Wer die Wettsteuer zahlt – und wer sie schicklich an seine Kundschaft weiterreicht

Updated Oktober 2026
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Wer in Deutschland „ohne Wettsteuer“ wirbt, meint damit fast nie „ohne Kosten“. Die Sportwettensteuer fällt in jedem Fall an, sie ist nach dem Rennwett- und Lotteriegesetz Pflicht; ob ein Anbieter sie aus eigener Tasche trägt oder auf Einsatz, Quote und Gewinn seiner Kundschaft umlegt, bleibt allein seine Entscheidung. Genau dort entscheidet sich, was „ohne Steuer“ auf dem Wettschein wirklich heißt.

Ein Stadion unter Flutlicht, aus großer Entfernung über eine dunkle Wiese fotografiert, am Himmel zieht Nebel auf.
Die Sportwettsteuer wird in Deutschland seit dem 1. Juli 2012 erhoben.

Stand der Daten: Oktober 16, 2026; Lizenz- und Whitelist-Angaben geprüft gegen die Liste der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder.

Rechtslage: Wer die Sportwettensteuer schuldet – und was die Werbung verschweigt

Die Sportwettensteuer wird seit dem 1. Juli 2012 erhoben. Sie beträgt nach § 17 des Rennwett- und Lotteriegesetzes 5,3 %, berechnet auf den Spieleinsatz ohne die Steuer selbst – auf den Betrag, den der Anbieter nach Abzug der Steuer behalten darf. Aus 100 €, die ein Kunde einzahlt, werden so rund 105,30 € Bruttoeinsatz, von denen 5,30 € an das Finanzamt gehen. Auf den gezahlten Einsatz heruntergerechnet bleibt ein effektiver Steuersatz von knapp 5,03 %.

Ein Smartphone liegt mit dem Display nach unten auf einem Küchentisch, daneben stehen ein Glas Wasser und eine Armbanduhr.
Interwetten gibt in seinen AGB an, dass die Sportwettensteuer von Interwetten getragen wird; zum Ausgleich wird bei Wetten ein Quotenabschlag in Höhe von 5,3 % vorgenommen.

Geschuldet wird sie vom Veranstalter, nicht von der Spielenden. § 19 RennwLottG zieht diese Linie klar: Was die Spielenden auf dem Wettschein sehen, ist das Ergebnis einer unternehmerischen Wahl. Drei Wege sind in der Praxis üblich. Erstens: Der Anbieter übernimmt die Steuer und schlägt sie auf seine Marge – das Werbeversprechen „0 % Wettsteuer“ steht dann auf Kosten seines eigenen Gewinns. Zweitens: Die Steuer schlägt auf die Quote durch, der Kunde bekommt weniger Dezimalstellen, der Anbieter behält seinen Prozentanteil. Drittens: Die Steuer wird vom Gewinn abgezogen, der Einsatz bleibt unangetastet – bei einer siegreichen Wette kommt weniger heraus, als die Quote versprochen hat. Alle drei Wege sind rechtlich zulässig, solange sie in den AGB stehen.

Die steuerlichen Einnahmen aus Sportwetten gingen im Jahr 2023 gegenüber dem Vorjahr um 5,2 % auf 409 Millionen Euro zurück; 2013, kurz nach Einführung der Steuer, hatten sie noch 189 Millionen Euro betragen. Zehn Jahre später lag der Wert also 116,8 % höher als zu Beginn – die Einnahmen sind gewachsen, auch wenn der einzelne Anbieter sie heute eher selten aus eigener Tasche trägt.

Was die Werbung mit „0 % Wettsteuer“ wirklich sagt: Sie sagt nichts über die Marge, nichts über das Quotenniveau und nichts darüber, ob die Steuer an anderer Stelle wieder eingepreist ist. Die Steuerquote in Prozent und die Auszahlungsquote in Prozent sind zwei getrennte Größen – eine niedrige Steuerbelastung heißt nicht automatisch bessere Quoten. Wer „ohne Steuer“ bewirbt und gleichzeitig einen niedrigeren Quotenschlüssel anbietet, kann am Ende teurer sein als ein Anbieter, der die Steuer offen ausweist und dafür bessere Preise stellt.

