Spielwetten-Tipps 2026: Wettanbieter mit GGL-Erlaubnis im Vergleich
Ladevorgang...
Stand: Oktober 16, 2026 · Geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL)

Wer eine Spielwetten-Tipp-Suche startet, will meistens eine konkrete Antwort: Wer gewinnt das Spiel am Samstag, welche Quote lohnt sich, welcher Anbieter ist seriös. Genau diese Antwort kann ein redlicher Text nicht geben. Was er kann, ist zeigen, wie ein Tipp überhaupt entsteht, was er leistet – und was er an Einsatz, Quote und Marge kostet, wenn er abgegeben wird. Wer das versteht, geht mit anderen Augen in den Wettschein.
Die rechtliche Seite gehört vorweg, weil sie in Deutschland den Rahmen setzt: Wetten auf Sportereignisse sind nur bei Anbietern erlaubt, die auf der offiziellen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder stehen. Was die Behörde erlaubt, was sie beschränkt und was sie ausschließt, prägt jeden Tipp, der auf einem deutschen Wettkonto abgegeben wird – von der Einzahlung über das Live-Spiel bis zur Auszahlung. Wer ohne diese Erlaubnis spielt, hat weder die Sperrdatei OASIS noch die Limitdatei LUGAS auf seiner Seite.
Der Begriff „Spielwette“ steht im Glücksspielstaatsvertrag (§ 21 Abs. 1) für die festquotierte Wette auf den Ausgang eines Sportereignisses oder eines Abschnitts davon. In der Sprache der Buchmacher heißt sie Einzelwette, in der Kombination Kombiwette. Was hier nicht behandelt wird, sind Langzeitwetten auf Meisterschaften oder Titel – sie funktionieren anders, sind an lange Boni gebunden und brauchen eine eigene Seite. Die folgende Darstellung konzentriert sich auf die einzelne Partie.
Wettanbieter mit GGL-Erlaubnis im Überblick
Eine Spielwetten-Tipp-Suche führt in Deutschland fast immer zuerst zur Anbieterliste. Die folgende Übersicht führt zehn Wettanbieter auf, die zum Stand des Whitelist-Snapshots vom 02.10.2026 eine Erlaubnis für Sportwetten im Internet besitzen. Die Reihenfolge ist keine Rangfolge nach Qualität; sie folgt dem Eingang der Erlaubnis. Welcher Anbieter für welchen Tipp der richtige ist, hängt von Sportart, Quotenformat und Spieltyp ab – und davon, welche Auflagen der Anbieter auf das eigene Konto anwendet.

| Anbieter | GGL-Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber | Erlaubnis für Sportwetten seit |
|---|---|---|
| Sportingbet | Erlaubt – Sportingbet (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| Tipwin | Erlaubt – Tipwin Limited | 09.10.2020 |
| ODDSET | Erlaubt – ODDSET Sportwetten GmbH | 18.11.2020 |
| Betano | Erlaubt – Betkick Sportsbetting Limited | 19.02.2021 |
| LeoVegas | Erlaubt – LVSports Limited | 21.10.2024 |
| Tiptorro | Erlaubt – Torro Tec Limited | 30.06.2021 |
| 888sport | Erlaubt – 888 Germany Limited | 30.06.2021 |
| Winamax | Erlaubt – WINAMAX S.A. | 29.06.2021 |
| MERKUR BETS | Erlaubt – Merkur Bets Malta Limited | 06.11.2023 |
| Bet3000 | Erlaubt – I.B.C. Sportsbetting Limited | 22.04.2026 |
Alle zehn Anbieter sind auf der Whitelist der GGL mit einer Erlaubnis nach § 9 Abs. 8 Glücksspielstaatsvertrag geführt. Eine Whitelist-Erlaubnis bedeutet die Aufsicht durch die GGL in Halle (Saale) und den Zugang zu OASIS und LUGAS. Eine Erstlaubnis läuft nach § 4c Abs. 1 GlüStV fünf Jahre; die Whitelist selbst zeigt nur das Datum der Erteilung, nicht das Ende.
Die Tabelle zeigt die juristische Seite. Welcher Anbieter im Wettprogramm Fußball, Turniere oder Live-Streams anbietet, ist eine andere Frage – sie gehört zum Abschnitt „Anbieter im Profil“ und wird dort beantwortet. Wer wissen will, welche Quote bei einem konkreten Spiel steht, sieht auf der Wettseite nach; die Seite zeigt nur, wer überhaupt spielen darf.
Was die Tabelle bewusst nicht zeigt: das Bonusprogramm, die Wettsteuer-Regelung im Haus des Anbieters oder die Auszahlungsdauer. Diese Punkte sind Vertragsbedingungen, die sich mit den Aktionen ändern und die jeder Anbieter auf seiner Webseite selbst führt. Wer dort liest, sieht den Stand, der für die nächste Einzahlung gilt.
Was eine Spielwette ist und was sie nicht ist
Eine Spielwette ist die festquotierte Wette auf den Ausgang einer einzelnen Partie oder eines Abschnitts davon (§ 21 Abs. 1 GlüStV). Die Quote, zu der sie angenommen wird, steht fest, sobald der Wettschein abgegeben ist; sie ändert sich nicht mehr, wenn der Ausgang anders ausfällt als erwartet. Was sich bis zum Anpfiff noch bewegt, ist die Quote selbst – sie reagiert auf neue Informationen über Aufstellung, Wetter oder Wettvolumen. Wer nach Anpfiff wetten will, gibt eine Livewette ab, und die Quote wird an die Spielsituation angepasst.
