Wer in Deutschland auf die Nations League wetten will: zehn lizenzierte Anbieter im Vergleich
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Stand: Oktober 16, 2026 · Geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL)

Die UEFA Nations League ist das Länderspielturnier, das in jeder Saison zwischen den großen Pflichtspielen auftaucht — Hin- und Rückspiel in Vierergruppen, Viertelfinale der Liga A, Endrunde mit Halbfinale und Finale. Wer darauf in Deutschland wetten will, kann es nur bei Anbietern mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis tun, und die Erlaubnis steht auf einer amtlichen Liste, der Whitelist der GGL. Wer die Liste öffnet, sieht etwa dreißig Einträge, davon 27 mit einer Sportwetten-Erlaubnis. Zehn davon stehen in diesem Vergleich. Was sie unterscheidet, ist nicht die Lizenz, sondern was sie daraus machen: welche Quoten sie auf ein Spiel stellen, wie tief ihr Wettprogramm in die Nations League hineingeht, wie sie Livewetten handhaben, und was ihre Bonusbedingungen von einem Spieler verlangen, der sie annimmt.
Die Seite arbeitet in dieser Reihenfolge: zuerst die Frage, wie man aus Form, Aufstellung und Reisebelastung überhaupt eine lesbare Prognose baut, dann das Turnierformat mit seinen Ligen A bis D, dann der Vergleich der zehn Anbieter mit einer Tabelle zum Status auf der Whitelist, danach die Rechtslage in Deutschland, dann Spielerschutz, dann die Rechenwege hinter Quote und Steuer, am Ende die häufig gestellten Fragen.
Wie eine Prognose für ein Länderspiel entsteht — und warum sie trotzdem nur ein Versuch bleibt
Eine Wett-Prognose zur Nations League ist eine begründete Erwartung, kein Tipp mit Anspruch auf Treffer. Drei Bausteine tragen sie: die aktuelle Form der Mannschaft, die voraussichtliche Aufstellung, die Reisebelastung. Wer das übliche Länderspiel-Spielschema kennt, weiß, wie schnell die Bausteine altern. Ein Nationaltrainer wechselt nach einem 1:1 gegen Ungarn gleich drei Spieler aus, ein Verein lässt einen Leistungsträger nicht reisen, ein Spiel wird im dritten Land innerhalb von sechs Tagen ausgetragen. Die Nations League ist ein Mosaik aus kleinen Stichproben — vier Spiele im September, zwei im Oktober, zwei im November, dazu im März und Juni. Jede Stichprobe ist ein eigener Datenpunkt, und jede ist dünn.

Form heißt in dieser Disziplin: Wie hat die Mannschaft die letzten vier Pflichtspiele bestritten, mit welcher Tordifferenz, mit welchen Torchancen, mit welchen Gegentoren aus Standards. Die übliche Quelle dafür sind Länderspielstatistiken, die ein Buchmacher ohnehin im Wettprogramm führt. Die Form allein trägt nicht, weil Länderspiele anders verteilt sind als Vereinsspiele. Ein Spieler kommt mit 60 Pflichtspielen im Verein in ein Nationalteam-Spiel, in dem er mit sieben anderen aus einem anderen Verein verteidigen muss. Was in der Vereinsmaschine eine Selbstverständlichkeit ist, wird im Nationalteam zum Risiko.
Aufstellung heißt: Wer spielt wirklich. Bei Länderspielen ist das die größte Unsicherheit. Trainer geben ihren Kader oft erst am Tag vor dem Spiel bekannt, Verletzungen sickern durch, Vereine bestehen auf Schutz für Spieler vor wichtigen Vereinsspielen. Eine Prognose, die sich auf Spieler stützt, die gar nicht spielen, ist bereits tot, bevor das Spiel anfängt. Wer sich auf die Aufstellung verlässt, sollte die letzte Pressekonferenz lesen und nicht die Statistik vom letzten Spiel.
Reisebelastung ist der Baustein, an dem die meisten Prognosen scheitern, weil niemand ihn gewichtet. Eine Mannschaft, die am Freitag in Madrid spielt und am Montag in Tallinn, hat ein anderes Spiel vor sich als eine, die zu Hause bleibt. Ruhe nach dem Spiel ist rarer als Ruhe vor dem Spiel, und Ruhe zwischen den Spielen ist rarer als beides. Die Nations League packt Spiele in kurze Fenster — wer die Reisedaten ignoriert, prognostiziert ein anderes Spiel als das, das stattfindet.
Dann die Quote. Die Quote ist keine Wahrscheinlichkeit, sie ist ein Preis, den der Buchmacher für das Risiko zahlt, das er übernimmt. Eine Quote von 2,10 auf Heimsieg heißt: 100 € Einsatz zahlen 210 € zurück, wenn die Heimmannschaft gewinnt, Gewinn 110 €. Was die Quote über die Wahrscheinlichkeit sagt, ist die Marge, die der Buchmacher einbaut — der Anteil, der nicht ausgezahlt wird. Bei einer 1X2-Heimsieg/Unentschieden/Auswärtssieg-Reihe von 2,10 / 3,40 / 3,60 liegt der Auszahlungsanteil bei rund 93 %, die Marge also bei rund 7 %. Wer mit Quoten arbeitet, sollte wissen, dass die Marge überall eingebaut ist, auch in der Quote, die ihm am attraktivsten erscheint.