Grundlagen: Wie Einsatz, Quote und Gewinn unter der Steuer leiden

Wer das eigene Wettverhalten auf das Thema umstellt, sollte die Mechanik verstehen, bevor er einen Anbieter wählt. Drei Modelle stehen nebeneinander.

Ein Notizbuch mit handschriftlichen Rechnungen und ein Taschenrechner liegen auf einem Schreibtisch neben einer Tasse Kaffee im Licht des frühen Morgens.
Bei Wettarena fällt neben dem Wetteinsatz nur die gesondert ausgewiesene Steuer an (5,3 % des Spieleinsatzes inkl. Steuer).

Modell 1 – Anbieter trägt. Die Steuer geht vollständig zulasten des Buchmachers. Aus Sicht der Spielenden verhält sich die Wette so, als gäbe es keine Wettsteuer. Wer 100 € zu Quote 2,00 setzt, bekommt im Gewinnfall 200 € ausgezahlt, brutto wie netto. Der Nachteil hat keinen Namen, aber einen Preis: Der Anbieter muss die fehlenden 5,3 % über eine niedrigere Quote, eine höhere Marge oder einen Verzicht auf Aktionen hereinholen. Anbieter, die dieses Modell wählen, bleiben im Wettbewerb nur dann konkurrenzfähig, wenn sie ihre Marge niedrig halten.

Modell 2 – Quotenabschlag. Die Quote wird mit dem Steuerfaktor multipliziert. Aus einer ursprünglichen Quote 2,00 werden etwa 1,90. Wer 100 € setzt, bekommt im Gewinnfall 189,40 € – oder, je nach Buchmacher, 190 €. Der Einsatz bleibt unberührt. Bei Kombiwetten mit mehreren Beinen wirkt der Abschlag einmalig am Ende, sodass sich die Reduktion je nach Anzahl der Tipps relativ zum Gesamtprodukt unterschiedlich stark auswirkt. Bei Interwetten ist dieses Modell in den AGB ausdrücklich verankert; das Unternehmen schreibt, die Steuer zu tragen, gleicht das aber durch einen Quotenabschlag in Höhe von 5,3 % aus – für die Spielenden läuft es am Ende auf das gleiche Ergebnis hinaus wie bei einem offenen Abzug.

Modell 3 – Gewinnabzug. Die Quote bleibt auf dem Papier stehen, der Bruttogewinn (Einsatz × Quote) wird im Erfolgsfall um 5 % oder 5,3 % gekürzt. Bei Sportingbet ist das in den Wettregeln so festgelegt; bei einer Wette zu Quote 2,00 und 100 € Einsatz zahlt der Buchmacher nach Abzug nicht 200 €, sondern rund 190 €. Diese Form ist für die Spielenden schwerer zu erkennen, weil die Quote vor dem Tipp nicht heruntergesetzt wirkt.

Was am Ende auf dem Konto ankommt, ist über alle drei Modelle nahezu identisch, wenn der Anbieter den Bruttobetrag konsequent an die Steuer anpasst. „Ohne Steuer“ ist also in erster Linie eine Frage der Buchhaltung – nicht der Auszahlung. Wer Anbieter vergleicht, sollte auf den realen Auszahlungsbetrag bei einem konkreten Tipp schauen, nicht auf das Werbeversprechen.

Die folgende Beispielrechnung zeigt den Effekt am Modell 2. Setzt jemand 100 € zu einer ursprünglichen Quote von 2,00 und der Anbieter nimmt einen Quotenabschlag von 5,3 % vor, sinkt die effektive Quote auf etwa 1,894. Im Gewinnfall erhält die Person rund 189,40 € ausgezahlt, der Nettogewinn liegt bei rund 89,40 €. Ohne Steuerabschlag hätte sie 100 € Gewinn gemacht – die Differenz entspricht knapp 10,60 € oder rund 5,3 % des ursprünglichen Bruttogewinns.

