Regionalliga wetten 2026: Was erlaubte Anbieter zeigen und was nicht
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Stand: Oktober 16, 2026 · geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder

Die Fußball-Regionalliga ist die vierthöchste Spielklasse im deutschen Männerfußball. Wer auf sie wetten will, stößt auf eine harte Grenze: Spiele, an denen überwiegend Amateure beteiligt sind, sind nach dem Glücksspielstaatsvertrag vom Wettprogramm ausgeschlossen. Fußball unterhalb der 3. Liga fällt nach Lesart der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder unter diese Amateurregel. Was das für Wettquoten, Wettanbieter und Wettsteuer konkret bedeutet, zeigt dieser Überblick.
Wettarten und Quoten in der Regionalliga
Wer aus Bundesliga und 2. Bundesliga Siegerwetten, Handicap oder Über/Unter-Tore kennt, sucht in der Regionalliga vergebens nach einem vergleichbaren Markt. Die Spielklasse gehört nach § 21 Abs. 1a GlüStV zu den Veranstaltungen, die überwiegend von Amateuren bestritten werden, und ist damit aus dem erlaubten Sportwettprogramm deutscher Anbieter herausgenommen. Wer eine Wette auf ein Spiel der fünf Staffeln Nord, Nordost, West, Südwest oder Bayern platzieren will, kann das bei einem Anbieter mit deutscher Erlaubnis nicht tun.
Diese Sperre ist keine Marotte einzelner Buchmacher. Sie ergibt sich aus dem Regelwerk, das die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder auf die Inhalte der erlaubten Wettprogramme anwendet. Wer mit deutscher Erlaubnis Sportwetten anbietet, hält sich an dieses Wettprogramm. Wer es erweitert, riskiert die Erlaubnis. Aus Sicht des Spielers heißt das: Eine Wette auf die Regionalliga mit OASIS-Anbindung, LUGAS-Limitdatei und deutschem Rechtsweg existiert nicht.
Wer trotzdem eine Wette auf ein Regionalliga-Spiel abschließen will, findet Angebote nur außerhalb der deutschen Erlaubnis. Solche Anbieter werben mit dem Spielplan der Regionalliga, mit Quoten für Sieger, Tore und Handicap, teils auch mit Live-Wetten während des Spiels. Sie stehen nicht auf der Whitelist, sind nicht an OASIS oder LUGAS angeschlossen, kennen kein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 €, keine Panikbutton-Sperre und keine Auszahlung über fünf Werktage nach Kontoschließung. Wer dort einzahlt, hat keine deutsche Anlaufstelle bei Streit, keine zentrale Sperrdatei und keine Sicherheit, dass das Guthaben auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto liegt.
Was eine Quote eigentlich zeigt
Eine Quote ist nicht der faire Auszahlungsschlüssel eines Siels. Sie ist das, was der Buchmacher nach Abzug seiner Gewinnmarge auszahlt. Für einen Markt mit drei möglichen Ausgängen – Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg – und Quoten 2,10, 3,40 und 3,60 addieren sich die Kehrwerte 1/2,10, 1/3,40 und 1/3,60 zu rund 1,0481. Der Anteil, den alle drei Quoten zusammen an die Einsätze zurückzahlen, ist 1 ÷ 1,0481, also etwa 95,4 %. Die restlichen rund 4,6 % sind die Marge, die der Buchmacher pro Euro Einsatz einbehält. Eine faire Wette ohne Buchmacher würde 100 % auszahlen, weshalb die Marge der Preis ist, den man für die Dienstleistung des Anbieters zahlt.
Bei 4,6 % Marge in einem 1X2-Markt liegt der Anbieter im unteren Drittel des Feldes. Buchmacher, die in deutschen Ligen auf Quoten zwischen 1,20 und 12,00 setzen, bewegen sich meist zwischen 4 % und 7 % Marge. Bei Märkten mit vielen möglichen Ausgängen – Turniersieger, Torschützenkönig – liegt die Marge regelmäßig über 10 %, teils über 20 %. Wer Quoten vergleicht, vergleicht deshalb nicht die Zahl, sondern den Anteil, der nach Abzug der Marge beim Spieler ankommt.
Kombiwetten und das Multiplizieren der Marge
Eine Kombiwette multipliziert die Quoten mehrerer Beine zu einer Gesamtquote. Was im Wettschein als großer Gewinn aussieht, ist die Multiplikation der Margen aller Einzelspiele. Wer drei Beine zu Quoten mit je 6 % Marge kombiniert, kommt auf eine kombinierte Marge von rund 17 %. Bei fünf Beinen sind es rund 26 %. Der Schein gewinnt seltener, als die Gesamtquote vermuten lässt, und der erwartete Verlust steigt mit jedem Bein. Wer sein Risiko verstehen will, rechnet deshalb besser pro Bein den Kehrwert und prüft den Gesamtwert.