Dann die Bankroll. Bankroll-Disziplin heißt: ein festes Budget, ein fester Anteil pro Wette, niemals nachsetzen, niemals eine Wette erhöhen, um einen Verlust zurückzuholen. Üblich sind ein bis drei Prozent der Bankroll pro Wette. Wer zehn Prozent setzt, ist nach zehn verlorenen Wetten aus dem Spiel. Die Disziplin klingt langweilig, sie ist der einzige Schutz, den es gibt. Sie schützt nicht davor, dass die Prognose falsch liegt — sie schützt davor, dass eine falsche Prognose das gesamte Budget frisst.
Was eine Prognose nicht kann: das Ergebnis vorhersagen. Wer behauptet, er wisse, wer gewinnt, behauptet mehr, als ein Mensch wissen kann. Länderspiele haben eine niedrigere Torquote als Vereinsspiele, sie haben mehr Unentschieden, sie haben häufiger späte Tore, und sie reagieren empfindlicher auf eine einzelne Aktion als jede andere Wettkategorie. Wer eine Länderspielprognose liest, liest eine Hypothese, kein Urteil.
Die UEFA Nations League als Wettkalender: was das Turnier dem Buchmacher gibt
Die UEFA wurde am 27. März 2014 auf dem Kongress in Astana als Wettbewerb beschlossen, die Erstaustragung lief 2018/19. Heute spielen 55 Mitgliedsverbände in vier Ligen, Liga A bis D, in Gruppen mit drei oder vier Teams, Hin- und Rückspiel, und seit 2020/21 gibt es 14 Gruppen. Die Sieger der Liga A spielen am Ende der Saison in einer Endrunde, dem Final Four, seit 2024/25 mit einem vorgeschalteten Viertelfinale. Die Endrunde 2024/25 fand in Deutschland statt, Portugal gewann das Finale gegen Spanien 2:2 nach Verlängerung, 5:3 im Elfmeterschießen — der zweite Titel nach 2018/19, beide Rekord für Portugal.
Was dem Buchmacher die Nations League gibt, ist ein dichtes Programm in einem engen Zeitfenster. Zwischen September und November fallen in jeder Länderspielpause vier bis sechs Gruppenspieltage an, dazu im März und Juni die zweite Hälfte. In den Wochen dazwischen gibt es Vereinsspielrunden, Champions League, nationale Ligen. Die Nations League unterbricht den Rhythmus, und sie unterbricht ihn mit Spielen, die schwerer zu prognostizieren sind als jedes Ligaspiel, weil die Stichproben klein sind und die Mannschaften sich je nach Gegner neu erfinden.
Welche Wettmärkte ein Anbieter auf die Nations League stellt, ist seine Sache. Üblich sind die üblichen Fußballmärkte: 1X2 (Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg), Doppelte Chance, Über/Unter Tore, Handicap, Genaues Ergebnis, Halbzeit/Endstand, beide Mannschaften treffen, Torschützen. Hinzu kommen kombinierte Wetten, die zwei oder mehr Auswahlen aus einem Spiel bündeln. Wie tief das Wettprogramm geht, hängt vom Anbieter ab. Manche listen 80 Märkte pro Spiel, manche 20. Welcher Anbieter den Katalog ernst nimmt, zeigt sich an Spielen der Liga A gegen Ende der Gruppenphase — dort, wo auch Asien und Amerika zuschauen.
Die Ergebnisse der Nations League haben über das Turnier hinaus eine Funktion: Sie dienen als Setzliste für die EM- und WM-Qualifikation. Für die EM-Qualifikation werden drei Startplätze über Play-offs vergeben, die auf der Nations League basieren. Wer das Turnier ernst nimmt, nimmt diese Play-offs ernst, und wer die Play-offs ernst nimmt, nimmt die Gruppenphase ernst. Genau das ist der Grund, warum die Buchmacher die Nations League als eigenen Wettkalender führen, nicht als Anhängsel der EM-Qualifikation.
Lizenzierte Wettanbieter für die Nations League in Deutschland
Eine Wette auf die Nations League ist in Deutschland nur bei Anbietern mit einer Sportwetten-Erlaubnis nach § 9a GlüStV 2021 zulässig. Der Nachweis läuft über die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, Stand der Liste 02.10.2026. Die folgende Tabelle ordnet die zehn Anbieter ein, die in diesem Vergleich stehen, mit dem Inhaber, den die Whitelist nennt, und dem Datum der ersten Erlaubnis. Die Whitelist führt keine Enddaten.
| Anbieter | Whitelist-Status (Inhaber) | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|
| bet-at-home | GGL Whitelist — Bet-at-home.com Internet Limited | 02.11.2020 |
| bpremium | GGL Whitelist — Ladbrokes (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| bet365 | GGL Whitelist — Hillside (Europe) ENC | 09.10.2020 |
| DAZN Bet | GGL Whitelist — DZBT Operations Limited | 22.08.2023 |
| Interwetten | GGL Whitelist — Interwetten Gaming Limited | 02.11.2020 |
| Sportingbet | GGL Whitelist — Sportingbet (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| ODDSET | GGL Whitelist | 18.11.2020 |
| 888sport | GGL Whitelist | 30.06.2021 |
| Wettarena | GGL Whitelist | 09.10.2020 |
| AdmiralBet | GGL Whitelist | 09.10.2020 |
Die Tabelle sagt, wer eine Erlaubnis hat und seit wann. Sie sagt nicht, wie tief ein Anbieter in das Wettprogramm der Nations League geht, wie seine Quoten aussehen, wie er mit Livewetten umgeht und was seine Bonusbedingungen kosten. Diese Punkte stehen in den folgenden Abschnitten zu jedem Anbieter, in der Reihenfolge der Tabelle.