Verantwortung gegenüber Spielenden: Warum „ohne Steuer“ kein Schutz ist

Das Versprechen „0 % Wettsteuer“ ändert nichts am Verlustrisiko und nichts an den geltenden Limits. Wer mit niedrigerem Steuersatz wirbt, aber gleichzeitig schwächere Quoten anbietet, kann am Ende trotzdem schlechter dastehen.

Die Spielregeln in Deutschland sind im Glücksspielstaatsvertrag 2021 festgelegt und werden von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) in Halle (Saale) überwacht. Drei Punkte prägen den Schutzrahmen unabhängig von der Steuerfrage.

Ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 €. Dieser Betrag gilt nach § 6c Abs. 1 GlüStV pro Kalendermonat, quer über alle Anbieter hinweg, und wird über die zentrale Limitdatei LUGAS durchgesetzt. Ein Anbieter darf für eine bestimmte Person eine höhere Grenze festlegen – bis zu 10.000 €, in Sonderfällen bis 30.000 €, aber nur bei einem kleinen Kreis (bis zu 1 % seiner aktiven Spielenden) und nur mit nachweisbarer Bonitätsprüfung. Eine Selbsterklärung reicht nicht. Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen.

OASIS als Sperrdatei. Wer sich selbst sperren lässt, wird in die zentrale Sperrdatei OASIS eingetragen – bei einer befristeten Sperre mindestens drei Monate, sonst mindestens ein Jahr. Jeder Anbieter mit deutscher Erlaubnis prüft sowohl bei der Registrierung als auch bei jedem Login gegen OASIS. Plattformen ohne deutsche Erlaubnis sind an dieses System nicht angeschlossen.

Identitätsprüfung in Gebäuden, nicht auf dem Papier. Vor der vollständigen Verifizierung darf ein Anbieter maximal 72 Stunden Spielbetrieb mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen zulassen (§ 6a GlüStV). Wer in dieser Phase spielt, kann sich Gewinne nicht auszahlen lassen, bevor die Verifizierung abgeschlossen ist.

Diese Regeln greifen nur bei Anbietern mit deutscher Erlaubnis. Anbieter mit einer Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta, aber ohne deutsche Erlaubnis, sind weder an OASIS noch an LUGAS angeschlossen, müssen die 1.000-€-Grenze nicht einhalten und bieten keine deutsche Rechtssicherheit. Die GGL hat am 17. September 2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten gewarnt. Der Bundesgerichtshof hat am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) dem Europäischen Gerichtshof die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Rückzahlungspflicht für Sportwettenverträge entgegensteht; in den Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24, Tipico) hält der EuGH-Generalanwalt eine Rückzahlungspflicht für grundsätzlich möglich – mit Ausnahme von Zeiten, in denen Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen.

Die zehn Anbieter im Vergleich: Wie jeder die Steuer behandelt

Die folgende Tabelle zeigt, welche Anbieter mit deutscher Erlaubnis auf der Whitelist der GGL stehen, wer sie hält und seit wann die Sportwetten-Erlaubnis besteht. Welche Form der Steuerweitergabe ein Anbieter wählt, ist in der Tabelle nicht ablesbar – sie steht in den AGB des jeweiligen Buchmachers und wird im Anschluss an die Tabelle einzeln besprochen.

Anbieter Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber Sportwetten-Erlaubnis seit
888sport Whitelist GGL – 888 Germany Limited 30.06.2021 (Folgeerlaubnis 15.12.2022)
Betano Whitelist GGL – Betkick Sportsbetting Limited 19.02.2021 (Folgeerlaubnis 16.12.2022)
Tiptorro Whitelist GGL – Torro Tec Limited 30.06.2021 (Folgeerlaubnis 27.12.2022)
LeoVegas Whitelist GGL – LVSports Limited 21.10.2024
AdmiralBet Whitelist GGL – Greentube Betting Malta Limited 09.10.2020 (Folgeerlaubnisse 13.12.2022, 29.07.2024)
bpremium Whitelist GGL – Ladbrokes (Deutschland) Limited 09.10.2020 (Folgeerlaubnis 21.12.2022)
NEO.bet Whitelist GGL – Greenvest Betting Limited 09.10.2020 (Folgeerlaubnis 22.12.2022)
Sportingbet Whitelist GGL – Sportingbet (Deutschland) Limited 09.10.2020 (Folgeerlaubnis 21.12.2022)
Sportwetten.de Whitelist GGL – NetX Betting Limited 19.11.2020 (Folgeerlaubnis 16.12.2022)
bwin Whitelist GGL – bwin (Deutschland) Limited 09.10.2020 (Folgeerlaubnis 23.12.2022)