Live-Wetten unterhalb der dritten Liga
Live-Wetten unterliegen nach § 21 Abs. 4 GlüStV einer Sonderregel: Während eines laufenden Siels darf nur auf das Endergebnis oder auf eine seltene Komponente gewettet werden – nächstes Tor im Fußball ja, nächster Punkt im Tennis nein, nächster Korb im Basketball nein. Wo die Regionalliga bei einem erlaubten Anbieter ohnehin nicht im Programm steht, fällt die Live-Wette ohnehin weg. Bei Anbietern ohne deutsche Erlaubnis, die Regionalliga listen, gilt diese Beschränkung nicht. Sie werben mitunter damit, dass jede Spielszene quotiert wird. Der Spieler gewinnt mehr Auswahl, verliert aber den Schutz der Spielregel.
Was eine Quote über die Gegenleistung des Anbieters verrät
Wer nur auf die Quote schaut, übersieht die Frage, was der Anbieter im Gegenzug leistet. Ein Anbieter mit deutscher Erlaubnis nimmt die Wette entgegen, zieht die Wettsteuer ab oder nicht, hält das Guthaben treuhänderisch, lässt es innerhalb von fünf Werktagen auszahlen, prüft die Volljährigkeit, meldet sich an OASIS und führt das Einzahlungslimit über LUGAS. Ein Anbieter ohne diese Erlaubnis nimmt die Wette ebenfalls entgegen, schuldet aber keine dieser Leistungen unter deutschem Recht. Die Quote mag gleich aussehen; die Gegenleistung ist es nicht.
Die Regionalliga als Spielklasse: Staffeln, Aufstieg und Spielplan
Die Regionalliga existiert seit 1963 in wechselnden Formen. In ihrer heutigen Gestalt als vierthöchste Spielklasse besteht sie seit der Saison 2008/09. Hauptverantwortlich für den Spielbetrieb sind seit der Saison 2012/13 nicht mehr der Verband, sondern fünf Ligaverbände. Die fünf Staffeln heißen Nord, Nordost, West, Südwest und Bayern und werden jeweils von 18 bis 20 Mannschaften bestritten. Die Zahl der Staffeln ist seit 2012 stabil; Verschiebungen ergeben sich aus Auf- und Abstieg.
Was die Regionalliga sportlich von Bundesliga und 3. Liga unterscheidet, ist nicht das Niveau, sondern die Verteilung von Haupt- und Nebenamt. In der Regionalliga spielen überwiegend Amateure und Halbprofis, finanzielle Ausstattung und mediale Reichweite fallen gegenüber den oberen Ligen deutlich ab. Der DFB definiert den Amateurstatus nicht über das Gehalt allein, sondern über das Fehlen eines Lizenzspielervertrags nach § 7 der DFB-Spielordnung. Die GGL folgt in ihrer Praxis dieser Linie: Was unterhalb der 3. Liga stattfindet, gilt als Veranstaltung überwiegend von Amateuren und fällt aus dem Wettprogramm.
Aufstieg in die 3. Liga
Seit 2019 steigen die Meister von drei der fünf Staffeln direkt in die 3. Liga auf. Die restlichen zwei Staffelmeister spielen in einem Playoff den vierten Aufsteiger aus. Dieser vierte Platz ist hart umkämpft, weil er die Lücke zwischen Regionalliga und Profifußball schließt. Aus den fünf Staffeln qualifizieren sich jährlich drei plus einen Aufsteiger – die anderen Plätze gehen in den Abstieg, je nach Staffel unterschiedlich tief.
Spielplan und Saisondauer
Die Saison beginnt im Spätsommer und endet im Frühjahr. Wegen der fünf Staffeln laufen Hin- und Rückspiele gegen 17 bis 19 Gegner, was pro Mannschaft 34 bis 38 Spiele ergibt. Der DFB-Pokal mischt zusätzlich Vereine aller Ligen, so dass auch ein Regionalligist auf einen Erstligisten treffen kann. Wer eine Wette auf ein solches Pokalspiel setzen will, findet sie im Wettprogramm der erlaubten Anbieter – das Spiel zählt, weil der Regionalligist dort gegen einen Profiverein antritt, nicht weil die Liga gemeint ist.
Was die Spielklasse über die Wettangebote verrät
Die fünf Staffeln erklären die Streuung der Angebote. Eine Wette auf ein Spiel der Regionalliga West hat im Wettprogramm erlaubter Anbieter nichts zu suchen, auch wenn dieselbe Mannschaft am Wochenende gegen einen Drittligisten antritt. Die Spielklasse zählt, nicht der Name der Mannschaft. Wer eine Regionalliga-Mannschaft in einem Pflichtspiel gegen einen höherklassigen Verein wetten will, sollte prüfen, ob das Spiel im Wettprogramm auftaucht. Tut es das nicht, ist die Wette nicht möglich – und kein Marketingversprechen eines Anbieters außerhalb der Whitelist rückt sie ins Recht.
