Steuerfrei wetten in Deutschland: Wer die Wettsteuer wirklich zahlt

Updated Oktober 2026
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„Steuerfrei wetten“ klingt nach einem Versprechen, das jeder Wettfreund sofort versteht. In Deutschland ist es keines. Die Sportwettensteuer ist seit dem 1. Juli 2012 fällig, sie beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage, und sie schuldet der Veranstalter, nicht der Spielende. Was mit dem Slogan beworben wird, ist allein die Frage, ob der Anbieter die Steuer selbst trägt, vom Einsatz abzieht, die Quote kürzt oder vom Gewinn einbehält. Für zehn auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) geführte Wettanbieter ist hier aufgeschlüsselt, wie sie mit der Steuer umgehen, was eine Wette unter diesen Regeln auszahlt und welche Nebenwirkungen das Modell für den Wettschein hat.

Ein Fußball liegt auf dem Anstoßpunkt eines Rasenplatzes, dahinter leere Tribünen im Licht des frühen Morgens.
Die Sportwettsteuer wird in Deutschland seit dem 1. Juli 2012 erhoben.

Stand: Oktober 16, 2026 · Geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Stand 02.10.2026.

Rechtslage und Steuer: Wer zahlt, wer trägt, wer schuldet

Wer die Sportwettensteuer schuldet

Die Sportwettensteuer ist nach §§ 16-25 Rennwett- und Lotteriegesetz (RennwLottG) ausgestaltet. Sie beträgt 5,3 % des steuerpflichtigen Wetteinsatzes, wobei die Bemessungsgrundlage der Einsatz abzüglich der in ihm enthaltenen Steuer ist, also rund 5,03 % des gezahlten Betrags (5,3 ÷ 105,3). Geschuldet wird sie vom Veranstalter der Wette, nicht vom Spielenden (§ 19 RennwLottG). Das ist der entscheidende Satz: Der Staat zieht beim Buchmacher, nicht beim Spieler. „Steuerfrei wetten“ ist deshalb streng genommen eine Beschreibung des Anbieterverhaltens, kein Status des Gewinns.

Die Steuereinnahmen aus Sportwetten beliefen sich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2023 auf 409 Millionen Euro, 5,2 % weniger als im Vorjahr. Zehn Jahre zuvor, 2013, waren es 189 Millionen Euro. Die Einnahmen sind also real deutlich gestiegen, der jüngste Rückgang zeigt aber, dass der Markt auf das Erlaubnissystem seit 2021 reagiert. Die gesamten Steuereinnahmen aus Glücksspiel betrugen 2023 rund 2,48 Milliarden Euro; die Lotteriesteuer machte davon mit rund 1,77 Milliarden Euro etwa 71 % aus.

Drei Modelle, eine Steuer

Anbieter, die in Deutschland Sportwetten anbieten, entscheiden selbst, wie sie die Steuer im Tagesgeschäft weitergeben. In der Praxis haben sich drei Modelle herausgebildet:

Daneben gibt es das Modell, das die Werbung am häufigsten meint: Der Anbieter trägt die Steuer vollständig selbst. Dann erscheint auf dem Wettschein weder ein Steuerposten noch ein Quotenabschlag, und der Spielende sieht im Gewinnfall die volle Auszahlung. Das ist „0 % Wettsteuer“ im wörtlichen Sinn. Es ist nicht „keine Steuer fällt an“, sondern „wir geben die Steuer nicht weiter“.

Was die Werbung verschweigt: Auch wer die Steuer selbst trägt, hat sie einkalkuliert. Sie steckt in der Quote, im Quotenschlüssel, in der Marge des Buchmachers. „0 % Wettsteuer auf dem Wettschein“ heißt nicht „0 % Wettsteuer im Markt“. Die Steuer fließt in jedem Fall an den Fiskus, nur die Frage, wessen Marge sie schmälert, ist offen.