Diese zehn Anbieter stehen stellvertretend für die deutsche Erlaubnis-Landschaft. Was die Tabelle nicht zeigt: Die Erlaubnis wird nach § 9 Abs. 8 GlüStV über die Whitelist geführt; die Whitelist führt die Domain, nicht den Markennamen. Eine Whitelist-Erlaubnis gilt nur für die gelistete Domain – wer auf einer anderen Domain desselben Halters spielt, spielt dort ohne Erlaubnis. Die Whitelist selbst enthält kein Ablaufdatum; sie zeigt das Datum der Erteilung und das Datum etwaiger Folgeerlaubnisse.

Was jeder Anbieter anders macht: Die Steuer im Wettschenken

888sport – solide Whitelist, kein offen ausgewiesenes Steuer-Versprechen

888sport gehört zur 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar, deren Aktie seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert ist. Die deutsche Sportwetten-Erlaubnis wird über die 888 Germany Limited gehalten, mit erster Erlaubnis vom 30. Juni 2021 und einer Folgeerlaubnis vom 15. Dezember 2022. Das Unternehmen wirbt nicht mit „0 % Wettsteuer“, sondern setzt auf Markenbekanntheit aus dem internationalen Geschäft.

Wie genau 888sport die 5,3 % weitergibt – über einen Quotenabschlag, einen Gewinnabzug oder eine Mischung aus beidem – legen die AGB fest; in den öffentlich zugänglichen Auszügen, die für diesen Vergleich herangezogen wurden, ist die Weitergabeform nicht eindeutig dokumentiert. Wer dort spielt, sollte vor dem ersten Tipp in die AGB schauen und im Wettschein prüfen, ob die angezeigte Quote bereits den Abschlag enthält.

888sport ist eine Option für Anwender, denen Markentreue und ein umfangreiches Wettprogramm am wichtigsten sind. Wer hingegen eine Steuerübernahme sucht, die direkt bei der Wettabgabe als Posten ersichtlich ist, findet hier möglicherweise nicht die passende Lösung.

Betano – junges Whitelist-Alter, breites Wettprogramm

Betano gehört zur Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Giljan, Malta. Die deutsche Sportwetten-Erlaubnis besteht seit dem 19. Februar 2021, eine Folgeerlaubnis wurde am 16. Dezember 2022 erteilt. Die Marke positioniert sich mit internationalem Auftritt und einem vergleichsweise jungen Alter auf dem deutschen Markt.

Wie Betano die Steuer behandelt, ist in den AGB geregelt; öffentlich ausgewiesen wird das Modell nicht in den zugänglichen Auszügen. Wer dort spielt, sollte die AGB vor der ersten Wette prüfen und im Wettschein auf einen ausgewiesenen Quotenabschlag achten.

Betano punktet bei Spielenden, die ein großes Wettprogramm mit vielen Live-Märkten und ein Whitelist-Siegel schätzen. Alternativ sollten Buchmacher gesucht werden, die eine explizite Steuerbefreiung bereits im Wettschein garantieren.

Tiptorro – Whitelist über die App, eigene Markenführung

Tiptorro wird über die Torro Tec Limited (Malta) geführt; die App wird im App Store unter dieser Firma angeboten und beschreibt sich selbst als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Die Erlaubnis besteht seit dem 30. Juni 2021, eine Folgeerlaubnis wurde am 27. Dezember 2022 erteilt.

Das Steuer-Modell von Tiptorro ist in den zugänglichen Auszügen nicht eindeutig dokumentiert. Wer dort spielt, sollte im Wettschein prüfen, ob die Quote den Abschlag bereits enthält, und die AGB gegenlesen.