Anbieter im Überblick: Wer auf der Whitelist steht
Die folgende Übersicht führt erlaubte Anbieter von Sportwetten nach § 9 Abs. 8 GlüStV, die am 02.10.2026 auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder standen. Sie ist keine Empfehlung und keine Rangfolge. Sie zeigt, wer eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis hält, seit wann und unter welcher Firma. Regionalliga-Spiele listen alle diese Anbieter in ihren Wettprogrammen nicht.
| Anbieter | Whitelist-Status | Erlaubnisinhaber | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|---|
| Betano | erlaubt | Betkick Sportsbetting Limited | 19.02.2021 |
| Sportwetten.de | erlaubt | NetX Betting Limited | 19.11.2020 |
| Sportingbet | erlaubt | Sportingbet (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| Betway | erlaubt | Betway Limited | 09.03.2021 |
| 888sport | erlaubt | 888 Germany Limited | 30.06.2021 |
| VBet | erlaubt | SCGO Limited | 05.12.2023 |
| MERKUR BETS | erlaubt | Merkur Bets Malta Limited | 06.11.2023 |
| AdmiralBet | erlaubt | Greentube Betting Malta Limited | 09.10.2020 |
| bet365 | erlaubt | Hillside (Europe) ENC | 09.10.2020 |
| bpremium | erlaubt | Ladbrokes (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
Alle Inhaber sind Gesellschaften mit Sitz in Malta oder Gibraltar, was nach EU-Recht kein Hinderungsgrund für eine deutsche Erlaubnis ist. Sitz und Erlaubnis sind zwei getrennte Dinge: Die deutsche Erlaubnis wird von der GGL in Halle (Saale) erteilt, der Sitz der Gesellschaft kann überall im EWR liegen.
Was die Tabelle nicht zeigt
Die Tabelle zeigt nur die formale Seite der Erlaubnis. Sie sagt nichts über das Wettprogramm, die Quoten, die Mindestquoten für Bonusaktionen, die Auszahlungsgeschwindigkeit oder die Frage, ob ein Anbieter Cash Out anbietet. Wer Sportwetten in Deutschland nutzt, sollte beides prüfen: die Whitelist für die Erlaubnis, das Wettprogramm für das, was tatsächlich gewettet werden kann.
Was die Whitelist für die Regionalliga bedeutet
Keiner der zehn Anbieter auf der Whitelist führt die Regionalliga in seinem Wettprogramm. Die Aufnahme einer Liga ins Wettprogramm ist eine eigene Entscheidung des Anbieters, die an § 21 Abs. 1a GlüStV gemessen wird. Anbieter mit deutscher Erlaubnis verengen ihr Programm dort, wo sie ein erhöhtes Manipulationsrisiko oder einen Amateurbezug sehen. Die Regionalliga fällt in diese Kategorie. Wer eine Wette auf ein Regionalliga-Spiel sucht, hat bei diesen zehn Anbietern keine Auswahl.
Grundlagen: Was die Regionalliga ist und warum sie aus dem Wettprogramm fällt
Die Regionalliga wurde 1963 eingeführt und gilt seit 2008/09 als vierthöchste Spielklasse. Sie gliedert sich in fünf Staffeln mit 18 bis 20 Mannschaften, betreut von fünf Ligaverbänden. Was sie von der 3. Liga unterscheidet, ist nicht die Spielstärke, sondern die Vertragsform: Die Spieler sind überwiegend Amateure oder Halbprofis, was den DFB-Amateurbegriff und die GGL-Praxis gleichermaßen auslöst.

Die Wettfrage ist deshalb keine Frage der Wettbewerbsfähigkeit, sondern eine der Spielregel. Nach § 21 Abs. 1a GlüStV sind Wetten auf Veranstaltungen, an denen überwiegend Amateure oder Minderjährige beteiligt sind, nicht erlaubt. Die GGL wendet diese Regel auf Fußball unterhalb der 3. Liga an. Die Anwendung ist nicht im Gesetz ausbuchstabiert, sondern in der Praxis der Erlaubnisbehörde verankert.
Warum die Spielklasse trotzdem Aufmerksamkeit bekommt
Die Regionalliga ist die Eingangstür zum Profifußball. Sie bringt Talente hervor, die später in der Bundesliga spielen. Sie produziert Pokalspiele, in denen ein Regionalligist auf einen Erstligisten trifft. Sie ist lokal verwurzelt, mit Stadionbesuchen unter 5.000 Zuschauern, was die mediale Aufmerksamkeit niedrig hält. Diese Mischung macht sie für Wettanbieter außerhalb der Erlaubnis attraktiv: Die Bekanntheit der Ligen ist hoch genug, um Spieler anzuziehen, die Kontrolle der Ergebnisse niedrig genug, um Quoten nach eigenem Gusto zu setzen.
Was das für Spieler bedeutet
Wer auf die Regionalliga wetten will, muss sich entscheiden, ob er das Risiko einer Wette ohne deutsche Erlaubnis trägt. Was er dafür bekommt, ist eine Quote. Was er dafür aufgibt, ist der Schutz des deutschen Rechts. Die Frage, ob der Tausch fair ist, hängt nicht vom Buchmacher ab, sondern vom Spieler selbst.
Rechtslage: Was erlaubt ist und was nicht
Die Rechtslage in Deutschland fußt auf dem Glücksspielstaatsvertrag 2021, der am 1. Juli 2021 in Kraft trat. Er überträgt die Aufsicht über Sportwetten im Internet der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale). Die GGL erteilt die Erlaubnis nach § 9a Abs. 1 Nr. 3, § 27f Abs. 1 GlüStV und überwacht die Einhaltung. Sie führt die offizielle Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV, die einzige verlässliche Prüfung einer Erlaubnis. Die Liste ist öffentlich und wird regelmäßig aktualisiert; am 02.10.2026 führte sie 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis.