Die Auszahlung mit weitergereichter Steuer

Was zahlt eine Wette, wenn der Anbieter die Steuer nicht trägt? Das ist die Rechnung, die der Wettschein am Ende ausweist. Der Veranstalter schuldet 5,3 % des Nettoeinsatzes, also 5,3 % von Einsatz ÷ 1,053. Bei einem Einsatz von 100 € und einer Quote von 2,00 ohne Quotenabschlag, aber mit Abzug vom Gewinn, sieht die Rechnung so aus: Der Bruttogewinn vor Steuer beträgt 100 € × 2,00 = 200 €, davon 5 % einbehalten, also 10 € Abzug, ausgezahlt werden 190 €. Wer den Einsatz netto versteht, also 100 € als den Betrag, von dem aus der Anbieter die Steuer ans Finanzamt abführt, der landet bei rund 105,30 € Bruttoeinsatz, 5,3 % Steuer, 100 € Nettoeinsatz und damit 200 € Bruttogewinn, 10 € Steuerabzug, 190 € Auszahlung. Die Spanne, mit der der Spielende rechnen muss, liegt also zwischen 190 € und 200 €, je nachdem, ob der Anbieter den Brutto- oder den Nettoeinsatz als „100 €“ ausweist. Beide Lesarten sind in den Geschäftsbedingungen der Anbieter zu finden.

Lizenz und Whitelist: Wer in Deutschland wetten darf

Seit dem 1. Juli 2021 gilt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021). Die Erlaubnis, Sportwetten im Internet zu veranstalten oder zu vermitteln, vergibt seitdem die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) mit Sitz in Halle (Saale) auf der Grundlage von § 9a Abs. 1 Nr. 3, § 27f Abs. 1 GlüStV. Die Aufsicht, die Bußgelder und das Vorgehen gegen illegale Angebote liegen ebenfalls bei der GGL (§ 28a GlüStV). Die offizielle Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV ist der einzige zuverlässige Test, ob ein Anbieter in Deutschland erlaubt ist. Der Stand 02.10.2026 weist 30 Einträge aus, davon 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis (zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten) und drei reine Pferdewett-Veranstalter. Alle gelisteten Domains sind .de-Domains; eine .de-Domain allein beweist allerdings noch keine Erlaubnis, weil die Whitelist der einzige gültige Beleg ist.

Die Erlaubnis wird für fünf Jahre erteilt (§ 4c Abs. 1 GlüStV). Die Whitelist selbst führt das Datum der Erteilung sowie gegebenenfalls das Datum einer Folgeerlaubnis, ohne dass daraus ein Enddatum der Erlaubnis abgeleitet werden kann. Sie belegt lediglich, dass eine Erlaubnis zum genannten Zeitpunkt erteilt wurde.

Was darf auf dem Wettschein stehen? Erlaubt sind Wetten mit festen Gewinnquoten auf den Ausgang eines Sportereignisses oder eines Abschnitts davon sowie auf Vorkommnisse im Spiel, einzeln oder in Kombination (§ 21 Abs. 1 GlüStV), und nur die Wettarten, die die GGL im Sportwettprogramm zugelassen hat (§ 21 Abs. 5). Live-Wetten sind während eines laufenden Spiels nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente erlaubt, und nur in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind (§ 21 Abs. 4). Das nächste Tor im Fußball ist erlaubt, der nächste Punkt im Tennis nicht, der nächste Korb im Basketball nicht. Verboten sind Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure beteiligt sind, manipulationsanfällige Wetten sowie Wetten auf Regelverstöße und ihre Sanktionierung. Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht zulässig.

E-Sports: Die GGL erkennt E-Sports nicht als Sport im Sinne des GlüStV an. Wetten auf E-Sports sind in Deutschland bei keinem lizenzierten Anbieter verfügbar. Wer E-Sports-Quoten sieht, sieht ein Angebot ohne deutsche Erlaubnis.

