bei einer Siegwette zur Quote 3,50 und einem Einsatz von 20 €?
Die Auszahlung ist Einsatz × Quote, also 20 € × 3,50 = 70 € brutto. Der Nettogewinn ist 70 € − 20 € = 50 €. Bei einer Kombiwette mit zwei Ausgängen zu 2,10 und 3,50 ist die Gesamtquote 2,10 × 3,50 = 7,35, ein Einsatz von 10 € zahlt 73,50 € brutto zurück, sofern beide Wetten offen sind.
Wie wirken sich das Einzahlungslimit von 1.000 € im Monat und OASIS auf Wetten bei Leichtathletik aus?
Das Einzahlungslimit gilt über alle Anbieter hinweg und wird über die Limitdatei LUGAS technisch durchgesetzt. OASIS sperrt Spieler, die sich selbst gesperrt haben oder gesperrt wurden. Beide Mechanismen greifen nur bei Anbietern mit deutscher Erlaubnis; bei Offshore-Anbietern gelten sie nicht. Wer1.000 € im Monat einzahlt, kann keine weiteren Einzahlungen vornehmen, auch wenn die Sportwetten- oder Diamond-League-Woche noch läuft.
Sportarten – wettenzahlungen
Inhalt erstellt vom Team «wettenzahlungen»