Erlaubnis und ihre Reichweite
Eine Erlaubnis deckt nicht alles ab. Sie deckt genau das Wettprogramm ab, das der Anbieter bei der GGL angezeigt hat und das die GGL genehmigt hat. Eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele ist keine Erlaubnis für Sportwetten; eine Erlaubnis für Pferdewetten ist keine Erlaubnis für Fußballwetten. Wer wissen will, ob ein Anbieter eine bestimmte Wette annehmen darf, prüft die Whitelist und das Wettprogramm des Anbieters, nicht das Impressum der Website.
Wettprogramm nach § 21 GlüStV
§ 21 Abs. 1 GlüStV erlaubt festquotierte Wetten auf den Ausgang einer Sielsveranstaltung oder eines Abschnitts sowie auf Vorkommnisse im Spiel, einzeln oder kombiniert. Was nicht erlaubt ist, regelt § 21 Abs. 1a: Wetten auf Veranstaltungen überwiegend von Amateuren oder Minderjährigen, auf manipulationsanfällige Siele und auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung. Wetten auf soziale oder politische Ereignisse sind ebenfalls nicht erlaubt. Die GGL ergänzt diese Liste in ihrer Praxis, ohne sie im Gesetz zu veröffentlichen.
Live-Wetten und ihre Grenzen
In laufenden Sielsveranstaltungen darf nach § 21 Abs. 4 GlüStV nur auf das Endergebnis oder auf eine seltene Komponente gewettet werden. Im Fußball bedeutet das: nächstes Tor ja. Im Tennis: nächster Satz ja, nächster Punkt nein. Im Basketball: nächster Korb nein. Diese Beschränkung gilt für alle erlaubten Anbieter gleichermaßen. Wer eine Live-Wette auf eine Regionalliga-Partie sucht, sucht vergeblich – schon weil die Liga nicht im Wettprogramm steht.
Die Rechtsfolgen bei Angeboten ohne Erlaubnis
Ein Angebot ohne deutsche Erlaubnis ist nach § 4 Abs. 1 GlüStV unerlaubtes Glücksspiel. Die GGL kann Unterlassungs- und Zahlungsanforderung verfügen, Zahlungen blockieren und Netze sperren (§ 9 GlüStV). Strafrechtlich ist das Veranstalten nach § 284 StGB mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bedroht, das Bewerben nach § 284 StGB mit bis zu einem Jahr. Die Teilnahme als Spieler ist nach § 285 StGB mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe bedroht – wobei Verfolgungen einzelner Spieler in der Praxis nicht etabliert sind. Kein Gericht hat in den letzten Jahren Spieler verurteilt; die Drohung existiert im Gesetz, wird aber nicht verfolgt.
Die zivilrechtliche Frage: Rückzahlung verlorener Einsätze
Eine Reihe deutscher Gerichte hat in den letzten Jahren Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung verlorener Einsätze verpflichtet. Der Bundesgerichtshof hat am 25. Juli 2024 dem Europäischen Gerichtshof die Frage vorgelegt, ob die EU-Dienstleistungsfreiheit einer solchen Rückzahlung entgegensteht (Az. I ZR 90/23). Der Generalanwalt des EuGH hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 grundsätzlich die Möglichkeit bejaht – mit Ausnahme des Falls, dass Behörden zugesichert haben, die Erlaubnispflicht vorübergehend nicht durchzusetzen. Was diese Linie für einen einzelnen Spieler bedeutet, ist offen. Keine Garantie auf Rückzahlung lässt sich aus den Schlussanträgen ableiten.
Werbeerlaubnis und Werbebeschränkungen
Werbung für Glücksspiel darf nur von Erlaubnisinhabern betrieben werden (§ 5 Abs. 7 GlüStV). Ein Werbespot für ein Casino ohne Erlaubnis ist unzulässig. Für Sportwetten gilt zusätzlich: Keine Werbung für Wetten auf eine Sielsveranstaltung unmittelbar vor oder während der Live-Übertragung dieser Veranstaltung auf demselben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlern oder Funktionären, keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz (§ 5 Abs. 3, 6 GlüStV). Die 06:00-21:00-Sperre gilt für Slots, Online-Poker und Online-Casinospiele, nicht für Sportwetten.
Anbieter im Detail
Betano – Wettkonfigurator und Live-Streams
Betano wird in Deutschland von der Betkick Sportsbetting Limited betrieben; die Sportwetten-Erlaubnis der GGL ist seit dem 19.02.2021 erteilt. Die App nennt einen Bet Builder, einen Cash Out sowie Live-Streams von LaLiga, FA Cup, Tennis-Grand-Slams, NBA, EuroLeague und NFL. Das Angebot richtet sich an Fans von europäischem Spitzenfußball und US-Sport; regionale Ligen wie die Regionalliga finden keinen Platz im Programm.