Was die GGL von Offshore unterscheidet

Ein Anbieter mit maltesischer, curaçaoischer oder Anjouan-Lizenz hat in Deutschland keine Erlaubnis, Sportwetten zu vermitteln. Das ist unerlaubtes Glücksspiel nach § 4 Abs. 1 GlüStV. Die GGL hat am 17. September 2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor illegalen Angeboten gewarnt. Der strafrechtliche Rahmen (§§ 284, 285 StGB) sieht für das Veranstalten bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe vor, für die Bewerbung bis zu ein Jahr; die Teilnahme ist mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe bewehrt. Strafverfolgungen gegen einzelne Spielende sind in der Praxis nicht etabliert, weder als Risiko zu dramatisieren noch als Freifahrtschein.

Was Offshore-Angebote konkret nicht bieten: keinen Anschluss an OASIS, das bundesweite Sperrsystem, und keinen Anschluss an LUGAS, die Limit- und Aktivitätsdatei. Die Spielersperre greift dort nicht, das 1.000-€-Einzahlungslimit pro Monat gilt dort nicht, die Pflicht zur Verifikation im eigenen Namen greift dort nicht. Wer dort spielt, hat zudem keine zuverlässige deutsche Anlaufstelle, wenn der Anbieter eine Auszahlung verweigert. Die zivilrechtliche Lage ist im Fluss: Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht. Ein Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € Verlust aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt des EuGH, Nicholas Emiliou, hält es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Anbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten, mit einer Ausnahme für Fälle, in denen Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Das ist kein Freibrief für eine bestimmte Plattform, sondern eine offene Frage, deren Antwort der EuGH noch geben wird.

Anbieter im Vergleich: Wie zehn Wettanbieter mit der Steuer umgehen

Die folgende Tabelle führt alle zehn Anbieter mit ihrer Position auf der GGL-Whitelist auf. „GGL Whitelist-Status“ beschreibt, ob die .de-Sportdomain des Anbieters mit einer Sportwetten-Erlaubnis geführt wird, und „Erlaubnis seit“ nennt das Datum der ersten Erteilung. Folgeerlaubnisse werden in der Tabelle nicht gesondert ausgewiesen; die GGL-Whitelist führt sie separat. Die Spalte ist deshalb nur ein Indikator für die Dauer der Marktzugehörigkeit, nicht für den aktuellen Status.

Anbieter GGL-Whitelist-Status Sportwetten-Erlaubnis seit
Sportingbet gelistet 09.10.2020
LeoVegas gelistet 21.10.2024
Sportwetten.de gelistet 19.11.2020
bet-at-home gelistet 02.11.2020
Tipwin gelistet 09.10.2020
Winamax gelistet 29.06.2021
Betano gelistet 19.02.2021
VBet gelistet 05.12.2023
Betway gelistet 09.03.2021
NEO.bet gelistet 09.10.2020

Was die Tabelle nicht zeigt: das Steuermodell. Die zehn Anbieter gehen mit der Sportwettensteuer sehr unterschiedlich um, und genau dort entscheidet sich, was eine Wette am Ende bringt.

Sportingbet: 5 % vom Bruttogewinn, 5 % vom Einsatz

Sportingbet führt in seinen Wettregeln eine Steuer von 5 % des Wetteinsatzes nach § 17 RennwLottG. Bei gewonnenen Wetten behält das Unternehmen 5 % des Bruttogewinns ein, also 5 % von Einsatz × Quote. Der Spielende sieht damit zwei Stellschrauben: Der Einsatz wird besteuert, und im Gewinnfall wird ein zweiter Abzug fällig. Die Rechnung bei 100 € Einsatz und Quote 2,00: Bruttogewinn 200 €, 5 % Abzug = 10 €, Auszahlung 190 €. Die ausgewiesene Quote auf dem Wettschein entspricht der Marktquote, der Effekt entsteht hinter dem Komma. Wer bei Sportingbet spielt, sollte wissen, dass der Steuerabzug nicht im Display auftaucht, sondern erst in der Auszahlungsbestätigung sichtbar wird.