Eine Spielwette ist keine Vorhersage und kein Versprechen. Sie ist ein Vertrag: Einsatz gegen Quote gegen Ausgang. Was am Ende gezahlt wird, hängt vom Ausgang ab; die Quote ist die Wahrscheinlichkeit, die der Anbieter dem Ausgang zumisst – nicht die, die der Tipp voraussetzt. Wer „Sieg Heimmannschaft“ tippt, bekennt sich nicht zu 50 %, sondern nimmt eine Quote an, die einen Wert von 2,10 haben kann – was der Anbieter als Quote für ein Spiel mit knapp 48 % Heimsieg-Wahrscheinlichkeit ansetzt. Die Differenz zwischen beiden Zahlen ist die Marge des Anbieters, und sie steckt in jeder einzelnen Quote.
Die Spielwette unterscheidet sich von der Langzeitwette durch den Abrechnungszeitpunkt. Eine Spielwette wird mit dem Ende des Ereignisses abgerechnet; eine Langzeitwette wird mit dem Ende des Wettbewerbs abgerechnet, oft Monate später. Beide sind im Glücksspielstaatsvertrag erlaubt, beide unterliegen der gleichen Aufsicht – aber der Umgang ist ein anderer. Eine Langzeitwette steht in der Regel allein auf dem Wettschein; sie lässt sich nicht mit einer Spielwette kombinieren, ohne dass die Quote verfällt.
Was die Spielwette nicht ist: eine Versicherung gegen Verlust. Auch wenn die Quote hoch ist, ist der Ausgang offen. Eine Quote von 10,00 bedeutet nicht, dass der Ausgang mit 10 % Wahrscheinlichkeit eintritt – sie bedeutet, dass der Anbieter ihm eine solche Wahrscheinlichkeit zumisst. Zwischen beiden kann ein Abstand liegen, und der liegt in der Marge.
Wie eine Vorhersage entsteht – und warum sie trotzdem scheitern kann
Ein Tipp auf eine einzelne Partie ist das Ergebnis einer kleinen Recherche. Wer ihn erstellt, schaut in der Regel auf die Form der letzten Spiele, auf die Bilanz der direkten Vergleiche, auf den Kader und auf die Quote, die der Markt für das Spiel hergibt. Was am Ende herauskommt, ist eine Einschätzung – nicht eine Antwort.
Form bedeutet: Wie hat die Mannschaft die letzten fünf Spiele bestritten? Welche Spieler fallen aus? Wie sieht es mit dem Heimvorteil aus? Der Heimvorteil ist im Fußball real, aber kleiner, als die Quote suggeriert. Direkte Vergleiche helfen, wenn die Mannschaften sich oft begegnen – sie versagen, wenn sich seit dem letzten Vergleich die Kader komplett verändert haben. Der Kader entscheidet mehr, als die Tabelle zeigt.
Die Quote entscheidet, ob der Tipp überhaupt gespielt wird. Eine Quote von 1,30 für den klaren Favoriten ist hochwahrscheinlich, aber niedrig verzinst. Eine Quote von 4,50 für den Außenseiter ist attraktiv, aber riskant. Ein Tipp wird nur dann gespielt, wenn die eingeschätzte Wahrscheinlichkeit höher liegt als die Quote unterstellt – sonst ist die Wette einen Einsatz nicht wert. Das ist die Logik der Value-Wette: nicht „wer gewinnt“, sondern „ist die Quote zu hoch für das, was ich für wahrscheinliche halte“.
Warum kein Tipp sicher ist: weil Sportereignisse nicht-deterministisch sind. Ein Spieler kann in der ersten Minute verletzt ausgewechselt werden, ein Platzverweis kann das Spiel kippen, ein Elfmeter kann verschossen werden. Wer einen Tipp abgibt, akzeptiert, dass er falsch liegen kann. Die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Tipp richtig liegt, ist die Wahrscheinlichkeit, mit der er falsch liegt, abzüglich der Marge des Anbieters – und diese Marge liegt je nach Markt und Anbieter zwischen drei und zehn Prozent.
Die Konsequenz: Wer nach einem Tipp sucht, der „sicher“ ist, sucht nach etwas, das es nicht gibt. Er findet stattdessen Anbieter, die mit dem Wort „sicher“ werben – und es meistens auf die Auszahlung beziehen, nicht auf den Ausgang. Das ist keine Lüge, aber es ist auch keine Garantie.
Was die Marge ist und wie sie sich auf die Quote auswirkt
Die Marge eines Marktes ist das, was der Anbieter von jedem Euro Einsatz einbehält, bevor er auszahlt. Sie steckt in der Quote und ist für den Spielenden unsichtbar – bis er nachrechnet. Ein Beispiel: Ein Anbieter quotiert ein Fußballspiel Heimsieg mit 1,90, Auswärtssieg mit 1,90. Wer hier nachrechnet, bildet die Auszahlungsquote: 1 geteilt durch (1/1,90 + 1/1,90) = 1 geteilt durch 1,0526 = 0,95. Das heißt: 95 Cent von jedem Euro Einsatz zahlt der Anbieter im Schnitt zurück. Die Marge beträgt 5 % – ein typischer Wert für einen ausgeglichenen Zwei-Wege-Markt.
Liegt ein Beispiel, dass die Quoten 2,10 und 1,70 sind. Die Auszahlungsquote ist 1 / (1/2,10 + 1/1,70) = 1 / (0,4762 + 0,5882) = 1 / 1,0644 = 0,9395. Die Marge beträgt etwa 6,05 %. Der Anbieter behält mehr, weil das Spiel nicht ausgeglichen quotiert ist. Bei einem klaren Favoriten wird die Marge tendenziell größer, weil der Favoritenmarkt für den Anbieter leicht zu spielen ist.
Bei einem Drei-Wege-Markt wie 1X2 im Fußball verteilt sich die Marge auf alle drei Ausgänge. Sind die Quoten 2,20 für Heimsieg, 3,40 für Unentschieden und 3,60 für Auswärtssieg, ergibt sich: 1 / (1/2,20 + 1/3,40 + 1/3,60) = 1 / (0,4545 + 0,2941 + 0,2778) = 1 / 1,0264 = 0,9743. Die Marge beträgt etwa 2,57 % – ein sehr niedriger Wert, der für einen umkämpften Markt spricht. Solche Margen findet man auf den großen europäischen Ligen; in kleineren Ligen oder bei Nischensportarten ist die Marge höher.