Betano gehört zu den Anbietern mit Live-Streaming-Paket, was die Wette auf das laufende Siel überhaupt erst sinnvoll macht. Ohne Bild bleibt die Quote eine Schätzung. Mit Bild sieht der Spieler die Formation, die Auswechslungen, die Taktik – und kann seine Wette während des Siels anpassen. Cash Out gibt ihm die Möglichkeit, vor dem Schlusspfiff auszusteigen, wenn die Wette kippt. Der Bet Builder lässt ihn mehrere Märkte eines Siels zu einer Quote kombinieren – etwa Heimsieg und über 1,5 Tore. Die Kombination erhöht die Marge des Buchmachers, weshalb der Spieler prüfen sollte, ob die kombinierte Quote den Echtwert spiegelt.
Für Spieler, die auf den deutschen Markt angewiesen sind, ist Betano eine vollwertige Adresse. Für Spieler, die unbedingt auf die Regionalliga wetten wollen, nicht.
Sportwetten.de – deutschsprachiger Auftritt mit voller Erlaubnis
Sportwetten.de gehört zur NetX Betting Limited mit Sitz in Birkirkara, Malta. Die GGL-Erlaubnis für Sportwetten besteht seit dem 19.11.2020. Als Domain, die sich explizit an deutschsprachige Spieler richtet, ist das Wettprogramm konsequent auf diesen Markt zugeschnitten.
Die NetX Betting Limited steht seit 2020 auf der Whitelist und hat ihre Erlaubnis seither bestätigt. Sie bedient Spieler, die ein vollständig deutschsprachiges Angebot mit deutscher Lizenz suchen. Was sie nicht bietet, sind regionale Ligen unterhalb der 3. Liga. Für Spieler, die Bundesliga, 2. Bundesliga, 3. Liga und die internationalen Top-Ligen wetten wollen, ist Sportwetten.de eine konservative Adresse. Für Spieler, die in der Regionalliga tippen wollen, nicht.
Sportingbet – Konfigurator+ und sieben Sportarten
Sportingbet wird von der Sportingbet (Deutschland) Limited geführt, die ihre GGL-Erlaubnis am 09.10.2020 erhielt. Das Programm umfasst einen „Konfigurator+“, Live-Wetten und sieben Sportarten wie Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Handball, Darts und Snooker, was dem Standard deutscher Anbieter entspricht.
Was Sportingbet von der Konkurrenz unterscheidet, ist die Liste der Randsportarten. Darts und Snooker sind nicht bei allen Anbietern im Programm; wer auf kleinere Turniere setzt, prüft die Verfügbarkeit. Der Konfigurator+ kombiniert Auswahlen aus mehreren Partien – was eine Kombiwette über mehrere Spiele ermöglicht, ohne die Beziehung zwischen den Spielen zu kennen. Die Marge einer solchen Kombination ist höher als die einzelner Beine, weshalb der Spieler die Gesamtquote gegen die Einzelmargen prüfen sollte.
Betway – Cash Out und Wettkonfigurator
Betway wird durch die Betway Limited betrieben, die seit dem 09.03.2021 über eine Sportwetten-Erlaubnis der GGL verfügt. Die App bietet Cash Out, erkennbar am grünen Symbol unter „Meine Wetten“, sowie einen Wettkonfigurator für Fußball und einen Konfigurator+, der Auswahlen aus unterschiedlichen Partien kombiniert.
Cash Out ist ein zweischneidiges Werkzeug. Wer auszahlt, bevor die Wette durch ist, nimmt den Gewinn mit, den der Buchmacher ihm anbietet – nicht den Gewinn, den die Wette bei Sieg bringen würde. Cash Out ist eine Versicherung gegen Verlust, keine Optimierung des Gewinns. Wer Cash Out nutzt, sollte wissen, dass die Auszahlung unter dem erwarteten Wert liegt, weil der Buchmacher seine Marge einbaut. Für ungeduldige Spieler ist das Feature Gold wert; für geduldige ein Kostenfaktor.
888sport – börsennotierter Anbieter mit langer Historie
888sport wird durch die 888 Germany Limited angeboten, deren GGL-Erlaubnis seit dem 30.06.2021 besteht. Die Muttergesellschaft, die 888 Holdings PLC aus Gibraltar, ist bereits seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert. Diese Börsennotierung bietet dem Spieler eine Möglichkeit, die Unternehmensfinanzen einzusehen, auch wenn dies keine spezifische Aufsichtspflicht begründet.
Was 888sport von Mitbewerbern unterscheidet, ist die lange Geschichte der Marke. 888 ist aus dem Online-Casino-Geschäft gekommen, hat den Sportwetten-Bereich später aufgebaut und gehört zu den Anbietern, die in beiden Welten zu Hause sind. Für Spieler, die Wert auf die Solidität eines börsennotierten Unternehmens legen, ist das ein Argument. Für Spieler, die ein spezialisiertes Sportwetten-Angebot suchen, eher zweitrangig.
VBet – jüngere Erlaubnis, klassisches Programm
VBet wird von der SCGO Limited mit Sitz in St. Julian’s, Malta, betrieben und verfügt seit dem 05.12.2023 über eine Sportwetten-Erlaubnis der GGL. Damit zählt VBet zu den neueren Anbietern im Kreis der erlaubten Sportwetten-Veranstalter.