LeoVegas: Frische Erlaubnis, ruhiges Profil

LeoVegas ist mit Erlaubnis seit dem 21.10.2024 einer der jüngeren Einträge auf der Whitelist. Hinter LeoVegas.de steht die LVSports Limited. Das sportliche Angebot ist ausgebaut, beim Steuermodell zeigt sich das Profil des Hauses: LeoVegas trägt die Steuer im Regelfall selbst und weist keine separate Position auf dem Wettschein aus. Die Spielenden sehen die Quote, die der Markt hergibt, und im Gewinnfall die volle Auszahlung. Das ist „0 % Wettsteuer“ im wörtlichen Sinn. Was im Vergleich mit länger etablierten Anbietern fehlt, ist die Breite des Wettprogramms im deutschen Markt, da LVSports Limited erst seit Ende 2024 in Deutschland aktiv ist.

Sportwetten.de: Volle Übernahme, eigener Name

Sportwetten.de gehört zu den Anbietern, die das Steuermodell konsequent im eigenen Namen tragen. Der Anbieter bewirbt eine Übernahme der Wettsteuer, was auf den meisten Wettscheinen dazu führt, dass weder ein Steuerabzug vom Einsatz noch ein Quotenabschlag noch ein Abzug vom Gewinn erscheint. Die Zahlungsmethoden sind breit: Kundenkarte, PayPal, Sofortüberweisung über Trustly, Kreditkarte (Visa und Mastercard), Banküberweisung, Skrill und Aircash, alle ohne Gebühr, alle mit sofortiger Bearbeitung, bei Trustly, Skrill und Aircash ab 10 €. Einzahlungen über Dritte, also über ein Konto, das nicht auf den eigenen Namen lautet, sind nicht gestattet. Das ist die Konsequenz aus § 6b Abs. 4 GlüStV: Nur Zahlungskonten, die auf den Namen des Spielenden lauten und bei einem Geldwäschegesetz-pflichtigen Institut geführt werden, sind erlaubt.

bet-at-home: Lange Erlaubnis, klassisches Modell

bet-at-home ist seit dem 02.11.2020 auf der Whitelist, mit einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022. Das Steuermodell folgt dem Branchen-Standard der frühen 2020er-Jahre: Der Anbieter behält die Steuer vom Bruttogewinn ein, der Einsatz bleibt ungekürzt. Wer auf den ersten Blick „bessere Quoten“ bei bet-at-home sieht, sollte wissen, dass der reale Auszahlungsbetrag durch den 5-%-Abzug im Gewinnfall kleiner ausfällt als die Quote suggeriert. Für das Verständnis der eigenen Wetthistorie ist das entscheidend: Zwei Anbieter mit nominell identischer Quote 2,00 zahlen unterschiedlich aus, wenn einer die Steuer vom Gewinn abzieht und der andere sie selbst trägt.

Tipwin: Steuerübernahme dokumentiert, Gebühren nicht genannt

Tipwin übernimmt nach eigener Darstellung im FAQ-Bereich die Steuerkosten bei Ein- und Auszahlungen, sodass der Betrag dem Kundenkonto vollständig gutgeschrieben wird. Gebühren für Ein- und Auszahlungen nennt Tipwin im FAQ nicht. Das ist ein klares Bekenntnis zur vollständigen Übernahme. Hinter Tipwin.de steht die Tipwin Limited, erlaubt seit dem 09.10.2020. Die wiederholten Folgeerlaubnisse zeigen, dass der Anbieter das deutsche Erlaubnissystem seit der Einführung des GlüStV 2021 kontinuierlich durchläuft.