bet-at-home
Whitelist-Inhaber für Bet-at-home.de ist die Bet-at-home.com Internet Limited, die Sportwetten-Erlaubnis der Whitelist stammt vom 02.11.2020, eine Folgeerlaubnis vom 22.12.2022. Daneben führt die Whitelist für denselben Anbieter eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 28.12.2022. Eine Sportwetten-Erlaubnis ist nicht automatisch auch eine Erlaubnis für andere Glücksspiele, und die Folgeerlaubnis ersetzt die erste nicht zwingend — sie verlängert sie.
Was bet-at-home auf die Nations League stellt, hängt vom Spiel ab. Die übliche Bandbreite eines etablierten europäischen Anbieters reicht von 1X2 und Über/Unter Tore bis zu asiatischem Handicap, Halbzeit/Endstand, Torschützen und kombinierten Wetten. Wie tief der Katalog geht, ist auf der Angebotsseite zu prüfen, nicht in der Whitelist.
Der Wert des Anbieters für einen Spieler, der die Nations League regelmäßig spielen will, liegt in der Beständigkeit. Wer ein Konto führt, weiß, was er bekommt, und ändert es nicht von Spieltag zu Spieltag. Was den Anbieter weniger attraktiv macht, sind Bonusaktionen, die oft an höhere Umsatzfaktoren gebunden sind als bei Wettbewerbern. Wer den Bonus annimmt, sollte die Umsatzbedingung lesen, bevor er die Einzahlung macht.
bpremium
Whitelist-Inhaber für bpremium ist die Ladbrokes (Deutschland) Limited (Unit 6, St Business Centre, 120 The Strand, Gzira, Malta, Registernummer C92799). Die Erlaubnis für Sportwetten wurde erstmals am 09.10.2020 erteilt; eine Folgeerlaubnis ist seit dem 21.12.2022 registriert. Die Nutzungsbedingungen des Anbieters sind auf den 03.04.2023 datiert.
Die Marke bpremium gehört zur Entain-Gruppe, die auch Sportingbet und Ladbrokes international betreibt. Was das für den Spielalltag heißt, hängt von der Produktlinie ab. Eigenständige Marken teilen sich üblicherweise Wettprogramm und Quoten, halten aber Bonusstrukturen und Treueprogramme auseinander. Wer die eine Marke kennt, kennt die andere nicht automatisch.
Der Vorteil von bpremium ist die Konzentration auf den deutschen Markt mit einer kleineren, klar geführten Produktpalette. Wer keinen Wert auf ein riesiges Wettprogramm legt, sondern auf ein überschaubares, hat hier einen ruhigeren Einstieg. Wer ein tieferes Programm sucht, etwa für asiatische Handicap-Linien oder Spezialmärkte auf einzelne Spieler, ist bei den größeren Anbietern besser aufgehoben.
bet365
Whitelist-Inhaber für bet365 ist die Hillside (Europe) ENC (Sitz in Ta’Xbiex, Malta). Die Sportwetten-Erlaubnis der GGL datiert vom 09.10.2020, ergänzt durch eine Folgeerlaubnis vom 27.12.2022. bet365 deckt das Wettprogramm der Nations League durchgängig von der Gruppenphase bis zum Viertelfinale ab – bei Top-Spielen mitunter in großer Breite, wobei über 100 Wettmärkte pro Partie keine Seltenheit darstellen.
Was bet365 von anderen abhebt, ist die Verbindung von Wettprogramm und Live-Funktionen. Cash Out, also die vorzeitige Auszahlung eines Wettscheins, gehört seit Jahren zum Standard, ergänzt um einen Konfigurator für Spielerwetten, mit dem sich mehrere Auswahlen aus einem Spiel zu einer Wette bündeln lassen. Hinzu kommen Live-Streams, die das Angebot an Beobachtbarkeit erhöhen, das ein Spieler zur Verfügung hat, wenn er auf ein laufendes Spiel wetten will.
Der Preis für das tiefe Programm ist die Komplexität. Ein Einsteiger, der sich auf 1X2 und Über/Unter beschränkt, findet sich zurecht; wer das Konfigurator-Angebot nutzen will, braucht Einarbeitung. Wer bereit ist, sich einzuarbeiten, bekommt für die Nations League einen der vollständigsten Wettkalender im lizenzierten Markt. Wer nicht bereit ist, ist mit einem kleineren Anbieter besser bedient.
DAZN Bet
Whitelist-Inhaber für DAZN Bet ist die DZBT Operations Limited mit Sitz in Zebbug, Malta. Die GGL führt die Sportwetten-Erlaubnis seit dem 22.08.2023 — der Anbieter ist damit der jüngste in diesem Vergleich, gemessen am Datum der ersten Erlaubnis. Der Markenname verweist auf die DAZN-Gruppe, deren Kerngeschäft die Sportübertragung ist.