Tiptorro ist attraktiv für Nutzer, die eine mobile App bevorzugen und auf einer vergleichsweise frischen Plattform aktiv werden möchten. Wer hingegen eine detaillierte Aufschlüsselung der Steuerlast direkt bei der Wettabgabe benötigt, sollte andere Angebote in Betracht ziehen.

LeoVegas – jüngste Erlaubnis im Feld

LeoVegas gehört zur LVSports Limited, mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis seit dem 21. Oktober 2024 – die jüngste Erlaubnis im Vergleichsfeld. LeoVegas ist im deutschen Markt vor allem als Casino-Marke bekannt; die Sportwetten-Erlaubnis ergänzt das Portfolio unter Aufsicht der GGL.

Da die Erlaubnis von LeoVegas erst seit Oktober 2024 besteht, befindet sich das Wettprogramm im Aufbau. Spielende sollten vor der ersten Wette direkt in den AGB oder im Wettschein prüfen, wie die Steuerweitergabe im Einzelfall geregelt ist.

LeoVegas richtet sich an Kunden, die ein Konto bei einem erfahrenen Casino-Betreiber schätzen und mit dem Angebot einer relativ neuen Sportwetten-Erlaubnis zurechtkommen. Nutzer, die auf ein über viele Jahre gewachsenes Sportwetten-Portfolio setzen, könnten hier Abstriche machen müssen.

AdmiralBet – Erlaubnis aus der ersten Welle, drei Folgeerlaubnisse

AdmiralBet gehört zur Greentube Betting Malta Limited (Whitelist GGL). Für virtuelle Automatenspiele besteht eine zusätzliche Erlaubnis seit dem 28. September 2022. Die Marke greift auf eine österreichische Tradition zurück und ist fest im deutschen Markt integriert.

AdmiralBet spricht mit seiner österreichischen Mutter und dem stationären Automatenglück-Spielgeschäft in Deutschland eine besondere Zielgruppe an. Wie genau die Steuer weitergereicht wird, ist in den zugänglichen Auszügen nicht eindeutig dokumentiert; die AGB sind die einzige zuverlässige Quelle.

AdmiralBet ist eine Adresse für Spielende, die einen österreichisch geprägten Hintergrund suchen und auf eine etablierte Marke im deutschen Online-Markt vertrauen. Nutzer, die ausschließlich große internationale Konzerne bevorzugen, sind bei anderen Anbietern vermutlich besser aufgehoben.

bpremium – deutscher Ableger einer großen britischen Marke

bpremium gehört zur Ladbrokes (Deutschland) Limited (Whitelist GGL). Hinter der Marke steht die britische Ladbrokes-Gruppe, die in Deutschland unter einem eigenständigen Eintrag agiert. Die Auszahlungsgebühren hängen laut den Hilfeseiten von der gewählten Zahlungsmethode ab; bei Banküberweisungen in Euro innerhalb des SEPA-Raums fallen die regulären Inlandsgebühren der Banken an, auf die der Anbieter keinen Einfluss hat.

Wer bei bpremium spielt, sollte vor der ersten Auszahlung klären, ob die Hausbank eigene Gebühren für SEPA-Überweisungen verlangt – dies ist ein bankenabhängiger Faktor und nicht vom Wettanbieter beeinflussbar. Die AGB enthalten Hinweise zur steuerlichen Behandlung im Wettschein.

bpremium eignet sich für Anwender, die einen seriösen Markenhintergrund suchen und mit einem fokussierten Wettangebot zufrieden sind. Wer hingegen primär aggressive Bonus-Aktionen im Fokus hat, sollte alternative Angebote prüfen.

NEO.bet – unabhängige Marke im Whitelist-Feld

NEO.bet wird durch die Greenvest Betting Limited (Whitelist GGL) betrieben. Die Marke tritt im deutschen Markt eigenständig auf, ohne direkte Konzernanbindung an einen internationalen Großanbieter.

Die steuerliche Behandlung bei NEO.bet ist in den AGB festgelegt; dort findet sich die verbindliche Regelung zur Weitergabe der 5,3 %-Sportwettensteuer.