Winamax: „0 % Wettsteuer“ mit Quotenstudie im Hintergrund

Winamax bewirbt im Footer der Website „0% Wettsteuer und die besten Quoten“ und verweist dabei auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen in Fußball, Tennis und Handball vom 01.04.2025 bis 30.08.2025, in der Winamax bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins lag. „0 % Wettsteuer“ ist hier wörtlich zu nehmen: Die Steuer wird im Markt einkalkuliert, nicht auf dem Wettschein ausgewiesen. Wer Winamax nutzt, sieht auf dem Wettschein keinen Steuerposten, und die Auszahlung im Gewinnfall entspricht der vollen Quote. Die zentrale Frage ist die Quote selbst. 45 % Spitzenposition ist kein 100-%-Versprechen, und die Odoxa-Studie deckt drei Sportarten und ein Zeitfenster von fünf Monaten ab. Wer auf unbekannten Märkten wettet, sollte den Quotenvergleich selbst anstellen.

Betano: Übernahme im Markt, Quoten im Wettbewerb

Betano gehört zu den Anbietern, die das Steuermodell im eigenen Marketing ausdrücklich adressieren. Hinter Betano.de steht die Betkick Sportsbetting Limited. Die deutsche Erlaubnis besteht seit dem 19.02.2021. Im Marktvergleich positioniert sich Betano über das Quotenniveau, nicht über die Frage der Steuerweitergabe, weil die meisten größeren Anbieter die Steuer bei Standardwetten mittlerweile selbst tragen. Wer Quoten vergleicht, sollte den Bruttogewinn zweier Anbieter mit nominell gleicher Quote prüfen, denn „gleiche Quote“ heißt bei verschiedenen Steuermodellen nicht „gleiche Auszahlung“.

VBet: Jung auf der Whitelist, eigenes Sportprofil

VBet ist seit dem 05.12.2023 auf der Whitelist. Hinter Vbet.de steht die SCGO Limited. Julian’s, Malta. Die Erlaubnis ist damit die zweitjüngste im Feld. Das Steuermodell folgt dem Standard der vollständigen Übernahme: Die Wettsteuer wird im Haus getragen, der Wettschein weist keinen separaten Posten aus. Welche Handball-, Basketball- oder Eishockey-Märkte VBet zeigt, ist Sache des Wettprogramms und sollte vor dem Tipp geprüft werden, weil die Breite des Programms jüngerer Whitelist-Einträge nicht mit der von Marktführern identisch sein muss.

Betway: Steuer im Prüfschritt, Skrill als Sonderfall

Betway trägt die Wettsteuer im Regelfall selbst. Sie erscheint nach Anbieterangaben im abschließenden Prüfschritt des Wettscheins als eigener Posten neben den ausgewählten Spielen und dem Wettsystem, also nicht als Abzug, sondern als Information. Bei Skrill gilt eine Sonderregel: Die Mindesteinzahlung liegt bei 5 €, die Mindestauszahlung bei 10 €, Skrill-Auszahlungen sind gebührenfrei und werden innerhalb von 24 Stunden freigegeben. Einzahlungen per Skrill qualifizieren nur für die Willkommens-Freiwette, nicht für den Einzahlungsbonus. Wer mit Skrill einzahlt, bekommt also einen anderen Bonusstrang als bei anderen Methoden, ein typischer Quersubventions-Effekt bei E-Wallets.

NEO.bet: Übernahme dokumentiert, kleines Haus

NEO.bet gehört zum Kreis der früh lizenzierten Anbieter, mit Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und Folgeerlaubnis vom 22.12.2022. NEO.bet trägt die Wettsteuer im Standardfall und weist sie nicht auf dem Wettschein aus. Der Anbieter gehört zu den kleineren Häusern im Feld, was sich in der Wettprogramm-Tiefe zeigt. Wer auf Randsportarten oder untere Ligen setzt, sollte das Programm vor der Kontoeröffnung prüfen, weil die Marktabdeckung bei einem kleineren Haus tendenziell schmaler ist.

Grundlagen: Was „steuerfrei“ im Wettschein bedeutet

„Steuerfrei wetten“ ist im engeren Sinn eine Aussage über den Wettschein, nicht über den Markt. Drei Punkte, die das Wort regelmäßig verdeckt:

Ein Notizbuch mit handschriftlichen Rechnungen und ein Taschenrechner liegen auf einem hellen Schreibtisch neben einer Kaffeetasse.
Interwetten trägt die Sportwettensteuer selbst und gleicht sie mit einem Quotenabschlag in Höhe von 5,3 % bei Wetten aus.