Was DAZN Bet von anderen abhebt, ist die Nähe zu einem Sportrechtekonzern, der ohnehin Spiele überträgt. Die Verbindung ist operativ: Wer ein Konto führt, kann dieselben Spiele sehen, auf die er wettet, was insbesondere für Livewetten einen Unterschied macht. Die Quoten selbst sind nicht notwendig besser oder schlechter als bei Wettbewerbern, und das Wettprogramm ist im Aufbau.
Der Wert für einen Spieler liegt in der Verzahnung. Wer bereits DAZN nutzt, findet hier einen Weg, beides an einem Ort zu haben. Wer DAZN nicht nutzt, hat davon keinen Vorteil und sollte die Quoten mit anderen Anbietern vergleichen, bevor er ein Konto eröffnet.
Interwetten
Whitelist-Inhaber für Interwetten.de ist die Interwetten Gaming Limited mit Sitz in Sliema, Malta. Die Whitelist führt die Erlaubnis ohne konkretes Erstdatum in den hier ausgewerteten Quellen, eine Folgeerlaubnis datiert auf 27.12.2022. Interwetten gehört zu den Anbietern mit langer Marktpräsenz im deutschsprachigen Raum, die Lizenz in Deutschland lief nach der Neuordnung des Glücksspielstaatsvertrags 2021 weiter.
Das Wettprogramm auf die Nations League folgt dem üblichen Standard, mit einer überschaubaren Tiefe. Der Vorteil des Anbieters liegt in der Übersichtlichkeit der Seite und der Geschwindigkeit des Wettscheins, was für Livewetten ein eigenes Argument ist. Wer viele Wetten pro Spieltag setzt, merkt den Unterschied.
Der Nachteil ist die fehlende Breite bei Spezialmärkten. Wer asiatisches Handicap in mehreren Linien sucht oder Torschützen-Wetten mit kombinierten Auswahlen, ist bei größeren Anbietern besser aufgehoben. Wer ein klares, schnelles Produkt sucht, ist hier richtig.
Sportingbet
Whitelist-Inhaber für Sportingbet ist die Sportingbet (Deutschland) Limited. Die entsprechende Sportwetten-Erlaubnis wurde am 09.10.2020 erteilt und am 21.12.2022 in einer Folgeerlaubnis bestätigt. Die Marke ist Teil der Entain-Gruppe, die auch bpremium betreibt; operativ werden beide Marken jedoch getrennt geführt.
Das Wettprogramm enthält einen Konfigurator für Spielerwetten sowie Live-Wetten, dazu Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Handball, Darts und Snooker als feste Kategorien. Für die Nations League heißt das: ein vollständiges 1X2-Angebot, dazu Handicap, Über/Unter, beide Teams treffen, und kombinierte Wetten über den Konfigurator. Wie tief der Anbieter in Spezialmärkte geht, ist auf der Angebotsseite zu prüfen.
Der Wert von Sportingbet liegt in der Verbindung aus breitem Wettprogramm und Konfigurator-Funktion. Wer auf einzelne Spieler wetten will, hat hier ein Werkzeug, das nicht jeder Anbieter in der gleichen Form führt. Wer den Konfigurator nicht nutzt, hat davon keinen Vorteil.
ODDSET
Whitelist-Inhaber für Oddset.de ist die ODDSET Sportwetten GmbH, eine Tochter der Lotto-Toto GmbH. Das Regierungspräsidium Darmstadt erteilte mit Bescheid vom 15.12.2022 die Erlaubnis für Sportwetten im Internet und im stationären Vertrieb. Die Aufsicht liegt bei der GGL in Halle (Saale). ODDSET ist der Anbieter mit der längsten Geschichte im deutschen staatlichen Glücksspiel, die Marke steht für die Verbindung mit den Landeslotteriegesellschaften.
Was ODDSET von anderen unterscheidet, ist die Verankerung in der staatlichen Lotto-Infrastruktur. Wer ODDSET in einer Annahmestelle nutzt, zahlt bar, was im Onlinebereich keine Rolle spielt. Online bietet ODDSET das Wettprogramm in der üblichen Breite, mit der Tendenz zu konservativeren Märkten. Tiefe in Spezialwetten ist nicht die Stärke des Anbieters, Zuverlässigkeit und Übersicht schon.
Für Spieler, die einen konservativen Anbieter mit klaren Regeln suchen, ist ODDSET eine Alternative zu den internationalen Marken. Wer ein vollständiges Wettprogramm für die Nations League auf einem Konto haben will, findet es hier, in der Regel mit weniger Auswahl pro Spiel als bei bet365 oder Sportingbet.
888sport
Whitelist-Inhaber für 888sport ist die 888 Germany Limited, die zur 888 Holdings PLC (Sitz in Gibraltar; börsennotiert seit 2005) gehört. Die GGL-Erlaubnis für Sportwetten stammt vom 30.06.2021, eine Folgeerlaubnis vom 15.12.2022. 888sport hat in den letzten Jahren das eigene Angebot für Sportwetten sukzessive erweitert.