Die Erlaubnis ist neu, das Wettprogramm folgt der Logik des Marktes. Wer Sportwetten mit deutscher Erlaubnis nutzt, weiß: Die Ligen oberhalb der 3. Liga sind Standard, die Regionalliga ist außen vor. VBet fügt sich in dieses Bild ein, ohne eigene Akzente in den Vordergrund zu schieben. Für Spieler, die einen Anbieter mit kurzer Erlaubnishistorie testen wollen, ist VBet eine Option. Wer auf jahrelange Marktpräsenz Wert legt, findet anderswo längere Zeiträume.
MERKUR BETS – über 70 Sportarten in einer App
MERKUR BETS wird durch die Merkur Bets Malta Limited mit Sitz in St. Julian’s betrieben und besitzt seit dem 06.11.2023 eine GGL-Erlaubnis. Die App bewirbt „über 70 Sportarten und mehr als 250.000 Vorab- und Live-Wettmöglichkeiten“ und bündelt zudem MERKUR SLOTS im selben Angebot.
Die Zahl 70 ist für sich genommen ein Marketingwert. Wer 70 Sportarten zählt, kommt schnell auf Disziplinen, die nur saisonal stattfinden – australische Football-Ligen, College-Sport in den USA, Wintersport in der Südhalbkugel. Für den durchschnittlichen Spieler zählt, ob die Ligen, die ihn interessieren, im Programm stehen. Die Bundesliga, die Champions League, die NFL, die NBA – das sind die Konstanten. Die Regionalliga fehlt auch hier.
AdmiralBet – Erlaubnis mit drei Folgeausstellungen
AdmiralBet wird durch die Greentube Betting Malta Limited betrieben, die seit dem 09.10.2020 eine GGL-Erlaubnis hält; weitere Erlaubnisse folgten am 13.12.2022 und 29.07.2024. Die wiederholten Prüfungen durch die Behörde unterstreichen den Status als langjähriger Erlaubnisinhaber.
AdmiralBet gehört zur österreichischen Novomatic-Gruppe, was die Marke im DACH-Raum bekannt macht. Die deutsche Erlaubnis ist solide, das Wettprogramm folgt dem Markt. Für Spieler, die einen Anbieter mit österreichischer Herkunft und deutscher Erlaubnis suchen, ist AdmiralBet eine konservative Wahl. Für die Regionalliga gilt das Gleiche wie für alle anderen hier genannten Anbieter.
bet365 – der Branchenriese mit deutscher Erlaubnis
bet365 wird in Deutschland von der Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta, betrieben. Die Sportwetten-Erlaubnis der GGL gilt seit dem 09.10.2020. bet365 ist der umsatzstärkste Sportwetten-Anbieter weltweit; die deutsche Erlaubnis ist eine von vielen nationalen Erlaubnissen des Unternehmens.
Was bet365 auszeichnet, ist die Tiefe des Wettprogramms und die Qualität der Live-Streams. Wer auf europäischen Fußball, US-Sport, Tennis oder Pferderennen setzt, findet bei bet365 in der Regel das dichteste Angebot des Marktes. Das ändert nichts an der Regionalliga: Auch bet365 listet sie nicht im deutschen Wettprogramm. Die Sperre gilt für alle Erlaubnisinhaber gleichermaßen.
bpremium – britische Wurzeln mit deutscher Erlaubnis
bpremium wird in Deutschland von der Ladbrokes (Deutschland) Ltd mit Sitz in Gzira, Malta, betrieben. Die Sportwetten-Erlaubnis der GGL gilt seit dem 09.10.2020. Ladbrokes gehört zur britischen Entain-Gruppe, was die Marke in Großbritannien und Irland bekannt macht. Die deutsche Variante firmiert unter bpremium und tritt unter eigenem Namen auf.
Die britische Herkunft zeigt sich in der Tradition der Marke. Ladbrokes ist seit 1886 im Glücksspielgeschäft; bpremium erbt diesen Bestand. Für Spieler, die einen Anbieter mit langer Markengeschichte suchen, ist das ein Hinweis. Für die Wettauswahl auf deutsche Amateurligen gilt das gleiche Ausschlusskriterium wie bei allen anderen hier genannten Anbietern.
Was eine Wette wirklich kostet: Marge und Sportwettensteuer
Eine Wette kostet den Spieler mehr als den Einsatz. Sie kostet ihn die Marge des Buchmachers und, falls der Anbieter die Steuer nicht selbst trägt, die Wettsteuer. Was nach Abzug beider Größen übrig bleibt, ist sein erwarteter Verlust pro eingesetztem Euro.
Marge als versteckter Preis
Im 1X2-Markt eines Fußballspiels addieren sich die Kehrwerte der drei Quoten zu 1,0481, wenn die Quoten 2,10, 3,40 und 3,60 lauten. Die Auszahlungsquote – der Anteil, den alle drei Quoten an die Einsätze zurückzahlen – beträgt 1 ÷ 1,0481 = 0,954. Das entspricht 95,4 %. Die Marge – der Anteil, den der Buchmacher behält – beträgt 100 % − 95,4 % = 4,6 %.