Die Steuer fällt in jedem Fall an. Sie ist gesetzlich geschuldet, und sie wird abgeführt, egal ob der Anbieter sie auf dem Wettschein zeigt oder nicht. Die Frage ist nur, ob der Spielende sie sieht, ob sie in der Quote steckt oder ob sie hinter dem Bruttogewinn abgezogen wird.

Die Werbung mit „0 % Wettsteuer“ beschreibt das Steuermodell des Hauses, nicht die Rendite des Spielenden. Eine vollständige Übernahme heißt, dass die Steuer die Marge des Anbieters schmälert und nicht die Auszahlung des Spielenden. Was die Auszahlung tatsächlich wert ist, hängt von der Quote ab, und die Quote hängt vom Markt und vom Wettbewerb ab.

„Steuerfreie Gewinne“ sind ein anderer Begriff. Die Steuer auf den Wetteinsatz ist nicht die Einkommensteuer. Ob Wettgewinne eines privaten Spielenden einkommensteuerpflichtig sind, hängt von der Gesamtsituation ab und ist eine Frage für den Steuerberater, nicht für den Wettanbieter. Die Werbung mit „steuerfrei“ meint regelmäßig die Wettsteuer, nicht die Einkommensteuer.

Die Rechnung: Was eine Wette unter der Steuer auszahlt

Der Anbieter schuldet 5,3 % des Nettoeinsatzes, also 5,3 % von Einsatz ÷ 1,053. Bei einem Bruttoeinsatz von 100 € auf dem Wettschein, einer Quote von 2,00 und einem Anbieter, der die Steuer durch einen Quotenabschlag weiterreicht, sieht die Rechnung so aus: Die ursprüngliche Marktquote von 2,00 wird um 5,3 % reduziert, also auf etwa 1,894. Aus 100 € Einsatz × 1,894 = 189,40 € Auszahlung, davon 100 € Einsatz zurück, 89,40 € Nettogewinn. Bei einem Anbieter, der die Steuer nicht vom Gewinn abzieht, sondern die nominelle Quote beibehält und nur im Gewinnfall 5 % des Bruttogewinns einbehält, liegt die Auszahlung bei 190 €. Bei einem Anbieter, der die Steuer selbst trägt, liegt die Auszahlung bei 200 €.

Die Spanne, mit der der Spielende rechnen muss, reicht also von 189,40 € bis 200 € für ein und dieselbe Wette, je nach Modell. Wer den Wettschein vergleicht, sollte das Steuermodell mitlesen, denn die ausgewiesene Quote ist nur ein Teil der Information. Die zweite Hälfte steht in den AGB.

Warum die Werbung das Thema dominiert

„0 % Wettsteuer“ ist ein wirksames Versprechen, weil der Effekt auf den ersten Blick sichtbar ist. Bei einer Quote von 2,00 und 100 € Einsatz macht der Unterschied 10,60 € pro Wette aus, bei einer Quote von 5,00 sind es 26,50 €, bei Systemwetten mit vier Beinen schnell über 100 €. Anbieter, die die Steuer tragen, werben sichtbar damit. Anbieter, die die Steuer abziehen, schweigen in der Regel dazu. Das Schweigen ist legal, der Verlust liegt beim Spielenden, der den Wettschein nicht vollständig liest.

Was die Werbung nicht zeigt: Auch wer die Steuer selbst trägt, hat sie im Markt kalkuliert. Ein Anbieter mit „0 % Wettsteuer“ kann durchaus eine niedrigere Quote anbieten als ein Anbieter, der die Steuer vom Gewinn abzieht, weil er die Marge an anderer Stelle einholt. „0 % Wettsteuer“ ist eine Aussage über den Wettschein, nicht über den Marktwert der Wette. Die Frage, ob eine konkrete Wette günstig ist, beantwortet der Quotenschlüssel, nicht das Werbeversprechen.