Das Wettprogramm folgt dem Marktstandard, mit 1X2, Handicap, Über/Unter, beide Teams treffen, kombinierten Wetten. Was 888sport auszeichnet, ist die Verbindung mit dem Casino-Bereich der Gruppe, was für reine Sportwettenspieler keine Rolle spielt und für sieben Gelegentlich-Nutzer, die Sport und Casino mischen, ein Bonusangebot eröffnen kann.
Der Wert für einen reinen Nations-League-Spieler ist überschaubar, sofern das Casino-Programm nicht interessiert. Wer beides spielt, hat einen kombinierten Vorteil. Wer ausschließlich auf Fußball wettet, vergleicht die Quoten mit den Marktführern, bevor er sich entscheidet.
Wettarena
Whitelist-Inhaber für Wettarena ist die I.B.C. Sportsbetting Limited (Sitz in Sliema, Malta; Adresse laut AGB: 20, Lyons Range Court Flat Nru.1 Triq Bisazza, Sliema SLM 1640). Die behördliche Erlaubnis ist seit dem 09.10.2020 gültig und wurde am 15.12.2022 in einer Folgeerlaubnis erweitert. Die Zugehörigkeit zur GVC-Gruppe schafft Verbindungen zu anderen Marken im lizenzierten deutschen Markt, die sich jedoch nicht im täglichen Spielalltag niederschlagen.
Das Wettprogramm deckt die üblichen Fußballmärkte ab, mit einer kleineren Auswahl pro Spiel als bei den größeren Anbietern. Der Vorteil des Anbieters liegt in der Übersichtlichkeit und in der Beständigkeit der Quoten, was für Spieler zählt, die regelmäßig auf wenige Märkte setzen.
Wer ein vollständiges Programm für die Nations League auf einem Konto haben will, ist mit Wettarena nicht schlecht bedient, findet aber bei den größeren Anbietern mehr Auswahl pro Spiel. Der Anbieter ist eine Alternative für Spieler, die das Programm nicht ausreizen.
AdmiralBet
Whitelist-Inhaber für Admiralbet ist die Greentube Betting Malta Limited (Novomatic-Gruppe). Die Sportwetten-Erlaubnis der GGL datiert vom 09.10.2020, mit Folgeerlaubnissen vom 13.12.2022 sowie 29.07.2024, was AdmiralBet zum Anbieter mit den jüngsten Folgebewilligungen in diesem Vergleich macht. Eine separate Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de liegt seit dem 28.09.2022 vor.
Was AdmiralBet auszeichnet, ist die Verbindung zur Novomatic-Gruppe, deren Kern das Automatenspiel ist. Für reine Sportwettenspieler spielt das keine Rolle, für Spieler, die Sportwetten und Automatenspiele mischen, ist die Kombination ein Argument. Das Wettprogramm auf die Nations League folgt dem Standard, mit der Tendenz zu einem etwas schmaleren Fußball-Katalog als bei den größeren Anbietern.
Der Wert des Anbieters liegt in der Beständigkeit und in der Übersichtlichkeit des Programms. Wer ein vollständiges Angebot für die Nations League sucht, ist mit AdmiralBed bedient, sollte aber die Quoten mit Wettbewerbern vergleichen, bevor er die erste Wette setzt.
Rechtslage: was erlaubt ist, was die Whitelist prüft, was eine Konzession kostet
Seit dem 1. Juli 2021 gilt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) in der Fassung, die den Sportwettenmarkt in Deutschland neu ordnet. Erlaubnisse für die Veranstaltung und die Vermittlung von Sportwetten im Internet erteilt seitdem die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale), kurz GGL, nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 und § 27f Abs. 1 GlüStV. Die Aufsicht und die Sanktionierung liegen ebenfalls bei der GGL (§ 28a), die Steuer ist Sache des Finanzamts, nicht der GGL. Eine Erlaubnis zur Veranstaltung von Sportwetten ist keine Erlaubnis zur Veranstaltung von Glücksspielautomaten, Online-Casinospielen oder Online-Poker — wer welche Erlaubnis hat, steht in der Whitelist, und nur die Sportwetten-Erlaubnis zählt für die Frage, ob ein Anbieter Sportwetten in Deutschland anbieten darf.

Die Whitelist (§ 9 Abs. 8 GlüStV) ist die einzige amtliche Quelle, an der sich prüfen lässt, ob ein Anbieter eine Erlaubnis hat. Sie führt im Stand 02.10.2026 rund 30 Einträge, 27 davon mit einer Sportwetten-Erlaubnis, zwei davon zusätzlich mit einer Pferdewetten-Erlaubnis, drei weitere mit ausschließlicher Pferdewetten-Erlaubnis. Jede gelistete Domain ist eine .de-Domain, aber eine .de-Domain allein beweist nichts — auch wer in einem anderen Land eine Lizenz hat, kann eine .de-Domain registrieren. Die Erlaubnis wird für fünf Jahre erteilt (§ 4c Abs. 1), die Whitelist zeigt nur das Datum der Erteilung, kein Enddatum. Wer wissen will, ob eine Erlaubnis noch läuft, prüft die Liste.