Was das für den Spielenden bedeutet: Die Quote, die er sieht, ist nie der faire Preis. Sie ist der faire Preis minus Marge. Wer auf einen Ausgang mit Quote 2,00 wettet, wettet auf einen Ausgang, dessen faire Quote bei 2,10 läge, wenn der Anbieter keine Marge nehmen würde. Der Unterschied ist klein, summiert sich aber über das Jahr.
Wie lässt sich die Marge lesen? Die Auszahlungsquote wird in Prozent angegeben und heißt im Markt „Quotenschlüssel“ oder „Auszahlungsquote“. Ein Quotenschlüssel von 95 % entspricht einer Marge von 5 %. Der Anbieter, der mit den „besten Quoten“ wirbt – Winamax bezieht sich auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen vom 01.04.2025 bis 30.08.2025, nach der das Haus bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins lag –, wirbt mit einer Eigenschaft, die messbar ist, aber nicht für jedes Spiel gilt. Wer den Markt vergleicht, vergleicht die Quote für genau das Spiel, das er spielen will.
Rechtslage in Deutschland: Wer spielen darf und wer nicht
Spielwetten sind in Deutschland nur erlaubt, wenn der Anbieter eine Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder besitzt. Die Behörde sitzt in Halle (Saale), führt die Aufsicht nach dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 und veröffentlicht die Liste der Erlaubnisinhaber auf ihrer Webseite – die sogenannte Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV. Stand des Snapshots vom 02.10.2026: 30 Einträge, davon 27 Inhaber mit Sportwetten-Erlaubnis (zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten) und drei reine Pferdewetten-Erlaubnisinhaber.

Eine .de-Domain beweist nichts. Eine Malta-Lizenz beweist in Deutschland nichts. Eine Curaçao- oder Anjouan-Lizenz ebenfalls nicht. Was zählt, ist der Eintrag auf der GGL-Whitelist – und nur die Domain, die dort unter der Sportwetten-Erlaubnis steht, darf Sportwetten annehmen. Hat ein Anbieter auf der Whitelist eine Slot-Erlaubnis oder eine Casino-Erlaubnis, gilt diese Erlaubnis nicht für das Sportwettangebot.
Was die Erlaubnis mit sich bringt: OASIS, die Sperrdatei nach §§ 8, 8a GlüStV, in die ein Spieler sich selbst eintragen lassen kann und die bei jeder Anmeldung und jedem Login abgefragt wird. LUGAS, die Limitdatei, die das gesetzliche Einzahlungslimit von 1.000 € pro Monat durchsetzt und Parallel-Spiel über Anbieter hinweg erkennt. Die Aufsicht über Werbung und Auflagen, insbesondere das Verbot von Werbung mit aktiven Sportlern und das Verbot werbeabhängiger Affiliate-Vergütung. Die Insolvenzsicherung des Spielergeldes auf einem geschützten Treuhandkonto, das bei Kontoschließung innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt wird.
Was die Erlaubnis nicht mit sich bringt: eine Garantie, dass jeder Tipp gewinnt. Sie ist keine Qualitätskontrolle der Quoten, sondern eine Aufsicht über den Betrieb. Welche Quote ein Anbieter stellt, ist seine Sache.
Die GGL hat am 17. September 2026 ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten gewarnt und nennt dabei namentlich Anbieter, die ohne deutsche Erlaubnis auf dem Markt sind. Wer dort spielt, hat keinen Zugang zu OASIS und LUGAS, hat im Streitfall keinen deutschen Rechtsweg und hat im Fall einer Insolvenz des Anbieters keinen Zugriff auf die deutsche Insolvenzsicherung. Die strafrechtliche Verfolgung der Spielenden ist nicht etabliert – aber die zivilrechtliche Rückforderung ist es: Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus den Jahren 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt des EuGH hält es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24, Tipico) grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Anbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten – mit einer Ausnahme für Fälle, in denen Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Kein Spieler kann aus diesen Verfahren einen Anspruch ableiten; sie zeigen aber, dass die zivilrechtliche Seite des illegalen Spiels offen ist.
Was auf einem Wettkonto erlaubt ist und was nicht
Wer ein Wettkonto bei einem Anbieter mit GGL-Erlaubnis eröffnet, bewegt sich innerhalb eines Regelwerks, das im Glücksspielstaatsvertrag steht und im Vertrag des Anbieters wiederholt wird. Die wichtigsten Regeln, die das einzelne Spiel betreffen:
Alter und Verifikation. Teilnahme ab 18 Jahren (§ 4 Abs. 3 GlüStV). Vor der vollständigen Verifikation darf der Anbieter maximal 72 Stunden Spiel mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlung ermöglichen. Wer älter ist, aber die Verifikation scheut, kann nicht auszahlen. Die Verifikation umfasst Ausweis, Adresse und – seit der verschärften Geldwäschebekämpfung – die Herkunft der Mittel.
Einzahlungslimit. Standard sind 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg (§ 6c Abs. 1 GlüStV). Die Limitdatei LUGAS setzt dieses Limit durch; eine Erhöhung ist nur mit nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit möglich – eine Selbsterklärung reicht nicht. Die Spanne: bis 10.000 € im Einzelfall, 10.000 bis 30.000 € für maximal ein Prozent der aktiven Spielenden. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen.
Sperrdatei OASIS. Wird bei Registrierung und Login abgefragt. Wer selbst gesperrt ist, kann sich nicht anmelden. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler eine Frist nennt; ohne Frist mindestens ein Jahr. Eine Aufhebung ist erst nach Ablauf und mit Sperrfrist möglich. Der Panikbutton (§ 6i Abs. 3) löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus.