Spielerschutz: Was unabhängig von der Steuer gilt

Die Sportwettensteuer ist eine von zwei Säulen, auf denen die deutsche Regulierung ruht. Die andere ist der Spielerschutz, der unabhängig von der Steuerfrage gilt und für jeden Whitelist-Anbieter verbindlich ist.

Ein Smartphone liegt mit dem Display nach unten auf einem Holztisch neben einem Glas Wasser, Abendlicht fällt durch ein Fenster.
Bei Interwetten ist es nicht möglich, Wetten mit einer Quote unter 1,10 als Einzelwette zu platzieren.

Volljährigkeit. Teilnahme ab 18 Jahren (§ 4 Abs. 3 GlüStV). Jeder Anbieter prüft das Alter bei der Registrierung.

Ein Konto pro Anbieter, vollständige Verifikation. Nach § 6a GlüStV darf jeder Spielende pro Anbieter nur ein Konto führen, und die Identität wird vor der Auszahlung vollständig verifiziert. Vor der Verifikation darf ein Anbieter das Spiel für maximal 72 Stunden mit einem Einzahlungslimit von 100 € erlauben, ohne Auszahlungen. Wer 72 Stunden nach der Registrierung noch nicht verifiziert ist, kann nicht mehr einzahlen und keine Auszahlung erhalten.

Einzahlungslimit. Nach § 6c Abs. 1 GlüStV liegt das monatliche Einzahlungslimit bei 1.000 € pro Kalendermonat, durchgesetzt über die LUGAS-Limitdatei und gültig über alle Anbieter hinweg. Ein Anbieter darf das Limit für einen bestimmten Spielenden anheben, wenn dessen wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachprüfbar belegt ist, bis 10.000 € im Einzelfall und in einer Spanne von 10.000 € bis 30.000 € für maximal 1 % seiner aktiven Spielenden. Eine Selbsterklärung reicht nicht. Eine Senkung des Limits greift sofort, eine Anhebung nach sieben Tagen.

Parallelspiel verboten. Nach § 6h GlüStV ist das gleichzeitige Spielen bei mehreren Anbietern über die LUGAS-Aktivitätsdatei unterbunden. Wer eine Wette platziert, kann in derselben Minute keine Wette bei einem anderen Anbieter abschließen. Der Mechanismus ist nicht offiziell als „Ein-Spiel-zur-Zeit-Regel“ kommuniziert, in der Praxis führt er zu kurzzeitigen Sperren, wenn parallel angemeldet wird.

OASIS. Die Sperrdatei nach §§ 8, 8a GlüStV wird bei Registrierung und Login abgefragt. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spielende eine Frist nennt, sonst mindestens ein Jahr. Wer in OASIS ist, kann sich bei keinem Whitelist-Anbieter anmelden.

Panikbutton. Der Sofort-Sperre nach § 6i Abs. 3 GlüStV löst eine 24-stündige Sperre aus, die sofort greift und nicht aufgehoben werden kann.

Spielsucht-Hilfe. Anlaufstellen sind die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und die Sucht- und Drogenhotline. Die Kosten einer Therapie trägt in der Regel die Krankenkasse, die Adressen vermittelt der Hausarzt oder die BZgA.

Was das mit der Steuer zu tun hat. Auf den ersten Blick nichts. Auf den zweiten Blick alles. Wer im Monat 1.000 € einzahlt, kann mit einer „steuerfreien“ Wette nicht mehr gewinnen als mit einer besteuerten, weil das Limit dasselbe bleibt. Die Steuer entscheidet, was eine einzelne Wette bringt, das Limit entscheidet, wie viele Wetten überhaupt möglich sind. Wer beides in einer Entscheidung trennt, sieht die Werbung mit „0 % Wettsteuer“ im falschen Licht: Sie ändert die Auszahlung pro Wette, nicht die Anzahl der Wetten, die ein Konto riskieren darf.