Was darf auf eine Wette? Erlaubt sind Wetten auf das Ergebnis eines Sportereignisses, auf einen Abschnitt davon und auf Vorkommnisse im Spiel, als Einzel- oder Kombiwette (§ 21 Abs. 1). Erlaubt ist nur, was die GGL im Sportwettprogramm zugelassen hat (§ 21 Abs. 5). Livewetten sind während eines laufenden Spiels nur auf das Endergebnis oder auf die nächste zählbare Aktion erlaubt, in Sportarten, in denen solche Aktionen selten sind (§ 21 Abs. 4): nächstes Tor im Fußball, nächster Satz im Tennis. Nicht erlaubt: nächster Punkt im Tennis, nächster Korb im Basketball. Verboten sind Wetten auf Veranstaltungen mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren, manipulationsanfällige Wetten, Wetten auf Regelverstöße und auf deren Sanktionierung (§ 21 Abs. 1a), sowie Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse. E-Sport ist nach der Praxis der GGL nicht als Sport anerkannt, lizenzierte E-Sport-Wetten gibt es in Deutschland nicht. Zu virtuellen Sportwetten schweigt die GGL, hier ist keine Aussage möglich.
Was ein Anbieter mit Cash Out macht, ist seine Sache — der GlüStV enthält keine Vorschrift dazu, und die GGL hat dazu keine veröffentlichte Praxis. Wer Cash Out nutzt, liest die Bedingungen des Anbieters. Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt, eine Auszahlung mitten im Spiel ist vertraglich möglich, aber an die Regeln des Anbieters gebunden. Einen gesetzlichen Höchsteinsatz pro Wette gibt es im Sportwettenbereich nicht.
Eine Wette auf die Nations League ist eine Sportwette im Sinne des GlüStV. Was im vorangegangenen Absatz zu Wetten allgemein steht, gilt auch für sie: erlaubt nur bei Anbietern mit Erlaubnis, nur auf das, was im Sportwettprogramm steht, nur in der Form, die § 21 vorsieht. Wer auf die Nations League wettet, wettet auf ein Sportereignis im Sinne des Gesetzes, mit allen Beschränkungen, die das Gesetz für Sportereignisse vorsieht.
Was an Werbung erlaubt ist, regelt § 5 GlüStV. Erlaubt ist Werbung für Sportwetten nur durch Inhaber einer Erlaubnis (§ 5 Abs. 7). Verboten ist Werbung für Wetten auf ein Ereignis unmittelbar vor oder während seiner Live-Übertragung in demselben Medium, sowie Werbung mit aktiven Sportlern oder Funktionären, sowie Affiliate-Vergütung, die sich am Umsatz, an Einzahlungen oder am Einsatz orientiert (§ 5 Abs. 3, 6). Ein Werbeverbot zwischen 06:00 und 21:00 Uhr gilt für Automatenspiele, Online-Poker und Online-Casinospiele, nicht für Sportwetten. Der GlüStV enthält keine Vorschrift, die einen Sportwetten-Bonus der Höhe nach begrenzt; was ein Anbieter an Bonus bietet, ist seine Sache, die Bedingungen stehen in seinen AGB. Einen Aktionscode druckt diese Seite nicht.
Was im Offshore-Bereich passiert, ist eine andere Frage. Anbieter ohne deutsche Erlaubnis, die sich an Spieler in Deutschland wenden, betreiben unerlaubtes Glücksspiel im Sinne von § 4 Abs. 1 GlüStV. Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat in Deutschland keine Wirkung, die GGL warnt vor illegalen Angeboten. Strafrechtlich ist das Veranstalten nach § 284 StGB mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bedroht, das Bewerben nach § 285 StGB mit bis zu einem Jahr, die Teilnahme nach § 285 StGB mit bis zu sechs Monaten — verfolgt werden einzelne Spieler in der Praxis nicht, was weder Freibrief noch Aufmunterung ist. Die zivilrechtliche Frage, ob ein Spieler verlorene Einsätze zurückverlangen kann, hat der Bundesgerichtshof am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) dem Europäischen Gerichtshof vorgelegt, in einem Verfahren, in dem ein Kläger von Tipico mehr als 3.700 € aus den Jahren 2013 bis 2018 zurückfordert. Der Generalanwalt des EuGH hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) grundsätzlich für möglich gehalten, dass Anbieter ohne Erlaubnis zur Rückzahlung verpflichtet werden, mit Ausnahme von Fällen, in denen Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Ein Anspruch ist damit nicht versprochen, nur eine Möglichkeit beschrieben.
Spielerschutz: was die Whitelist an Schutz mitbringt, was sie nicht mitbringt
Eine Erlaubnis nach dem GlüStV 2021 verpflichtet den Anbieter zu einem Bündel von Spielerschutzmaßnahmen, die im Offshore-Bereich nicht greifen. Drei davon verdienen besondere Aufmerksamkeit: das Einzahlungslimit, die Sperrdatei OASIS und der Panikknopf.
Das Einzahlungslimit beträgt nach § 6c Abs. 1 GlüStV 1.000 € pro Kalendermonat, summiert über alle Anbieter, durchgesetzt über die Limitdatei LUGAS. Wer mehr einzahlen will, muss gegenüber dem Anbieter nachweisen, dass er wirtschaftlich dazu in der Lage ist — eine Selbsterklärung reicht nicht. Ein Anbieter darf in diesem Fall das Limit für einen Einzelnen auf bis zu 10.000 € anheben, für einen kleinen Anteil seiner aktiven Spieler (bis zu 1 %) auf bis zu 30.000 €. Eine Senkung des Limits gilt sofort, eine Anhebung erst nach sieben Tagen. Die Anbieter im lizenzierten Markt sind verpflichtet, ihre Spieler entsprechend zu führen. Anbieter im Offshore-Bereich kennen das Limit nicht.