NEO.bet ist eine Adresse für Spielende, die einen unabhängigen Buchmacher mit Whitelist-Erlaubnis bevorzugen. Wer das maximale Wettangebot eines global agierenden Konzerns erwartet, wird hier eventuell nicht fündig.

Sportingbet – Steuer im Gewinn, dokumentiert

Sportingbet gehört zur Sportingbet (Deutschland) Limited (Whitelist GGL). Die Wettregeln sind klar dokumentiert: Das Unternehmen nennt eine Steuer von 5 % des Wetteinsatzes nach § 17 RennwLottG; bei gewonnenen Wetten behält Sportingbet 5 % des Bruttogewinns (Einsatz mal Quote) vom Gewinn ein.

Das bedeutet konkret: Die Quote auf dem Wettschein steht ohne Abschlag, der Einsatz wird vollständig angesetzt, im Erfolgsfall wird der Bruttogewinn um 5 % gekürzt. Beispiel: 100 € Einsatz zu Quote 2,00 ergeben 200 € Bruttogewinn; nach Abzug werden 190 € ausgezahlt, was einem Nettogewinn von 90 € entspricht – nicht 100 €. Diese Form der Steuerweitergabe ist im Wettschein nicht immer offensichtlich; Spielende müssen den Endbetrag im Bestätigungsschritt prüfen.

Sportingbet ist geeignet für Nutzer, die einen transparenten Steuerabzug am Gewinn akzeptieren und keine „0 % Wettsteuer“-Werbung als Entscheidungskriterium benötigen. Wer im Wettschein eine sofortige, explizite Steueranzeige priorisiert, sollte alternative Buchmacher vergleichen.

Sportwetten.de – breites Zahlungsmethodenfeld, Whitelist seit 2020

Sportwetten.de gehört zur NetX Betting Limited, mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis seit dem 19. November 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 16. Dezember 2022. Als Zahlungsmethoden führt der Anbieter Kundenkarte, PayPal, Sofortüberweisung über Trustly, Kreditkarte (Visa und Mastercard), Banküberweisung, Skrill und Aircash; für alle ist „keine“ Gebühr und „sofort“ Bearbeitung angegeben, als Mindestbetrag 10,00 € bei Trustly, Skrill und Aircash. Einzahlungen über Dritte sind nicht gestattet.

Die Vielfalt der Zahlungsmethoden gehört zu den größeren im Feld. Sportwetten.de wirbt mit dem Versprechen „0 % Wettsteuer“ und gleicht das intern aus – die Weitergabeform ist in den zugänglichen Auszügen nicht eindeutig dokumentiert. Spielende sollten im Wettschein prüfen, ob die Quote bereits einen Abschlag enthält.

Sportwetten.de spricht Spielende an, die auf eine Vielfalt an Zahlungsmethoden wie PayPal oder Trustly Wert legen. Wer hingegen ein Konto bei einem internationalen Sportwetten-Konzern führen möchte, sollte sich bei anderen Anbietern umsehen.

bwin – großer Name, dokumentierte Whitelist

bwin gehört zur bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira, Malta (Whitelist GGL). bwin zählt zu den bekanntesten Marken im europäischen Sportwetten-Markt und führt die deutsche Erlaubnis unter dem vollen Namen.

Wie bwin die Steuer behandelt, ist in den zugänglichen Auszügen nicht eindeutig dokumentiert; AGB sind die zuverlässige Quelle. Bei einem Anbieter dieser Größenordnung sollte vor der ersten Wette geprüft werden, ob der Quotenabschlag im Wettschein sichtbar ausgewiesen ist.

Für wen sich bwin eignet: Anbieter für Spielende, die auf eine große, etablierte Marke setzen und mit Whitelist-Erlaubnis spielen möchten. Weniger geeignet für Wettende, die eine offene, im Wettschein vorab kalkulierbare Steuer-Mechanik bevorzugen.