Was Offshore beim Spielerschutz nicht leistet

Wer bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis spielt, ist nicht an OASIS angeschlossen, nicht an LUGAS, nicht an die 1.000-€-Monatsgrenze. Das klingt nach mehr Freiheit und ist auf den zweiten Blick weniger Schutz. Wer sich selbst sperren will, findet auf einer Offshore-Plattform keine zentrale Stelle, die die Sperre durchsetzt; wer das eigene Einzahlungsverhalten begrenzen will, findet keinen Mechanismus, der das über Anbieter hinweg tut. Das ist der Tausch: mehr Spielraum, weniger Sicherheitsnetz. Die Aufsicht der GGL reicht nicht in die Karibik.

Häufige Fragen zum steuerfreien Wetten in Deutschland

Ist eine Wette steuerfrei, oder fällt die Wettsteuer trotzdem an?

Die Sportwettensteuer fällt in Deutschland seit dem 1. Juli 2012 an, und sie wird auch weiterhin abgeführt. „Steuerfrei“ in der Werbung bedeutet, dass der Anbieter sie nicht auf dem Wettschein ausweist, sondern selbst trägt. Die Steuer erreicht den Fiskus in jedem Fall, nur die Frage, ob sie die Marge des Anbieters oder die Auszahlung des Spielenden schmälert, ist offen.

Wer schuldet die Wettsteuer, der Anbieter oder der Spielende?

Die Wettsteuer schuldet der Veranstalter der Wette, also der Buchmacher, nach § 19 RennwLottG. Der Spielende bekommt sie nur dann zu spüren, wenn der Anbieter sie über eines der drei Modelle weitergibt: Abzug vom Einsatz, Quotenabschlag oder Abzug vom Gewinn.

Wie unterscheiden sich die Steuermodelle der Anbieter?

Drei Modelle sind verbreitet. Abzug vom Einsatz: Der Bruttoeinsatz auf dem Wettschein entspricht nicht dem, was tatsächlich gesetzt wird. Quotenabschlag: Die angezeigte Quote ist um 5,3 % reduziert, der Einsatz bleibt ungekürzt. Abzug vom Gewinn: 5 % des Bruttogewinns aus Einsatz × Quote werden im Erfolgsfall einbehalten. Daneben gibt es die vollständige Übernahme, die auf dem Wettschein unsichtbar bleibt.

Was bedeutet die Werbung mit „0 % Wettsteuer“ konkret?

Sie bedeutet, dass der Anbieter die Steuer vollständig selbst trägt, ohne sie auf dem Wettschein auszuweisen. Sie bedeutet nicht, dass die Wette keine Steuer enthält, denn die Steuer steckt in diesem Fall in der Marge des Anbieters und damit indirekt in der Quote. Die Auszahlung im Gewinnfall entspricht der vollen Quote.

Wie berechnet sich die Auszahlung mit weitergereichter Steuer?

Bei 100 € Einsatz und Quote 2,00 ohne Quotenabschlag, aber mit Abzug vom Gewinn, ergibt sich ein Bruttogewinn von 200 € und nach 5 % Abzug eine Auszahlung von 190 €. Bei Quotenabschlag um 5,3 % liegt die Auszahlung bei rund 189,40 €. Bei vollständiger Übernahme durch den Anbieter liegt sie bei 200 €. Die Spanne reicht also von etwa 189 € bis 200 € für ein und dieselbe Wette.

Woran erkenne ich auf der GGL-Whitelist, ob ein Anbieter erlaubt ist?

Die Whitelist wird von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder auf der eigenen Website veröffentlicht. Sie führt für jeden Eintrag den Anbieter, die Domain, den Sitz der Betreiberin und das Datum der Erteilung. Nur die dort gelistete Domain darf in Deutschland Sportwetten anbieten. Eine .de-Domain allein beweist keine Erlaubnis, weil die Whitelist der einzige gültige Beleg ist.

Inhalt erstellt vom Team «wettenzahlungen»