Die Sperrdatei OASIS (§§ 8, 8a GlüStV) ist das zentrale Register für den Selbstausschluss. Wer sich in OASIS eintragen lässt, kann sich bei keinem Anbieter mehr anmelden, der an das Register angeschlossen ist — und alle lizenzierten Anbieter sind angeschlossen. Die Dauer des Ausschlusses beträgt mindestens drei Monate, wenn der Spieler eine Frist nennt, sonst mindestens ein Jahr. OASIS wird bei der Registrierung und beim Login abgefragt. Anbieter im Offshore-Bereich sind nicht an OASIS angeschlossen.
Der Panikknopf (§ 6i Abs. 3 GlüStV) löst eine sofortige Sperre von 24 Stunden aus, ein einzelner Klick im Konto, ohne Begründung, ohne Wartezeit. Die Sperre gilt anbieterübergreifend im lizenzierten Markt. Anbieter im Offshore-Bereich kennen den Panikknopf nicht.
Die Vollkontrolle des Kontos ist eine weitere Bedingung: ein Konto pro Anbieter mit vollständiger Verifizierung (§ 6a). Vor der Verifizierung darf ein Anbieter das Spiel für längstens 72 Stunden erlauben, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlung. Zahlungen sind nur von einem Zahlungskonto auf den Namen des Spielers aus einem Institut, das dem Geldwäschegesetz unterliegt, anonyme Zahlungsmittel sind ausgeschlossen (§ 6b Abs. 4) — was Kryptowährungen und anonyme Prepaid-Produkte aus dem lizenzierten Bereich herausnimmt. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter im Einzelnen akzeptiert, steht in seinen AGB.
Das gesetzliche Mindestalter für die Teilnahme liegt bei 18 Jahren (§ 4 Abs. 3). Parallelspiel ist nach § 6h GlüStV verboten, kontrolliert über die Aktivitätsdatei LUGAS. Spielerguthaben liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto, bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühr ausgezahlt (§ 6b Abs. 6-7). Wer wo Hilfe findet, hat in der Suchtberatung der Länder und bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung eine erste Adresse.
Für Spieler, die aus dem Offshore-Bereich in den lizenzierten Markt wechseln, ist der Wechsel mit einem Verlust an Freiheit verbunden: das 1.000-€-Limit, die eingeschränkten Live-Märkte, die vollständige Verifizierung, die Zahlung nur auf eigenen Namen. Was sie dafür bekommen, ist Rechtssicherheit und Spielerschutz — ein OASIS-Eintrag, der überall im lizenzierten Markt gilt, ein LUGAS-Limit, das nicht umgangen werden kann, ein Treuhandkonto, das im Fall der Anbieterinsolvenz gesichert ist, eine Aufsicht, die tatsächlich prüft und sanktioniert.
Quote, Auszahlungsanteil und Marge: was eine Wette wirklich kostet
Eine Quote ist kein Wahrscheinlichkeitswert, sie ist ein Preis. Der Auszahlungsanteil ist der Anteil aller Einsätze, den ein Markt an die Spieler zurückgibt; die Marge ist der Anteil, den der Anbieter einbehält. Beide stehen in einem festen Verhältnis: Auszahlungsanteil und Marge ergeben zusammen 100 %.
Wer für ein Fußballspiel die Quoten 2,10 / 3,40 / 3,60 auf Heimsieg, Unentschieden und Auswärtssieg liest, rechnet den Auszahlungsanteil als 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte: 1 / (1/2,10 + 1/3,40 + 1/3,60). Die Summe der Kehrwerte ist 0,4762 + 0,2941 + 0,2778, also 1,0481, der Auszahlungsanteil ist 0,9540, die Marge 0,0460. In Prozent: 95,4 % Auszahlungsanteil, 4,6 % Marge. Das heißt: von jedem Euro, der auf diesen Markt gesetzt wird, zahlt der Anbieter rund 95 Cent wieder aus, rund 5 Cent behält er.
Bei einer Quote von 2,10 und einem Einsatz von 100 € zahlt eine siegreiche Wette 210 € zurück, der Gewinn ist 110 €. Bei einer Quote von 3,40 zahlt eine siegreiche Wette 340 € zurück, Gewinn 240 €. Bei einer Quote von 3,60 sind es 360 € Rückzahlung und 260 € Gewinn. Die Multiplikation Einsatz × Quote ist die Bruttorechnung, Einsatz × (Quote − 1) ist der Nettogewinn.
Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der Auswahlen zur Gesamtquote. Wer zwei Auswahlen mit den Quoten 2,10 und 1,80 kombiniert, erhält die Gesamtquote 3,78. Ein Einsatz von 100 € zahlt 378 € zurück, wenn beide Auswahlen treffen, Gewinn 278 €. Die Kombiwette erhöht den möglichen Gewinn, sie erhöht auch das Risiko: jede Auswahl muss treffen, eine falsche Auswahl killt die ganze Wette.