Parallel-Spiel. Verboten (§ 6h GlüStV, Aktivitätsdatei). Wer auf zwei Anbietern gleichzeitig spielt, wird durch LUGAS erkannt und muss mit einer Kontosperre rechnen. Ausnahmen gibt es keine.
Zahlungswege. Nur von einem Zahlungskonto auf den eigenen Namen bei einem Institut nach dem Geldwäschegesetz (§ 6b Abs. 4 GlüStV). Anonyme Zahlungsmittel sind nicht erlaubt – das schließt Kryptowährungen und anonyme Prepaid-Karten aus dem lizenzierten Markt aus. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter konkret annimmt, steht in dessen AGB.
Was nicht erlaubt ist: Wetten auf Sportereignisse mit hauptsächlich Minderjährigen oder Amateuren (GGL-Praxis: Fußball unterhalb der 3. Liga zählt als Amateursport), manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung (§ 21 Abs. 1a). Wetten auf soziale oder politische Ereignisse sind im GlüStV nicht als Sportwetten erfasst. E-Sport-Wetten: Die GGL stellt fest, dass Wetten auf E-Sport nicht möglich sind, weil E-Sport nicht als Sport anerkannt ist. Virtuelle Sportwetten: keine Etablierung im Sinne des GlüStV.
Live-Wetten (§ 21 Abs. 4): Während eines laufenden Ereignisses darf nur auf das Endergebnis gewettet werden oder – in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind – auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente. Nächstes Tor im Fußball ja, nächster Satz im Tennis ja; nächster Punkt im Tennis oder nächster Korb im Basketball nein.
Wettsteuer. Die Sportwettensteuer beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“, also rund 5,03 % des gezahlten Betrags (§§ 17, 18 RennwLottG). Sie wird vom Veranstalter geschuldet, nicht vom Spielenden (§ 19). Ob und wie der Anbieter sie an den Spielenden weitergibt, ist eine Frage der AGB – Winamax bewirbt „0 % Wettsteuer“, andere Anbieter ziehen die Steuer direkt vom Gewinn ab. Eine Aussage „5,3 % vom Einsatz“ wäre falsch; die korrekte Aussage kommt aus den AGB des Anbieters.
Werbung und Boni. Nur Erlaubnisinhaber dürfen für Glücksspiel werben (§ 5 Abs. 7). Für Sportwetten gilt kein 6:00-bis-21:00-Verbot wie für Slots und Online-Casinospiele; verboten sind aber Werbung unmittelbar vor oder während der Live-Übertragung desselben Ereignisses auf demselben Kanal, Werbung mit aktiven Sportlern und werbeabhängige Affiliate-Vergütung. Eine gesetzliche Obergrenze für Sportwetten-Boni existiert nicht; Umsatz, Mindestquote und Fristen kommen aus den AGB.
Verantwortungsvolles Spielen: Vom Einzahlungslimit zur Selbstsperre
Wer in Deutschland legal spielt, bewegt sich in einem Schutzrahmen, der nicht überall selbstverständlich ist. Das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Monat ist die wichtigste Größe für Spielende mit kleinem Budget; wer mehr ausgeben will, muss nachweisen, dass er es kann. Die Sperrdatei OASIS ist die wichtigste Größe für Spielende, die merken, dass sie aufhören sollten – eine Selbstsperre ist kostenlos, gilt ab dem Eintrag und kann nicht vor Ablauf der Frist aufgehoben werden. Der Panikbutton ist die wichtigste Größe für den Moment, in dem die Sperre zu lang dauert: 24 Stunden Sperre, sofort, ohne Begründung.
Wer über sich selbst hinaus Anlaufstellen sucht, findet sie bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und bei der Caritas. Beide Stellen bieten Beratung für Spielsucht; die Kosten trägt der Hilfesuchende nicht. Was die Anbieter selbst anbieten – Limits, Reality-Checks, Selbstausschluss – ist in den AGB beschrieben; was sie tun, wenn ein Spielender die Limits überschreitet, ist ebenfalls dort dokumentiert.
Was die Aufsicht nicht kann: Sie kann das Spielen nicht verhindern, sondern nur den Rahmen setzen. Wer spielen will, findet einen Anbieter; wer aufhören will, findet eine Sperre. Was dazwischen liegt, ist die eigene Entscheidung.
Sportarten und Turniere: Was wann auf dem Wettschein steht
Spielwetten-Tipps suchen ihre Saisons. Fußball ist das ganze Jahr über verfügbar – Bundesliga, Dauer, England, Spanien, Italien. Die europäischen Top-Ligen beginnen im August und enden im Mai; die zweite Hälfte des Kalenderjahres ist die Zeit der nationalen Pokale und der europäischen Wettbewerbe. Im Winter geht es in die Champions League und die Europa League; im Sommer in die Bundesliga-Relegation und die Nationalmannschaftspausen.
Europameisterschaft und Weltmeisterschaft sind die zwei Anlässe, an denen sich auch der Gelegenheits-Tipper mit Spielwetten beschäftigt. Die EM 2028 ist das nächste kontinentale Turnier im Fußball; die WM 2026 steht im Sommer in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko an. Beide Turniere bringen einen dichten Spielplan, an dem Quoten für jedes Spiel stehen. Die Nachfrage konzentriert sich auf die Vorrunde; die K.-o.-Runde bringt die höchsten Quoten, aber auch die höchste Unvorhersehbarkeit.
Basketball, Handball, Eishockey und Tennis ergänzen das Programm. Die deutsche Basketball-Bundesliga läuft parallel zur europäischen Saison; die NBA beginnt im Oktober und endet im Juni mit den Finals. Die Handball-Bundesliga konzentriert sich auf die Herbst- und Frühjahrsmonate; die Eishockey-Saison läuft von September bis April. Tennis wird ganzjährig gespielt, mit Schwerpunkten auf den vier Grand-Slam-Turnieren im Januar, Mai/Juni, Juli und August/September.