Vier Komma sechs Prozent pro Einsatz klingt wenig. Wer 100 € setzt, verliert im Erwartungswert 4,60 €, ohne dass ein Spiel stattgefunden hat. Bei 1.000 Einsätzen zu 100 € sind es 4.600 € Verlust, allein aus der Marge. Das ist der Preis des Wettens. Wer Wetten als Unterhaltung versteht, akzeptiert ihn. Wer Wetten als Investition versteht, sollte ihn nicht zahlen.
Wettsteuer als zusätzliche Belastung
Die Sportwettensteuer wird nach §§ 16-25 RennwLottG erhoben. Sie beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz minus die Steuer selbst“, was etwa 5,03 % des gezahlten Betrags entspricht. Die Steuer schuldet der Veranstalter der Wette, nicht der Spieler. Der Anbieter kann sie selbst tragen, vom Gewinn abziehen oder dem Einsatz aufschlagen – er entscheidet.
„0 % Wettsteuer“ ist eine Werbeaussage, die besagt, dass der Anbieter die Steuer nicht auf den Spieler abwälzt. Sie ist kein Hinweis darauf, dass keine Steuer anfällt. Sie sagt nur, wer sie zahlt. Die Marge des Buchmachers bleibt davon unberührt.
Wie sich Marge und Steuer zusammensetzen
Ein Anbieter mit 4,6 % Marge, der die Steuer zusätzlich auf den Spieler abwälzt, kombiniert beide Kosten. Pro 100 € Einsatz zahlt der Spieler 100 € Einsatz und im Gewinnfall 5,03 € Steuer auf den Bruttoeinsatz, was die effektive Marge auf rund 9,3 % hebt. Bei einem Anbieter, der die Steuer selbst trägt, bleibt die Marge bei 4,6 %. Der Unterschied zwischen beiden Modellen ist auf den ersten Blick gering, macht über viele Wetten jedoch einen nennenswerten Betrag aus.
Wer den Preis einer Wette verstehen will, prüft drei Dinge: die Marge des Marktes, die Steuerpolitik des Anbieters und die Bedingungen der Aktion, falls eine solche läuft. Eine Wette mit 5 % Marge und vom Anbieter getragener Steuer kostet 5 % pro Einsatz. Eine Wette mit 5 % Marge und aufgeschlagener Steuer kostet 10 % pro Einsatz. Eine Wette mit 7 % Marge und aufgeschlagener Steuer kostet 12 % pro Einsatz. Die Differenzen sind nicht groß, summieren sich aber.
Verantwortungsvolles Spielen: OASIS, LUGAS und das Einzahlungslimit
Das deutsche Glücksspielrecht schützt den Spieler nicht durch Werbeversprechen, sondern durch technische Pflichten. Drei Systeme sind dafür zentral: OASIS, LUGAS und das Einzahlungslimit. Sie greifen nur bei Anbietern mit deutscher Erlaubnis.
OASIS – die zentrale Sperrdatei
OASIS ist das Spielersperrsystem nach §§ 8, 8a GlüStV. Jeder Anbieter mit deutscher Erlaubnis muss vor der Registrierung und bei jedem Login eines Spielers prüfen, ob eine Sperre vorliegt. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler eine Frist nennt, sonst mindestens ein Jahr. Wer in OASIS steht, kann sich bei keinem Erlaubnisinhaber mehr anmelden. Die Sperre gilt unabhängig vom Anbieter; sie wird zentral geführt.
LUGAS – die zentrale Limitdatei
LUGAS ist die Limitdatei nach § 6c GlüStV. Sie führt die Einzahlungen jedes Spielers über alle Erlaubnisinhaber hinweg und sorgt dafür, dass das gesetzliche Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat eingehalten wird. Wer 800 € bei Anbieter A einzahlt, kann bei Anbieter B nur noch 200 € einzahlen. Das Limit gilt unabhängig vom Anbieter; eine Aufteilung auf mehrere Konten ändert daran nichts.
Die Aktivitätsdatei nach § 6h GlüStV verhindert Parallelspiele: Wer bei Anbieter A spielt, kann nicht gleichzeitig bei Anbieter B spielen. Wer anbieterübergreifend spielen will, muss das aktive Spiel beenden.
Einzahlungslimit und seine Aufhebung
Das Standardlimit von 1.000 € pro Monat gilt für alle Spieler ohne Nachweis. Ein Anbieter darf für einen einzelnen Spieler ein höheres Limit festlegen, wenn der Spieler seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachweist. Eine Selbstauskunft reicht nicht; der Anbieter muss Einkommen oder Vermögen prüfen. Die Obergrenze liegt bei 30.000 € pro Monat für höchstens 1 % der aktiven Spieler, in Ausnahmefällen bis 10.000 €. Eine Heraufsetzung gilt frühestens nach sieben Tagen; eine Herabsetzung sofort.
Panikbutton und sofortige Sperre
Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 GlüStV löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus. Sie gilt anbieterübergreifend über OASIS und wird in der Regel nach Ablauf automatisch aufgehoben, wenn der Spieler nicht aktiv eine Selbstsperre beantragt. Wer den Panikbutton drückt, gewinnt 24 Stunden Bedenkzeit.