Welche Anbieter wirklich „0 %“ bieten – und was die Werbung leistet

Drei Anbieter im breiteren deutschen Markt werben aktiv mit dem Versprechen „0 % Wettsteuer“: Winamax mit dem Slogan „0 % Wettsteuer und die besten Quoten“, ODDSET mit dem Versprechen, weder Einsatz noch Gewinn mit einem Steuerabzug zu belegen, und Interwetten über die Konstruktion, dass das Unternehmen die Steuer trägt, gleichzeitig aber einen Quotenabschlag von 5,3 % vornimmt.

Winamax wirbt mit dem klaren Slogan, lässt aber offen, wie der Ausgleich im Wettprogramm finanziert wird – eine niedrigere Quote, eine höhere Marge oder ein Verzicht auf Aktionen. ODDSET gibt an, Gewinne auf den kompletten Einsatz ohne jeden Abzug auszubezahlen; das Versprechen gilt im Wettschein, die Gegenfinanzierung liegt in der Marge. Interwetten gleicht die formelle Steuerübernahme durch einen dokumentierten Quotenabschlag aus – aus Sicht der Spielenden läuft es am Ende auf einen Quotenabzug von etwa 5,3 % hinaus, was effektiv einer Standardverrechnung entspricht.

Wer „ohne Steuer“ bewirbt und gleichzeitig das Wettprogramm niedrig hält, hat die Wahl zwischen zwei Wegen: Entweder die Quote liegt unter dem Marktdurchschnitt, oder die Marge wird über andere Posten hereingeholt. Wer „ohne Steuer“ bewirbt und gleichzeitig hohe Quoten ausweist, muss die Differenz aus eigener Tasche tragen. Das ist auf Dauer nur möglich, wenn das Wettvolumen die Marge breit trägt – was bei kleineren Anbietern selten gelingt.

Was „0 % Wettsteuer“ für die Spielenden wirklich heißt

Wer das Werbeversprechen ernst nimmt, sollte drei Dinge prüfen, bevor er die Wahl auf dieser Grundlage trifft.

Erstens: Die effektive Quote im Wettschein. Eine offene Quote 2,00 bei einem Anbieter mit „0 % Wettsteuer“ ist oft eine Quote, in der der Abschlag schon eingepreist ist – das Vergleichsniveau zu einem Anbieter, der 1,90 ausweist, ist dann gar nicht so groß, wie die Werbung suggeriert.

Zweitens: Das Wettprogramm in der Breite. Anbieter mit dokumentierter Steuerübernahme bieten nicht immer das gleiche Wettprogramm wie die ganz großen Marken. Wer auf eine bestimmte Live-Wette oder eine exotische Kombination setzt, kann bei einem kleinen Anbieter mit Steuerübernahme an Grenzen stoßen.

Drittens: Die AGB zur Gegenfinanzierung. Die saubere Form ist die offene Ausweisung im Wettschein – nicht im Kleingedruckten, sondern im Bestätigungsschritt vor der Wettabgabe. Wer dort eine Quote sieht, die deutlich unter dem Marktniveau liegt, hat seine Antwort.

Die Steuerquote in Prozent ist nicht die Auszahlungsquote. Wer die Auszahlungsquote vergleicht, vergleicht das, was am Ende auf dem Wettschein ankommt. Wer die Steuerquote vergleicht, vergleicht eine steuerliche Größe, die nichts darüber sagt, wie viel die Spielenden am Ende behalten. Genau dort unterscheidet sich die Marketing-Aussage von der Mechanik.

Wer nichts zahlt, ist nicht geschützt – ein Hinweis zum Schluss

Wer außerhalb der Whitelist spielt, hat keine deutsche Erlaubnis im Rücken. OASIS greift dort nicht, LUGAS nicht, der 1.000-€-Standardgrenzbetrag nicht, und die 72-Stunden-Regel für die Verifizierung nicht. Was bleibt, ist das jeweilige Hausrecht des Anbieters – das ist wenig im Streitfall. Die GGL hat am 17. September 2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor solchen Angeboten gewarnt.

Wer innerhalb der Whitelist spielt, zahlt im Gegenzug den Preis der deutschen Regulierung: strenge Live-Markt-Regeln, vollständige Verifizierung, eigenes Zahlungskonto im Namen der Spielenden, anonyme Zahlungsmittel ausgeschlossen. Wer das akzeptiert, bekommt im Gegenzug ein Stück Rechtssicherheit, das außerhalb der Whitelist niemand garantiert.