Was die Verfügbarkeit angeht: Welche Spiele ein Anbieter anbietet, hängt von seinem Wettprogramm ab. Große Anbieter wie Tipwin – Premium-Partner des Deutschen Basketball Bundes, Partnerschaft bis zum 31. Dezember 2026 verlängert –, Sportingbet, Betano und Winamax decken das volle Programm ab. Kleinere Anbieter konzentrieren sich auf die populären Sportarten Fußball, Tennis und Basketball; Nischensportarten wie Snooker, Darts oder Padel sind nur bei einigen verfügbar.
Wer einen Tipp auf eine bestimmte Partie sucht, sollte die Wettprogramme der Anbieter direkt vergleichen. Die Quote, die ein Anbieter für ein bestimmtes Spiel stellt, kann sich von der eines anderen um fünf bis zehn Prozent unterscheiden – und genau das ist die Differenz, die ein Tipp über das Jahr macht.
Anbieter im Profil
Die folgenden Abschnitte widmen sich den zehn Anbietern aus der tabellarischen Übersicht. Die Profile bieten eine Lesehilfe zur Auswahl: Welcher Anbieter passt zu welchem Tipp, welche Besonderheiten zeichnen ihn aus? Jede Darstellung schließt mit einer Einordnung der Stärken – ohne eine Rangfolge oder eine Empfehlung auszusprechen.
Sportingbet
Sportingbet betreibt das Wettangebot über Sportingbet (Deutschland) Limited, Malta. Die GGL-Erlaubnis für Sportwetten besteht seit dem 09.10.2020, eine Folgelaubnis wurde am 21.12.2022 erteilt. Die Whitelist führt Sportingbet mit der Erlaubnis nach § 9 Abs. 8 GlüStV.
Das Wettprogramm deckt Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Handball, Darts und Snooker ab. Hinzu kommen der „Konfigurator+“ für die Kombination mehrerer Märkte und Live-Wetten auf das volle Programm. Wer auf Nischensportarten wie Darts oder Snooker tippen will, findet hier eine breitere Auswahl als bei vielen Wettbewerbern.
Sportingbet passt zum Spielenden, der ein breites Programm schätzt und Konfigurator-Funktionen für die Kombination nutzt. Wer auf die klassischen drei Sportarten Fußball, Tennis und Basketball setzt, findet das Programm auch anderswo – der Vorteil liegt in der Breite.
Tipwin
Tipwin läuft über Tipwin Limited, Malta. Erste Erlaubnis am 09.10.2020, Folgelaubnis am 27.12.2022 und 09.01.2024. Tipwin ist Premium-Partner des Deutschen Basketball Bundes; die Partnerschaft wurde bis zum 31. Dezember 2026 verlängert und läuft damit mindestens drei weitere Jahre.
Die Partnerschaft mit dem DBB bedeutet, dass Tipwin die Basketball-Bundesliga besonders eng im Wettprogramm führt – inklusive Wettbewerben und Sonderwetten, die ein Anbieter ohne Partnerschaft nicht hat. Wer auf deutschen Basketball tippt, hat hier den direktesten Zugang zum Wettprogramm.
Tipwin passt zum Spielenden, der Basketball in der Breite tippt und die deutsche Liga besonders schätzt. Die Partnerschaft ist ein konkretes Engagement, das über das Standardprogramm hinausgeht.
ODDSET
ODDSET wird von der ODDSET Sportwetten GmbH betrieben, einem deutschen Unternehmen. Das Regierungspräsidium Darmstadt erteilte die Erlaubnis am 15.12.2022 für Sportwetten im Internet und im stationären Vertrieb; eine Folgelaubnis erfolgte am 18.11.2020 – die Daten in der Tabelle folgen dem Whitelist-Eintrag. Aufsichtsbehörde ist die GGL in Halle (Saale).
ODDSET ist die Traditionsmarke unter den deutschen Wettanbietern, mit Präsenz im stationären Vertrieb über Annahmeständler und im Internet. Wer die Marke aus der Anfangszeit des deutschen Glücksspielmarkts kennt, findet sie hier wieder.
ODDSET passt zum Spielenden, der einen deutschen Anbieter mit stationärem Vertrieb sucht und das klassische Wettprogramm schätzt. Der Standortvorteil liegt in der Präsenz vor Ort – wer den Wettschein im Laden abgeben will, hat hier die längste Erfahrung.
Betano
Betano läuft über die Betkick Sportsbetting Limited, San Giljan, Malta; das Unternehmen ist im Besitz der griechischen Stoiximan-Gruppe. Erste Erlaubnis am 19.02.2021, Folgelaubnis am 16.12.2022. Die App „Betano Sportwetten und Slots“ wird im Apple App Store von der KAIZEN GAMING INTERNATIONAL LIMITED angeboten.
Das Wettangebot umfasst Live-Streaming unter anderem von LaLiga, FA Cup, den Grand-Slam-Turnieren im Tennis, NBA, EuroLeague und NFL. Hinzu kommen der Bet Builder für die Kombination mehrerer Märkte eines Spiels und Cash Out. Wer auf europäischen Top-Fußball, Tennis oder US-Sport tippt und das Spiel live verfolgen will, hat hier eine gebündelte Anlaufstelle.
Betano passt zum Spielenden, der Live-Streaming schätzt und seine Wetten auf europäische und US-Sportarten setzt. Das Programm ist auf die Top-Ligen konzentriert; Nischensportarten sind weniger prominent.
LeoVegas
LeoVegas wird von der LVSports Limited, Malta, betrieben. Erste Erlaubnis am 21.10.2024 für Sportwetten; eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele besteht seit dem 27.02.2023.