Die Sportwettensteuer ist eine deutsche Besonderheit. Sie beträgt nach §§ 16-25 RennwLottG 5,3 % der Bemessungsgrundlage, und die Bemessungsgrundlage ist der Einsatz abzüglich der Steuer selbst, also 5,3 / 105,3 = rund 5,03 % des gezahlten Betrags. Die Steuer schuldet der Veranstalter der Wette, nicht der Spieler (§ 19). Ob und wie der Anbieter die Steuer an den Spieler weitergibt, ist seine Sache — manche ziehen sie direkt vom Einsatz ab, manche vom Gewinn, manche übernehmen sie. Welche Praxis ein Anbieter hat, steht in seinen AGB. Die Aussage „5,3 % des Einsatzes“ ist ungenau, weil sie die Bemessungsgrundlage der Steuer ignoriert. Eine Wette, die nicht besteuert wird, ist im lizenzierten Markt selten; wer sicher sein will, liest die AGB des Anbieters.
Eine Wette, die das Stadion verlässt, hat eine Auszahlung, die nie 100 % beträgt. Was die Marge dem Spieler konkret nimmt, hängt vom Markt ab. In populären Märkten (1X2 der Bundesliga) ist die Marge eines lizenzierten Anbieters oft 3 bis 5 %, in Nischenmärkten (Handicap, Spielerwetten) auch 7 bis 10 %. Wer Marge vergleicht, vergleicht zwei Auszahlungsanteile, nicht zwei einzelne Quoten. Eine hohe Quote auf einen Außenseiter kann Teil einer hohen Marge sein und trotzdem ein schlechter Preis sein.
Häufige Fragen zur UEFA Nations League und zu Wetten darauf
Wo kann in Deutschland legal auf die UEFA Nations League gewettet werden?
Auf die Nations League darf in Deutschland nur bei Anbietern mit einer Sportwetten-Erlaubnis nach § 9a GlüStV 2021 gewettet werden. Geprüft wird die Erlaubnis über die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Wer auf der Liste steht, darf die Wette annehmen, wer nicht auf der Liste steht, nimmt sie ohne deutsche Erlaubnis an, was unerlaubtes Glücksspiel ist.
Woran ist zu erkennen, dass ein Wettanbieter eine deutsche Erlaubnis für Sportwetten besitzt?
Am Eintrag in der Whitelist der GGL. Eine .de-Domain reicht nicht, eine Lizenz aus Malta, Curaçao oder Anjouan in Deutschland nicht, ein Impressum mit EU-Sitz nicht. Die Whitelist führt den Inhaber der Erlaubnis, die Domain und das Datum der Erteilung, kein Enddatum. Wer prüft, prüft die Liste, nicht die Selbstdarstellung des Anbieters.
Wie funktioniert die Nations League mit ihren vier Ligen, und welche Wettmärkte gibt es dazu?
Die 55 UEFA-Mitgliedsverbände spielen in vier Ligen, Liga A bis D, in Gruppen mit drei oder vier Teams, Hin- und Rückspiel. Die Sieger der Liga A spielen am Saisonende in einer Endrunde, seit 2024/25 mit einem vorgeschalteten Viertelfinale. Die üblichen Wettmärkte: 1X2, Doppelte Chance, Über/Unter Tore, Handicap, Genaues Ergebnis, beide Teams treffen, Torschützen, kombinierte Wetten. Welche Märkte ein Anbieter führt, ist seine Sache, geprüft wird am Wettprogramm des Anbieters, nicht in dieser Übersicht.
Welche Livewetten sind bei Nations-League-Spielen nach dem Glücksspielvertrag erlaubt?
Während eines laufenden Spiels sind Live-Wetten nur auf das Endergebnis oder auf die nächste zählbare Aktion in Sportarten erlaubt, in denen solche Aktionen selten sind (§ 21 Abs. 4 GlüStV): das nächste Tor im Fußball, der nächste Satz im Tennis. Das nächste Tor im Basketball, der nächste Punkt im Tennis, Wetten auf Einzelspielaktionen sind nicht erlaubt. Was die GGL im Sportwettprogramm zugelassen hat, steht dort, der Anbieter filtert das Übrige heraus.
Was ist bei Wett-Tipps zur Nations League zu beachten, und warum bleibt jede Prognose unsicher?
Eine Prognose zur Nations League stützt sich auf Form, Aufstellung und Reisebelastung, sie ist eine Hypothese, kein Urteil. Länderspiele haben kleine Stichproben, hohe Unentschieden-Quoten und reagieren empfindlich auf einzelne Aktionen. Wer eine Prognose liest, liest einen Versuch, kein Versprechen. Bankroll-Disziplin (ein bis drei Prozent des Budgets pro Wette) ist der einzige Schutz vor einem Verlust, der die Wette selbst übersteigt.
Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote, und wie wirkt sich die Sportwettensteuer von 5,3 % aus?
Der Bruttoertrag einer Wette ist Einsatz × Quote, der Nettogewinn Einsatz × (Quote − 1). Die Sportwettensteuer beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage Einsatz minus Steuer, also rund 5,03 % des gezahlten Betrags. Sie wird vom Veranstalter geschuldet, die Frage, ob und wie sie der Anbieter an den Spieler weitergibt, ist eine Frage der AGB, nicht eine Frage des Gesetzes.
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