Die Frage „ohne Steuer“ ist also nur eine halbe Frage. Die andere Hälfte lautet: Zu welchen Bedingungen, mit welchem Schutz und mit welcher Marge.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch ist die Sportwettensteuer in Deutschland, und auf welche Bezugsgröße wird sie berechnet?

Die Sportwettensteuer beträgt 5,3 % nach § 17 RennwLottG. Berechnet wird sie auf den Spieleinsatz ohne die Steuer selbst – auf den Betrag, den der Veranstalter nach Abzug der Steuer behält. Aus 100 €, die ein Kunde einzahlt, werden rund 105,30 € Bruttoeinsatz, von denen 5,30 € an das Finanzamt gehen. Auf den gezahlten Einsatz heruntergerechnet liegt der effektive Steuersatz bei rund 5,03 %.

Wer schuldet die Sportwettensteuer, der Anbieter oder die Spielenden?

Die Sportwettensteuer wird vom Veranstalter der Wette geschuldet, nicht von den Spielenden – so formuliert es § 19 des Rennwett- und Lotteriegesetzes. Ob und wie der Anbieter die Steuer an seine Kundschaft weitergibt, ist seine eigene Entscheidung; möglich sind ein Quotenabschlag, ein Gewinnabzug oder die vollständige Übernahme aus eigener Tasche. Alle drei Wege sind rechtlich zulässig, solange sie in den AGB stehen.

Was bedeutet Werbung mit „0 % Wettsteuer“ für Quote und Auszahlung?

„0 % Wettsteuer“ heißt nicht automatisch, dass die Auszahlung im Gewinnfall steuerfrei bleibt. Wer die Steuer trägt, muss sie über eine niedrigere Quote, eine höhere Marge oder den Verzicht auf Aktionen quersubventionieren. ODDSET etwa gibt an, Gewinne auf den kompletten Einsatz auszubezahlen; Winamax wirbt mit dem Slogan, ohne offene Ausweisung der Gegenfinanzierung; Interwetten gleicht die formelle Übernahme durch einen Quotenabschlag von 5,3 % aus.

Wie wird ein Gewinn berechnet, wenn der Anbieter einen Quotenabschlag von 5,3 % vornimmt?

Wer 100 € zu einer ursprünglichen Quote von 2,00 setzt und der Anbieter einen Quotenabschlag von 5,3 % vornimmt, bekommt im Gewinnfall die reduzierte Quote von etwa 1,894 ausgezahlt. Das entspricht 189,40 € Bruttoauszahlung oder rund 89,40 € Nettogewinn. Ohne den Abschlag wären es 100 € Gewinn; die Differenz von rund 10,60 € entspricht knapp 5,3 % des ursprünglichen Bruttogewinns.

Warum bieten Seiten ohne deutsche Erlaubnis Wetten ohne Steuer an, und was fehlt dort?

Seiten ohne deutsche Erlaubnis sind in Deutschland „unerlaubtes Glücksspiel“ nach § 4 Abs. 1 GlüStV. Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat in Deutschland keine rechtliche Wirkung. Diese Anbieter sind nicht an OASIS oder LUGAS angeschlossen, müssen das 1.000-€-Standardlimit nicht einhalten und fallen nicht unter die 72-Stunden-Verifizierungsregel. Was fehlt, ist jede Form von heimischer Rechtssicherheit im Streit- oder Sperrfall.

Seit wann wird die Sportwettensteuer in Deutschland erhoben?

Die Sportwettensteuer wird seit dem 1. Juli 2012 erhoben. Die steuerlichen Einnahmen aus Sportwetten beliefen sich 2013 auf 189 Millionen Euro, 2023 lagen sie bei 409 Millionen Euro – das entspricht einem Anstieg von 116,8 % über die Dekade, auch wenn der Wert gegenüber 2022 um 5,2 % zurückging.

Inhalt erstellt vom Team «wettenzahlungen»