LeoVegas ist als Casino-Anbieter bekannt und hat sein Sportwettenangebot in den letzten Jahren ausgebaut. Wer ein Konto bei LeoVegas aus anderer Motivation hat, findet hier auch Spielwetten auf dem gleichen Konto.
LeoVegas passt zum Spielenden, der ohnehin ein Konto beim Anbieter hat und das Sportwettenangebot als Ergänzung nutzt. Wer von vornherein auf Sportwetten setzt, hat Anbieter mit längerer Sporthistorie.
Tiptorro
Tiptorro wird von der Torro Tec Limited, Malta, betrieben. Erste Erlaubnis am 30.06.2021, Folgelaubnis am 27.12.2022. Die Tiptorro-App wird im App Store mit dem Hinweis auf die GGL-Whitelist angeboten.
Tiptorro gehört zur Tipico-Gruppe und nutzt Teile derselben Infrastruktur. Wer das Tipico-Erlebnis in einer eigenen Marke sucht, findet es hier.
Tiptorro passt zum Spielenden, der die Tipico-Logik in einer eigenen Marke sucht. Die Spielmechanik unterscheidet sich nicht wesentlich; wer ein Konto bei Tipico hat, braucht Tiptorro in der Regel nicht zusätzlich.
888sport
888sport ist Teil der 888-Gruppe mit Sitz in Gibraltar; die Holding 888 Holdings PLC ist seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert. Betreiberin in Deutschland ist die 888 Germany Limited; erste Erlaubnis am 30.06.2021, Folgelaubnis am 15.12.2022.
888sport gehört zu den etablierten Marken im internationalen Sportwettenmarkt. Die Börsennotierung bedeutet eine öffentliche Rechnungslegung, die über private Anbieter hinausgeht.
888sport passt zum Spielenden, der einen international etablierten Anbieter mit börsennotierter Muttergesellschaft sucht. Wer das Casino-Angebot der 888-Gruppe kennt, findet hier die Sportwetten auf demselben Konto.
Winamax
Winamax wird von der WINAMAX S.A. betrieben, einer französischen Société anonyme. Erste Erlaubnis am 29.06.2021, Folgelaubnis am 08.12.2022. Winamax bewirbt „0 % Wettsteuer und die besten Quoten“ und bezieht sich auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball vom 01.04.2025 bis 30.08.2025, nach der das Haus bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins lag.
Winamax TV bietet Live-Streams von La Liga, Serie A, Ligue 1, Primeira Liga, Eredivisie und MLS, von den vier Grand-Slam-Turnieren und allen ATP- und WTA-Turnieren sowie von NBA und NFL. Die Quote-Aussage ist messbar, aber auf eine Studie bezogen – wer nachprüft, sieht den Stand zum Zeitpunkt der Studie.
Winamax passt zum Spielenden, der auf europäische Top-Ligen und Grand-Slam-Tennis setzt, Live-Streaming schätzt und auf die Wettsteuer achtet. Die Quote-Aussage ist ein Hinweis, kein Versprechen; wer sie nachprüft, sieht das aktuelle Wettprogramm.
MERKUR BETS
MERKUR BETS wird von der Merkur Bets Malta Limited betrieben, mit Sitz in St. Julian’s, Malta. Erste Erlaubnis am 06.11.2023.
Die MERKUR-BETS-App ist kostenlos und nennt „über 70 Sportarten und mehr als 250.000 Vorab- und Live-Wettmöglichkeiten“. Sie enthält in derselben App auch MERKUR SLOTS – ein Hinweis auf die hybride Nutzung von Sportwetten und Casino auf einem Konto.
MERKUR BETS passt zum Spielenden, der ein Hybrid-Konto aus Sportwetten und Slots schätzt und ein breites Programm sucht. Wer nur Sportwetten will, hat das Programm auch anderswo – die Stärke liegt in der Verknüpfung mit dem Casino-Angebot der Gauselmann-Gruppe.
Bet3000
Bet3000 läuft über die I.B.C. Sportsbetting Limited, Sliema, Malta. Erste Erlaubnis am 22.04.2026 – damit ist Bet3000 der jüngste Anbieter in dieser Übersicht. Die Erlaubnis ist im Whitelist-Snapshot vom 02.10.2026 eingetragen.
Bet3000 gehört zur I.B.C.-Gruppe und ist im deutschen Markt neu im Whitelist-Stand. Die jüngere Erlaubnis bedeutet, dass die GGL-Aufsicht erst seit kurzem besteht – was nicht heißt, dass der Anbieter neu ist, sondern nur, dass er unter dem aktuellen Regime neu erlaubt wurde.
Bet3000 passt zum Spielenden, der einen Anbieter mit frischer GGL-Erlaubnis sucht und das Wettprogramm vor dem ersten Tipp prüft. Wer einen Anbieter mit längerer Aufsichtshistorie bevorzugt, hat Alternativen.
Wie eine Spielwette technisch funktioniert
Eine Spielwette ist eine festquotierte Wette auf den Ausgang eines Sportereignisses. Die Quote, die der Anbieter stellt, ist die Wahrscheinlichkeit, die der Anbieter dem Ausgang zumisst – nicht die, die der Tipp voraussetzt. Die Auszahlung bei Gewinn ist Einsatz × Quote. Der Nettogewinn ist Einsatz × (Quote − 1). Eine Wette von 10 € auf eine Quote von 2,50 zahlt 25 € zurück und lässt 15 € Gewinn.
Beispielrechnung. Einsatz 50 €, Quote 1,90, Heimsieg geht auf. Rückzahlung: 50 € × 1,90 = 95 €. Davon sind 50 € Einsatz und 45 € Nettogewinn. Verloren ist die Wette bei jedem anderen Ausgang; der Einsatz verfällt vollständig.