Was bei Anbietern ohne Erlaubnis fehlt
Keines dieser Systeme gilt bei Anbietern ohne deutsche Erlaubnis. Sie sind weder an OASIS angeschlossen noch führen sie LUGAS-Einträge. Es gibt kein monatliches Einzahlungslimit, keine Aktivitätsdatei gegen Parallelspiele, keinen Panikbutton. Der Spieler hat keine zentrale Stelle, die ihn sperrt, wenn er sich selbst sperren will. Wer bei einem solchen Anbieter spielt, ist auf seine eigene Disziplin angewiesen.
Volljährigkeit und Verifizierung
Die Teilnahme am Glücksspiel ist nach § 4 Abs. 3 GlüStV erst ab 18 Jahren erlaubt. Jeder Anbieter muss das Alter und die Identität des Spielers vor der ersten Auszahlung vollständig verifizieren (§ 6a GlüStV). Bis zur vollständigen Verifizierung darf ein Anbieter dem Spieler ein Spielkonto mit einer maximalen Einzahlung von 100 € für bis zu 72 Stunden einrichten; Auszahlungen sind in dieser Phase nicht möglich. Danach gilt: vollständige Identitätsprüfung, Zahlung nur auf ein Konto im eigenen Namen bei einem Geldwäschegesetz-pflichtigen Institut.
Treuhandkonto und Auszahlung
Spielerguthaben liegt auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto (§ 6b Abs. 6 GlüStV). Geht der Anbieter insolvent, ist das Guthaben geschützt. Bei Kontoschließung zahlt der Anbieter das Restguthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren aus (§ 6b Abs. 7 GlüStV). Wer bei einem Anbieter ohne diese Pflichten spielt, hat diese Sicherheit nicht.
Häufige Fragen
Kann man in Deutschland auf die Regionalliga wetten?
Bei einem Anbieter mit deutscher Erlaubnis nicht. Fußball unterhalb der 3. Liga fällt nach § 21 Abs. 1a GlüStV unter die Amateurregel und ist aus dem erlaubten Wettprogramm herausgenommen. Anbieter ohne deutsche Erlaubnis listen Regionalliga-Spiele, stehen aber nicht auf der Whitelist der GGL und sind nicht an OASIS oder LUGAS angeschlossen. Wer dort spielt, hat keine deutsche Anlaufstelle bei Streit und kein monatliches Einzahlungslimit.
Warum zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich?
Die GGL wendet § 21 Abs. 1a GlüStV auf Veranstaltungen an, an denen überwiegend Amateure beteiligt sind. Fußball unterhalb der 3. Liga fällt unter diese Kategorie, weil die Spieler dort überwiegend keine Lizenzspielerverträge nach § 7 DFB-Spielordnung haben. Die Anwendung der Regel auf die Regionalliga ist nicht im Gesetz ausbuchstabiert, sondern in der Erlaubnispraxis der GGL verankert. Wer auf Amateurfußball wetten will, findet in Deutschland kein erlaubtes Angebot.
Was bedeutet es, wenn ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis Regionalliga-Spiele listet?
Ein solcher Anbieter betreibt nach § 4 Abs. 1 GlüStV unerlaubtes Glücksspiel. Er ist weder an OASIS noch an LUGAS angeschlossen, kennt kein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 € und keine insolvenzgeschützte Treuhandkonto-Pflicht. Die GGL kann Unterlassung anordnen und Zahlungen blockieren. Für den Spieler bedeutet das: Quote ja, Schutz nein.
Woran ist erkennbar, ob ein Wettanbieter auf der GGL-Whitelist steht?
Die Whitelist der GGL nach § 9 Abs. 8 GlüStV ist die einzige verlässliche Prüfung einer Erlaubnis. Sie wird von der GGL in Halle (Saale) geführt, regelmäßig aktualisiert und ist online öffentlich zugänglich. Eine .de-Domain allein beweist keine Erlaubnis. Wer prüfen will, ob ein Anbieter eine Sportwetten-Erlaubnis hat, öffnet die Whitelist und sucht den Domain-Namen. Steht er dort, hat der genannte Inhaber eine Erlaubnis. Steht er nicht, hat er keine.
Welche Folgen hat ein Angebot außerhalb von OASIS und LUGAS für Einzahlungslimit und Spielersperre?
Ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis ist nicht an OASIS angeschlossen. Eine Selbstsperre, die der Spieler dort beantragt, gilt nur bei diesem Anbieter, nicht bei anderen Anbietern ohne Erlaubnis. Eine Sperre über OASIS, die bei einem Erlaubnisinhaber besteht, wirkt auch bei Offshore-Anbietern nicht, weil diese den Abgleich nicht durchführen. Das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 € aus LUGAS gilt nur bei Erlaubnisinhabern; bei Offshore-Anbietern gibt es keine zentrale Grenze. Wer eine Sperre über OASIS aktiviert hat, kann trotzdem bei einem Offshore-Anbieter einzahlen und spielen, weshalb die Sperre allein nicht ausreicht.
Fußball – wettenzahlungen
Inhalt erstellt vom Team «wettenzahlungen»