Eine Kombiwette multipliziert die Quoten der Einzelwetten zu einer Gesamtquote. Wer drei Spiele mit Quote 1,90, 2,10 und 1,80 kombiniert, erhält eine Gesamtquote von 1,90 × 2,10 × 1,80 = 7,182. Ein Einsatz von 10 € zahlt bei Gewinn 71,82 € zurück. Die Kombiwette gewinnt nur, wenn alle drei Einzelspiele richtig getippt sind; verliert auch nur eines, verfällt der gesamte Einsatz.
Eine Livewette wird während des laufenden Spiels abgegeben. Die Quote reagiert auf Tore, Auswechslungen und Spielverlauf. Wer bei 1:0 in der 30. Minute auf Heimsieg wettet, akzeptiert eine niedrigere Quote als vor dem Spiel – aber das Risiko, dass der Ausgang kippt, ist kleiner geworden. Im deutschen Markt sind die Live-Wetten nach § 21 Abs. 4 GlüStV beschränkt: erlaubt ist die Wette auf das Endergebnis sowie auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente in Sportarten mit seltenen Ereignissen. Nicht erlaubt ist die Wette auf den nächsten Punkt im Tennis oder den nächsten Korb im Basketball.
Cash Out ist eine Funktion des Anbieters, nicht des Marktes. Der Anbieter kauft dem Spielenden den Wettschein vor dem Ende des Ereignisses ab – zu einer Quote, die das Haus selbst festlegt. Wer vorzeitig aussteigen will, bekommt einen Betrag, der unter dem liegt, was die Wette am Ende wert wäre – aber über dem, was bei einem späteren Kippen des Ausgangs verloren wäre. Die Höhe des Cash-Out-Werts ist Verhandlungssache des Anbieters; er fällt insbesondere dann gut aus, wenn das Spiel in die Richtung des getippten Ausgangs läuft.
Was die Spielwette nicht kann: Sie kann das Ereignis nicht beeinflussen. Wer auf Heimsieg wettet, ändert nichts am Spiel. Wer eine hohe Quote nimmt, ändert nichts an der Wahrscheinlichkeit. Das Verhältnis zwischen Quote und Wahrscheinlichkeit bleibt, was es ist: ein Vertrag, kein Eingriff.
Wie ein Bonus entsteht und was er kostet
Ein Willkommensbonus ist eine Geste des Anbieters, keine Garantie. Er ist an Umsatzbedingungen gebunden – meist ein Vielfaches des Bonusbetrags, das auf Sportwetten umgesetzt werden muss, bevor der Bonus und die damit erzielten Gewinne ausgezahlt werden. Hinzu kommt eine Mindestquote, oft 1,50 oder 2,00; Wetten unterhalb dieser Quote zählen nicht zum Umsatz.
Beispiel: Ein Bonus von 100 % auf 100 € Einzahlung bedeutet 100 € Bonus. Die Umsatzbedingung sei 5-fach auf den Bonus, also 500 € Umsatz. Bei einer Mindestquote von 1,50 muss der Spielende 500 € an qualifizierten Wetten setzen, bevor er auszahlen kann. Was bleibt: der ursprüngliche Einsatz und der Bonus minus der erwarteten Marge des Anbieters über die 500 € Umsatz.
Die erwarteten Kosten des Bonus lassen sich schätzen: Die Marge eines typischen Fußballmarktes liegt zwischen 3 und 8 %. Bei einem Umsatz von 500 € und einer angenommenen Marge von 5 % verliert der Spielende statistisch 25 €. Bleiben vom Bonus 100 € noch 75 €, wenn alle Wetten auf den typischen Märkten abgegeben werden. Das ist der erwartete Wert des Bonus – nicht der versprochene.
Was den Bonus kompliziert: Die Frist. Viele Anbieter geben 30 oder 90 Tage, um den Umsatz zu erreichen. Wer die Frist verpasst, verliert Bonus und Gewinne. Hinzu kommen ausgeschlossene Wettmärkte – oft Live-Wetten und Kombiwetten mit hoher Quote – und ein Maximum pro Wette, das verhindert, dass der gesamte Umsatz auf eine Quote gesetzt wird.
Worauf zu achten ist: Die AGB lesen, bevor der Bonus angenommen wird. Wer die Bedingungen nicht erfüllen will oder kann, nimmt den Bonus nicht an – er lässt sich in den meisten Fällen ablehnen, ohne dass das Konto gesperrt wird. Wer die Bedingungen erfüllen will, behält die Frist, die Mindestquote und die zugelassenen Märkte im Auge.
Wettsteuer: Wer sie zahlt und wer sie ankündigt
Die Sportwettensteuer ist eine deutsche Besonderheit. Sie beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“, was rund 5,03 % des gezahlten Betrags entspricht. Sie wird vom Veranstalter der Wette geschuldet, nicht vom Spielenden. Ob und wie der Anbieter sie an den Spielenden weitergibt, ist eine Frage der AGB – und nicht einheitlich.
Drei Modelle sind verbreitet: Der Anbieter übernimmt die Steuer und wirbt damit („0 % Wettsteuer“, wie Winamax). Der Anbieter zieht die Steuer direkt vom Gewinn ab, sodass eine Wette von 10 € auf Quote 2,00 statt 20 € nur 19,50 € auszahlt. Der Anbieter zieht die Steuer vom Einsatz ab, sodass die Wette mit 9,50 € Einsatz auf Quote 2,00 läuft – was effektiv die Quote senkt.
Was die Steuer für den Spielenden bedeutet: In jedem Fall verringert sich die Auszahlung. Der Anbieter, der „0 % Wettsteuer“ bewirbt, hat den Betrag in seine Quote eingepreist – die Quote ist im Schnitt nicht höher als bei Anbietern, die die Steuer separat ausweisen. Wer die Anbieter vergleicht, vergleicht die Quote – nicht die Werbeaussage.
Was die Steuer für den Anbieter bedeutet: Sie ist Teil seiner Marge. Wer die Steuer übernimmt, hat ceteris paribus eine niedrigere Auszahlungsquote. Wer sie an den Spielenden weitergibt, behält mehr. Welcher Weg der richtige ist, hängt von der Strategie ab – und ist am Ende Vertragssache.
Worauf bei der Anbieterwahl zu achten ist
Die Anbieterwahl ist eine Funktion der eigenen Spielweise. Wer auf eine bestimmte Sportart setzt, prüft, ob der Anbieter die entsprechende Liga und die relevanten Märkte anbietet. Wer Live-Streams nutzen will, prüft, ob der Anbieter das gewünschte Programm überträgt. Wer auf die Wettsteuer achtet, prüft, wie der Anbieter sie handhabt. Wer mit kleinem Budget arbeitet, prüft, ob das Einzahlungslimit von 1.000 € ausreicht oder ob eine Erhöhung beantragt werden kann.
Vier Punkte, die vor der Anmeldung stehen sollten:
- Whitelist-Eintrag. Ist der Anbieter auf der GGL-Whitelist geführt? Nur dann greifen OASIS und LUGAS. Eine .de-Domain reicht nicht.
- Sportarten und Märkte. Deckt das Wettprogramm die Sportarten und Ligen ab, die der Spielende tatsächlich nutzt? Nischensportarten sind nur bei einigen Anbietern verfügbar.
- Zahlungswege. Akzeptiert der Anbieter Zahlungsmittel, die der Spielende nutzt? Nur Zahlungskonten auf den eigenen Namen sind erlaubt; Prepaid und Krypto sind ausgeschlossen.
- Wettsteuer-Modell. Wie handhabt der Anbieter die Steuer? Die Quote selbst ist entscheidend, nicht die Werbung.
Was die Anbieterwahl nicht entscheidet: Die Quote für ein einzelnes Spiel, die sich laufend ändert, oder der Bonus, der mit Umsatzbedingungen verbunden ist. Beide sind keine Eigenschaft des Anbieters, sondern Eigenschaften des aktuellen Angebots.
Häufige Fragen zu Spielwetten-Tipps
Was sind Spielwetten, und worin unterscheiden sie sich von Langzeitwetten auf Titel oder Meister?
Spielwetten sind festquotierte Wetten auf den Ausgang einer einzelnen Partie oder eines Abschnitts davon (§ 21 Abs. 1 GlüStV). Sie werden mit dem Ende des Ereignisses abgerechnet. Langzeitwetten stehen auf den Ausgang eines Wettbewerbs – Meisterschaft, Pokalsieg, Torschützenkönig – und werden mit dem Ende des Wettbewerbs abgerechnet, oft Monate später. Beide sind erlaubt, aber die Spielwette lässt sich mit einer Quote und einem Wettschein spielen; die Langzeitwette steht allein und braucht Geduld.
Woran lässt sich erkennen, ob ein Anbieter von Spielwetten in Deutschland eine Erlaubnis hat?
Der Anbieter muss auf der offiziellen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder stehen. Die Liste wird auf der Webseite der GGL in Halle (Saale) veröffentlicht; sie führt den Erlaubnisinhaber, die erlaubte Domain und das Datum der Erteilung. Eine .de-Domain oder eine Malta-Lizenz reicht nicht. Nur die Domain, die unter der Sportwetten-Erlaubnis steht, darf Sportwetten annehmen.
Warum kann kein Tipp zu einer einzelnen Partie als sicher gelten?
Sportereignisse sind nicht-deterministisch. Verletzungen, Platzverweise, Wetter und Tagesform können den Ausgang bis kurz vor dem Abpfiff kippen. Hinzu kommt die Marge des Anbieters, die in jeder Quote steckt und die faire Wahrscheinlichkeit verzerrt. Wer einen Tipp abgibt, akzeptiert eine Wahrscheinlichkeit – nicht eine Sicherheit. Die Quote ist die Wahrscheinlichkeit, die der Anbieter ansetzt; sie ist kein Versprechen.
Wie berechnet sich die mögliche Auszahlung aus Einsatz und Quote bei einer Spielwette?
Die Rückzahlung bei Gewinn ist Einsatz × Quote; der Nettogewinn ist Einsatz × (Quote − 1). Eine Wette von 50 € auf Quote 1,90 zahlt 95 € zurück, davon 45 € Gewinn. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der Einzelwetten zu einer Gesamtquote; drei Spiele zu 1,90, 2,10 und 1,80 ergeben 7,182. Verloren ist die Wette bei jedem anderen Ausgang als dem getippten; der Einsatz verfällt.
Welche Rolle spielen das monatliche Limit von 1.000 € und die Sperrdatei OASIS bei Spielwetten?
Das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat ist die Standardgrenze nach § 6c Abs. 1 GlüStV; eine Erhöhung ist nur mit nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit möglich. OASIS ist die Sperrdatei nach §§ 8, 8a GlüStV; sie wird bei Registrierung und Login abgefragt und schützt den Spielenden vor sich selbst. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, ohne Frist mindestens ein Jahr. Beide Mechanismen greifen nur bei Anbietern mit GGL-Erlaubnis.
Was ist die Marge eines Wettanbieters, und wie wirkt sie sich auf die Quoten bei Spielwetten aus?
Die Marge ist das, was der Anbieter von jedem Euro Einsatz einbehält, bevor er auszahlt. Sie ist in der Quote versteckt und liegt je nach Markt und Anbieter zwischen drei und zehn Prozent. Eine Auszahlungsquote von 95 % entspricht einer Marge von 5 %. Wer die Marge kennt, sieht, dass die Quote nie der faire Preis ist – sie ist der faire Preis minus Marge. Wer Anbieter vergleicht, vergleicht die Auszahlungsquote für den Markt, der ihn interessiert.
Tipps – wettenzahlungen
Inhalt erstellt vom Team «wettenzahlungen»
